süpplein,
n. ,
demin. von 1suppe,
vgl. auch süppchen. 11)
die speise, entsprechend 1suppe 1,
vgl. etwa vipa wein- und protsuppel (
Milstatt 1502) Diefenbach
n. gl. 382
b;
zu 1suppe 2 a,
vgl. jussellum süpplin (Pinicianus 1521)
bei Diefenbach
gl. 312
c: weste (
der verzückte mensch) ein siechen menschen, der eins suplins von im bedörfte meister Eckhart
red. d. unterscheid. 17
Diederichs (
hs. v. j. 1477,
var. sauffens
Karlsruher perg. hs. d. 14./15.
jh.); darnach er auff ein süplein geht, wann er mehr gelts im hausz nicht het Hans Sachs 5, 244
lit. ver.; er geht mit loser gsellschaft umb, die in verfüren umadumb frü auss zum süpplein und zum wein
ebda 17, 141;
vgl.morgensüppl (
v. j. 1584)
bei Schmeller-Fr.
bair. 2, 318; wie einer speisz braucht, also lebt er auch ... zarte süpplin und meysenripplin bringen auch zarte püpplein Fischart
Gargantua 82
ndr.; wann ein pfaff ... vor der mesz ein süplin oder nägeli oder zuckererbisz iszet
bei Schade
satiren 3, 175; als die kranckenwarterin kam und vor dem herrn ein süpplein begehrte Grimmelshausen 2, 371
Keller; bereite mir ein süpplein, das glatt eingehe und wohl gefettet sei Musäus
volksmärchen 4, 8
H.; wenn man läuft, so ist so ein süpplein gleich runter Jer. Gotthelf
ges. schr. (1855) 3, 72; wenn er munter ist, trag ihm auch ein süpperl hinaus Rosegger
schr. (1895) II 1, 226;
vgl. sippele, sippl '
gute suppe' Wenisch
nordwestböhm. 85. —
wie 1suppe 5 c, '
unterhalt': solche schedliche leüt lauffen auch in der statt hin und wider, ... bisz si etwas news hören liegen von dem unschuldigen, so gehn si dann hin und verdienen ir süpplin und trincklin
[] darmit Casp. Huber
von falschen zungen a 4
a.
bildlich: naturale est timere mortem, sed spiritus adest et dicit 'es ist umb ein bose stund zu thun, ich musz einmal ein bosz supplein essen' Luther 11, 209
W.; stüende
N. uff einen stuol und trowte, er wolt eim ein süppli kochen (
v. j. 1509)
schweiz. id. 7, 1229,
vgl. 1suppe 6 a; ach hätt ich eine frau, die mir ein süpplein machte! (
mich betreute)
ollapatrida 48
Wiener ndr.; vgl. einem ein gutes süpplein bereiten
nudrir delicatamente Kramer
t.-ital. 2 (1702) 1041
c.
im besonderen nach 1suppe 1
für offebula: suppel (
Straszb. 1515)
ebda; suplin (
Augsb. 1512)
ebda; offella i. parva offa ein suplin
gemma gemmarum (
Straszb. 1508) r 5
b;
vgl.: bagnare il pane brodt eynduncken, splin machen Hulsius (1618) 2, 51
a;
vgl. mittelrhein.-westnd. soppen, zoppen '
eintunken'
bei 1suppen.
vereinzelt: sipl '
tunke' Beranek
ma. v. Südmähren 77. 22)
gifttrank (
s. 1suppe 4), '
vergiftete suppe': der frumm verlos sein leben, ym wart ain suplin geben
M. Behaim
buch v. d. Wienern 15
K.; des wibs will ich geschwigen gar, die zuo richten eyn süpplin gtar, als Poncia und Agrippina Seb. Brant
narrenschiff 64
Z.; et ego (
Christus) ero tua mors, ego ipse ero das supplein, gifft, die dich, tod, sol erwurgen Luther 27, 117
W.; do ward im ein süplin geben, daz in der bauchlauff ankam, daran er sterben muost Seb. Münster
cosmogr. (1550) 836; ist grosze sorg, dem lieben fürsten sein leben mit einem süplin verkürzt worden J. Nas
eins u. hundert (1567) 5, 334
a.
als (
heimlich beigebrachtes)
giftgebräu besonders in der bezeichnung venedisches, welsches, spanisches süpplein: es gieng uns worlich an das leben, dorumb wend wir im bald vergeben. Venedger süpplin muosz er essen Murner
v. d. fier ketzeren 112
Fuchs; dasz sie nicht sein ausz der zal der venedischen süpplin? Paracelsus
chirurg. bücher u. schr. (1618) 155
H.; aber er starb bald dar nach zu Burdeaus an einem Venediger süpplin Stumpf
Schweizerchron. (1606) 265
a; so sind gar wenig päpst durch practicken, gewalt, welsche süplein ... auff den stul kommen Fischart
binenkorb (1588) 8
b,
weitere belege für welsches süpplein
s. bei wälsch
teil 13, 1337
u. 1338; den, die rechtes natürliches gifft einem beybringen, einen damit zu tödten (die einem ein spanisch süpplein beybringen, wie man sagt) G. Nigrinus
von zäuberern (1592) 74; ausz heimblichem gifft, hexenwerck und zauberey, durch spanische süpplein
bei Fischer
schwäb. wb. 5, 1474,
ebda weitere belege für spanisches süpplein.
im hohn: der predicant ... liesz der brawt haimlich ... gifft eingeben. (
am rand:) ist ain evangelisch supplein gewest J. Nas
eins u. hundert (1567) 1, 78
a. 33)
vereinzelt wie 1suppe 8: mit dem grünen süppel, so auf den ochsenkoth gemeiniglich stehen bleibet
ollapatrida 173
Wiener ndr.