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stumpfsinnig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stumpfsinnig adj.

Bd. 20, Sp. 480
stumpfsinnig, adj. , 'stumpfen sinn (III 1 c) habend', gleichbedeutend sinnstumpf, s. th. 10, 1, 1202. seit dem 15. jh. bezeugt, später aber anscheinend verloren und erst seit ende des 18. jh. wieder lebendig; von Kinderling reinigk. (1795) 59 abgelehnt, bei Adelung nicht verzeichnet. 11) 'geistesschwach, dumm': tummer, grober, ungelirniger, stumpfsinniger, ebes, grossus voc. theut. (1482) h h 3a; hebes Diefenbach 273c, auch stumpsynne (nd. voc. d. 15. jh.) a. a. o.; die torechten und unwisen, oder stumpffsinnigen von uns genent werden stöck und knorren Leo Jud usl. d. ps. (1520) 19a; wolt ... von euch lieber überwunden werden, dann das ich on allen widerstand andern stumpffsinnigen solte obligen Eppendorff kriegsüb. (1551) 17a; die dummen und stumpffsinnige sind etwas langsam Comenius jan. aur. (1643) 123; tumsinnig, grobsinnig, stumpfsinnig Kramer 2 (1702) 818b; junge sprache zeigt diese scharf begrenzte bedeutung nur noch fachsprachlich: blieben die umfänge der köpfe stumpfsinniger menschen ... unter dem mittel der normalen köpfe Büchner kraft u. stoff (1856) 123; zu starke und zu anhaltende anstrengung des denkorgans in zarter jugend macht nicht selten stumpfsinnig Bremser medic. parömien 56. 22) jung 'geringwertige geistige haltung zeigend, fühllos, träge', immer leicht auf 1 ruhend: stumpfsinnig, niedrig, kriechend, knechtisch Bode M. Montaigne 2, 271; auch dem stumpfsinnigen knecht des despoten Schleiermacher s. w. II 4, 59; ein verstockter, dumpf- und stumpfsinniger monarch Hebbel w. 12, 84 W.; die geliebte göttin empfängt in ihrem weiten schoosz den stumpfsinnigen gelehrten und den erschöpften geschäftsmann Schiller 10, 506 G.; adverbiell auf ein momentanes verhalten zielend: wie lange ... wird er noch so stumpfsinnig dastehen? Thümmel reise in d. mitt. prov. 8, 116; übertragen auf nicht menschliches, s. 4: auf den zeiger zu starren, der stumpfsinnig, unwissend und korrekt seines weges vorwärts ging Th. Mann Buddenbrooks (1925) 2, 407; selten stumpf III 3 e genau entsprechend: ganz stumpfsinnig für die freiheit ... verachteten und vernichteten sie ihr wesen Niebuhr m. gesch. 1, 419. 33) mit dinglichem beziehungswort: 'stumpfsinniger haltung entsprossen und solche verratend': der stumpfsinnigen bosheit und roheit Fr. Schlegel s. w. 6, 162; stumpfsinniger radicalismus W. Scherer kl. schr. 1, 725; mit stumpfsinniger gleichgültigkeit L. v. François letzte Reckenburg. 1, 77; eine rummelwelt ... des derwischhaften wiederholens stumpfsinniger schlagworte Th. Mann Vosz. zeit. jg. 1931, nr. 209. 44) von der umgebung und tätigkeit des menschen, nahezu im sinne von 'stumpfsinnigkeit bewirkend': weils zu hause auf die dauer doch zu stumpfsinnig wird W. v. Polenz Grabenh. 2, 63; los werden von dem bösen, stumpfsinnigen dienst des lebens Frenssen Hilligenlei (1905) 551; siegt das grau, das öde, stumpfsinnige Schmarsow grundbegr. d. kunstw. (1905) 118; ein stumpfsinniges dasein G. v. d. Vring soldat Suhren (1928) 40.
3008 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stumpfsinnigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Stumpfsinnig , — er, — ste , adj . u. adv . stumpf an Sinn, stumpfe Sinne habend, wie auch Stumpfsinn habend, beweisend …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stumpfsinnig

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von stumpfsinnig

stumpfsinn + -ig

stumpfsinnig leitet sich vom Lemma stumpfsinn ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von stumpfsinnig 2 Komponenten

stumpf+sinnig

stumpfsinnig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stumpfsinnig‑ als Erstglied (2 von 2)

stumpfsinnigkeit

DWB

stumpfs·innigkeit

stumpfsinnigkeit , f. , seit dem 17. jh. 1) bis heute von stumpfsinn durch schärfere begrenzung auf die bedeutung ' geistesschwäche, stupidi…

stumpfsinniglich

DWB

stumpfs·inniglich

-sinniglich , adj. , ' dumm ': tumlich, grobsinniglich, ungelirniglich, stumpfsinniglich voc. theut. (1482) hh 3 a . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stumpfsinnig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinnig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „stumpfsinnig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinnig/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stumpfsinnig". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinnig/dwb.
BibTeX
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