synkope,
f. ,
entlehntes lat., mlat. syncope
und syncopa
aus griech. συγκοπή,
mlat. auch syncopis (
vgl. sincopin
ahd. gl. 2, 257, 14
St.-S., syncopis Diefenbach
gl. 536
u. ö.). 11)
medizinisch (
vgl. engl. syncope
seit ca. 1400
bei Murray 9, 2, 378).
als bezeichnung des asthmas, der atemnot: so er (
Gregor) aller gernest hiet geret, im geprast des adems an der stet; sincopa haizt der siechtum
märterbuch 3385
Gierach, vgl. 3629 (
nach einer mlat. quelle);
wie im griech. und lat. für das stocken der körperfunktionen, die (
tödliche)
ohnmacht, als medizin. fachausdruck in den lat. formen bis in den anfang des 19.
jh. allgemein bekannt, auch im ndl., s. syncope 2
woordenboek 16, 609,
vgl. auch unten die deutschgeformte ableitung syncopirt;
bei Paracelsus
als masc.: nuncquae aegritudines ad caduca genera pertinent, sunt istae: epilepsiae omnes species ... syncope ... syncopis ist ein onmacht einmal: wird aber der recht syncopis, so einem etwan dick geschwindet
bücher u. schr. (1589) 3, 372
Huser; syncopis, so er aufsteigt, etwann benimpt er die sinnen gar 5, 85
u. ö.; vgl. syncope '
eine starke ohnmacht ist, wenn der mensch schleunig darniederfällt mit verliehrung der äuszer- und innerlichen sinne' J. J. Woyt
schatzkammer (1716) 919;
auch in nichtmedizin. lex. und wbb. durchweg aufgeführt: syncope '
die ohnmacht' Nehring
lex. (1717) 923; syncope '
in der heilkunde ohnmacht, entkräftung' Kinderling
reinigkeit (1795) 209; syncope '
die ohnmacht' Campe
wb. z. erkl. (1813) 578. 22)
als grammatischer terminus mit dem ton auf der ersten silbe gesprochen (
vgl. engl. syncope
seit 1530 Murray
a. a. o.)
wie im griech. und lat. die verkürzung eines wortes durch das auslassen eines vokals oder einer silbe im inneren des wortes: wenn eine syncope oder verschluckung zu schulden kommet Chlorenus
t. orthographie (1735) 257; syncope ist, wenn aus der mitte eines worts etwas geworffen wird Fr. Aichinger
versuch e. t. sprachkunst (1754) 570; die zweyte art der verkürzung ist syncope, die verbeiszung genannt Gottsched
dt. sprachkunst (1762) 535; hier entspringt nun die vorhin berührte frage, ob die syncope position mache oder nicht Jac. Grimm
dt. gramm. (1822) 1, 27;
verdeutschungen dafür s. ztschr. f. dt. wortforsch. 15, 90. 33)
in der musik (
mit betonung auf der zweiten silbe üblich)
die zusammenziehung eines leichten taktteils mit dem folgenden schweren zu einer einzigen note, wodurch die betonung von der schweren auf die leichte zählzeit rückt und die übliche dynamische taktfolge abgewandelt wird, vgl. auch 'syncopatio
die rückung, wird in der musik genennet, wann eine note oder pause getheilet ... wird' Nehring
lex. (1717) 923: wenn eine nota semibrevis ... mitten gebrochen und vertheilet wird, das heist eine syncope oder syncopatio Otto Gibel
compend. modulat. (1651) 38; was auszer denselben (
den ligaturen) vorkommt und mit den bindungen einige gemeinschafft hat, sind nichts anders als blosze syncopen Mattheson
crit. mus. (1722) 1, 34; der Böhner aber, dem ströme durchs herz rauschten und der ein orkan am klavier war, hörte seinen (
des hausherrn) tritt nur wie einbrechende synkopen, die er sogleich in seine passagen aufnahm Wilh. Schäfer
wendekreis (1937) 163. —