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sumsen

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sumsen vb.

Bd. 20, Sp. 1105
sumsen, vb. , auch summsen geschrieben, lautmalend wie summen. häufiger bezeugt erst im nhd. im allgemeinen mehr als volkstümlich, umgangssprachlich empfunden, auch tiefer als summen in hd. mundarten verwurzelt, vor allem im gebrauch von 1 und 3 b (bei insekten und menschen), vgl. schweiz. id. 7, 998; Fischer schwäb. 5, 1958; Unger-Khull steir. 600b; Müller-Fraureuth 2, 589a, dazu die mundartl. weiterbildungen sumsern Jungandreas schles. zeitwortbild. 21; Fischer schwäb. 5, 1958; schweiz. id. 7, 998; sumserlen, adj., sumseten, f., gesums ebda. 11) vom fluggeräusch der insekten: wie es aber sommer ware und die mucken, wefftzen, fliegen herumb schwirmen und sumsen M. Lindener katzipori 168 lit. ver.; spinnen und die sumsenden fliegen J. Matthesius ausg. w. 3, 153 L.; die websen und mucken sumbsen Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 35; die biene sumset, wie sie sauget, der vogel singt, wie er nistet, aber wie spricht der mensch von natur? Herder w. 5, 26 S.; von dem sumsen schwirrender insecten A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 157; man hörte sie (die insekten) ganz deutlich, wie sie sich geräuschvoll niederlassen ... noch schwingend und summsend in der bewegung H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 2. damit verbindet sich gerne die bewegungsvorstellung des umherfliegens, die sich sprachlich in präpositionalen und adverbiellen zusätzen ausdrückt (vgl.summen 2): er macht es wie die fliegen: die sumsen über berg und tahl Drollinger ged. (1743) 132; aber doch summste und sauste und schnurrte dem grafen ... eine fatale hornisse ins gesicht Jean Paul w. 27, 353 H.; wann ich vertieft durch blumen ... wandele, plötzlich vielleicht sumst mir ein bienchen ums haupt J. H. Voss s. ged. (1802) 3, 126; um den schein des lichtes sumsten in dicken kreisen nachtschmetterlinge L. Tieck schr. (1828) 9, 134; ein paar fliegen sumsten über einem pilz Herm. Hesse diesseits (1907) 26. die art des sumsens wird als leise, gedämpft geschildert: fleuch, liebes bienchen, ... und sumse ihm sanft ins ohr Musäus volksmärchen 1, 15 H.; wenn alles so still war, dass man nur die bienen summsen hörte Eichendorff s. w. (1864) 3, 7; gern als lieblich: die immen und bienlein ... in ihrem schwarm lieblich sumsen und sausen Spangenberg-Fröreisen anmut. weisheit lustg. (1621) 436; holdsehlig lieblich sumszten sie (die bienen) Fr. Procopius hertzensfrewd 2 (1661) 8; was für ein liebliches sumsen schwärmt um mich her? Sal. Gessner schr. (1777) 1, 110. bildlich: die göttingsche (wespe) sumset nicht so arg, als sie zu stechen droht Lessing s. schr. 18, 296 M.; dasz dir das aufgerührte wespennest (der feinde) um die ohren summset und dich halb todt gestochen hat Bode Tristram Schandi (1774) 1, 68; den ... mückenschwarm von lobern und tadlern, wovon doch ein jeder nach seinem kopfe tanzt und sumst portraits (1779) 132; dann wurde mir (in der schule) mein platz angewiesen, und ich war dem surrenden und sumsenden kinderbienenstock einverleibt Hebbel w. 8, 98 W. im vergleich: herz und seele und alles in mir war wie ein bienenschwarm, so summsend, stechend heiss und ungeduldig Heinse s. w. 4, 20 Sch. 22) aus ähnlichem gehörseindruck für das verworrene oder verhaltene sprech- und lärmgeräusch einer menge, vgl. summen 4: das sumsen und geräusch von tausenden von zungen und füszen Lichtenberg br. (1901) 1, 205; das sumsen (des publikums) dauerte die ganze arie, bis zur cadenz S. G. Bürde gesell. reise (1785) 175; (das volk) sumst und dröhnt wie lauter wespen um die ganze burg herum Wieland Lucian (1788) 6, 193; das dumpfe sumsen der gedrängten volkshaufen Görres ges. br. (1858) 1, 6; die sprache dieser ganzen menge (am boulevard) ... schien nur aus vokalen zu bestehen ... alles übrige verschwand im allgemeinen summsen, zischen, rollen H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 108. 33) vereinzelt treten weitere, beim vb. summen übliche bedeutungsfärbungen auf. 3@aa) mehr in älterer sprache für starkes tönen, s. summen 1 a, vgl.sumsen stark summen Hübner zeit.-lex. 4, 496b; 'verstärkung für summen' Albrecht Leipziger ma. 220b: krieget er (Äolus) aber nichts, so schilt er drauff, dass es sumset, wirfft häuser und schiffe umb, reisset bäume auss J. Prätorius phil. colus (1662) 174; welche (trompeten) gleichsam wie die wespen und hummeln, doch gar laut und starck sumseten Valvasor Crain (1689) 4, 2, 408; du denckest zwar vielleicht: dein nachklang sumse so, wie jene grosze glock, die Moscau kan aufweisen A. Volck entdecktes geheimnis (1750) 1, 161; wenn man der glocke in die nähe tritt, so ist es ein Rheinsturz bey Schafhausen von summsen und brummen, und das gehör wird, wie von einem hagelgewitter, zerschmettert Heinse s. w. 9, 292 Sch.; alle planeten zusammen sollen sieben töne immer wie siebenerley glocken zusammen summsen ebda 9, 17. mundartlich für das pfeifende vorbeifliegen von geschossen (vgl.summen 1 c): Fischer schwäb. 5, 1958; schweiz. id. 7, 998. 3@bb) für das undeutliche oder leis murmelnde sprechen eines einzelnen menschen: mit dem maul sumsen M. Kramer t.-ital. 2 (1702) 1038c. transitiv, 'melodisch summen': er fingert lang an seiner schäfertasche, stets lauter, sumst ein lied, und hustet endlich gar Wieland s. w. (1794) 10, 64; und die bäume sumsen lieder, alles singt zu dieser stunde Tieck schr. (1828) 2, 73. anders, nach sums hin 'umstände machen': ich wär ja schon lang dahin, aber der vater und die muetter sumsen allweil noch umeinander K. Schönherr glaube u. heimat (1910) 103. 3@cc) spärlich ist freier gebrauch, vgl. summen 5; mundartlicher einflusz macht sich bemerkbar: wie offt sieht man, dasz an einem festtage ... alle mäuler sauffen, ... alle köpff sumsen Abr. a s. Clara etwas für alle (1699) 2, 114; fort und fort hätte es ihm in den ohren gesummset: wenn ein gott wäre, er hätte dich gehört Jer. Gotthelf (1856) nach schweiz. id. 7, 998 (in der ausgabe v. 1861 dafür gesummet ebda); dinge, die mir tag und nacht vor den ohren sumsen Kotzebue s. dram. w. (1828) 16, 219; mir sumsete noch das getön der geigen, und ich war so munter, dasz kein schlaf in meine augen kam H. Zschocke ausg. schr. (1824) 40, 43.
6156 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sumsenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Sumsen , v. intrs . u. trs . das Verstärkungswort von summen in allen seinen Bedeutungen, stark summen. »Die Bienen sums…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sumsen

    Goethe-Wörterbuch

    sumsen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sumsen

    Mecklenburgisches Wb.

    sumsen -ü- wie summen 1 : summsen Mi 89 b ; donn ward 't singen un sumsen, un weg is 't (die goldene Wiege in einer Sage…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sumsen

3 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von sumsen 2 Komponenten

sum+sen

sumsen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sumsen‑ als Erstglied (1 von 1)

sumsende

KöblerAe

sums·ende

sumsende , Adj. nhd. rieselnd, plätschernd E.: ? L.: Hh 329

Ableitungen von sumsen (2 von 2)

entsumsen

DWB

entsumsen , was entsummen: aber o sieh, urplötzlich ein staunenswürdiges wunder schauen sie dort, wie rings im geschmolzenen fleische der ri…

versumsen

DWB

versumsen , verb. , lautmalende bildung. 1 1) wie versummen ( s. d. ) ' bis zur erschöpfung summen, aufhören zu summen ' Campe . 2 2) studen…

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APA
Cotta, M. (2026). „sumsen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sumsen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „sumsen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sumsen/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sumsen". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sumsen/dwb.
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