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Südpol

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Südpol

Südpol

Süd m. (ohne Artikel, besonders in der Seemannssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes, die vom tiefsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Südwind’. Ahd. sund m. ‘Süden’ (9. Jh.), mhd. sunt m. ‘Süden’ (erhalten in Ortsnamen wie Sonthofen, Sundgau), (mit aus dem Nd. Nl. stammendem n-Ausfall) sūd (zuerst Veldeke), nhd. Sud und (seit 15. Jh. nl. Aussprache folgend) Süd, asächs. sūð Adv. ‘im Süden’, mnl. suut Adv. ‘im, nach Süden’, nl. zuid f. und Adv. ‘Süden, südwärts’, aengl. sūþ Adj. Adv. ‘südlich, im, nach Süden’, engl. south Adj. Adv. und Subst. ‘südlich, südwärts, Süden’ stehen neben einem älteren Richtungsadverb, erhalten in ahd. sundar ‘südlich’ (um 800), asächs. sūðar, mnd. sǖder, anord. suðr ‘südlich’, das mit dem Komparationssuffix ie. -tero- (vgl. aengl. sūþerra ‘südwärts’) zu einem Stamm germ. *sun- ‘Sonne’ zu der unter Sonne (s. d.) genannten Wurzel ie. *sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- bzw. *su̯en-, *sun- ‘Sonne’ gebildet sein kann, so daß von einer Bedeutung ‘der Sonnenseite zugewandt’ auszugehen ist, was auch (analog zu Nord, s. d.) als ‘rechts’, also die rechte Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters, deutbar ist, ohne daß zur Begründung dieser Bedeutung eine Verwandtschaft mit den unter geschwind (s. d.) genannten Formen um mhd. swinde, swint ‘gewaltig, stark, heftig, schnell’, also vielleicht auch ‘rechts’, angesetzt werden muß. Zweifelhaft bleibt auch, ob eine dentale Bildung im Anschluß an griech. hýper (ὕπερ) ‘über, über … hinweg’, lat. super ‘(von, nach) oben’ zu ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’ (s. über) angenommen werden kann, was eine Deutung ‘oben, die Gegend, wo die Sonne oben ist’ erlauben würde. – Süden m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes’, (mit Artikel) ‘das südliche Gebiet der Erde, der südliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. sundan (9. Jh.), mhd. sunden und (seit etwa 1200, s. oben) sūden ‘Süden, Südwind’, mnd. sǖden, nl. zuiden sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. sundan ‘aus dem Süden’ (um 800), mhd. sunden, sūden ‘von Süden her, südlich’, asächs. sūðan ‘von Süden’, mnd. sǖden ‘südlich, im Süden’, aengl. sūþan, anord. sunnan ‘aus dem Süden, südwärts’ (vgl. ahd. fon sundana, mhd. von sūden, wo das Adverb als artikellos gebrauchtes Substantiv aufgefaßt werden kann). Süden bezeichnet in neuerer Sprache in der Regel die Himmelsrichtung und das dort gelegene Gebiet; Süd dagegen wird fachsprachlich (s. oben) und dichterisch verwendet. Unter nd. nl. Einfluß treten besonders im Md. (seit etwa 1200) n-lose Formen auf. Die Lautung mit -ü-, beruhend auf nl. Aussprache, begegnet seit dem 15. Jh. auch in md. und obd. Quellen und setzt sich bis zum Ende des 18. Jhs. in der Literatursprache durch. In obd. Mundarten dafür lange Mittag, das noch bis ins 18. Jh. als Verdeutlichung von Süd(en) (vgl. Süd oder Mittag, 18. Jh.) gebraucht wird. südlich Adj. ‘im Süden gelegen, nach Süden weisend’ (15. Jh.), mnd. sǖtlīk, mnl. zuydelik (15. Jh.). Südpol m. ‘südliches Ende der Erdachse’ (17. Jh.), auch Süderpol (20er Jahre des 18. Jhs., Ende 18. Jh. von Südpol verdrängt). Südwester m. ‘Sturm, Unwetter aus Südwesten’, dann der gegen dieses Wetter schützende ‘Seemannshut mit breiter Krempe’ aus ölgetränkter Leinwand (19. Jh.).
3368 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Südpol

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Südpol , des -es, plur. inusit. in der Astronomie der südliche Pol auf der Erd- und Himmelskugel, bey einigen, obgle…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Südpol

    Goethe-Wörterbuch

    Südpol [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Südpol

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Südpol , s. Pol und Magnetismus .

  4. Spezial
    Südpol

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Süd|pol m. (-s) ‹geog› pol Süd m. , pol antartich m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suedpol

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von suedpol 2 Komponenten

sued+pol

suedpol setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

suedpol‑ als Erstglied (7 von 7)

Südpolarexpeditionen

Meyers

Südpolarexpeditionen , Fahrten zur Erforschung der Südpolargebiete (s. Karte bei S. 185). Die Hypothese von einem großen Südkontinent, die s…

Südpolarkontinent

Meyers

Südpolarkontinent , soviel wie antarktischer Kontinent, s. Südpolarländer .

Südpolarländer

Meyers

sued·polarlaender

Südpolarländer ( antarktische Länder , hierzu »Karte der Südpolarländer«, mit Registerblatt), alle Länder und Inseln, die innerhalb oder in …

südpolmeer

DWB

suedpol·meer

südpolmeer , n. : ( die hoffnung ) löscht, funkelnder arktur, dich aus, um schöner dein flammenhaar im südpolmeer zu baden E. M. Arndt 3, 62…

südpolzirkel

DWB

suedpol·zirkel

südpolzirkel , m. , südpolkreis: Cooks ... scheint alle hoffnung aufgehoben zu haben, als ob man ... land zwischen ... dem südpolzirkel find…

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APA
Cotta, M. (2026). „suedpol". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/suedpol/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „suedpol". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/suedpol/pfeifer_etym. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „suedpol". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/suedpol/pfeifer_etym.
BibTeX
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