stützel,
m. , '
stütze, pfosten',
seit dem spätahd. bezeugt. auch stötzel, stotzel (
teil 10, 3, 585)
und stutzel.
nomen agentis zu stützen,
nicht in deminut. sinne gebraucht; in anwendungsgleichheit neben stütze
ähnlich wie studel
neben dem etymologisch davon verschiedenen stud (
s. sp. 257). 11) '
stütze, pfeiler, pfosten': stuzel
pila ahd. gl. 4, 178, 51;
item cuidam fabro lignario qui sub pontem portae Petri subposuit fulcimenta lignea (
teutonice: stetczel)
quellen zur gesch. d. stadt Kronstadt (1527) 44; welches (
einfallen) dann leichtlich zu wegen zu bringen, wenn man die gemeldte stützel anzündet und verbrennet
B. de Mendoza theorica et practica milit. (1619) 160; an den thalhalten der gräben mag man an beiden seiten des walls oder graben vil schrancken, mit stützeln mit langen stangen machen Fronsperger
v. geschütz u. fewerwerck (1564) 37
a; item, man soll auch gewarnet sein, dasz man allwegen zur schlagbrucken sehe, dasz niemandt kein stützel darunder setze Fronsperger
kriegsb. 2, H h 4
v; doch müssen unter dessen die wellen fest an die achs gemacht, auch die stützel und die füsse derselbigen fest und stet auf der erden stehen, damit sie nicht etwan durch die grosse last beweget und aufgehoben werden
theatrum machinarum (1607) 1, 96; sie den stüczel, do mitt sie die decke des grabes unterseczet hetten auszschlugen und die decke niderfallen liesen Arigo
dec. 89
Keller; dem sechsten (
fehlt es) an dem grunde und stützeln, das ist an den beinen und schenckeln
M. Christ. Irenaeus
spiegel des ew. lebens (1582) k 4
a.
nebengesetzte stütze (
vgl. sp. 747): gleich wie die gärtner den reben oder bäumen mit pfälen und stutzlen pflegen zu hilf zu kommen
Amadis (1595) 24, 778; man siht etwenne, daz ein frisch stützel lange einen dornzaun uf heltet Hugo v. Trimberg
renner 1234
E.; über das 17.
jh. hinaus selten: stütze, stützel Kramer 2 (1702) 1032
a; die unterstützungen (
beim brennen von tonwaren) besitzen die form von unterlagsplatten, spannringen, steifen (stützel) für figuren und dergleichen mehr Kerl
thonwaren (1907) 1423.
heute noch mundartlich, s. Vilmar
Kurhessen 401; Crecelius
oberhess. 826; Hertel
Thür. 240; Hentrich
Eichsfeld 69;
ostfränk., s. zs. f. d. ma. 3, 118; stüssel Jellinek
Ravensberg. 151; Frederking
Hahlen b. Minden 31;
auch: stytels,
n., Jensen
nordfries. 594. —
häufig im übertragenen sinne von stütze: wenn die seulen und stützel hinweg sind, so die kirch
[] und weltlich regiment getragen haben, so fellets über einen hauffen Luther 16, 6
W.; weil aber gott dasselbe unser liebes vaterland selbst, unter des bäpstischen throns last herfür gezogen, und hinweg gerissen hat, und du selbst diesem stützel, wo er bleibe, nochmahls nachfragest D. Kemnitius
unförml. augenwimper (1630) 211; fried und einigkeit ist der stützel und seule, darauf glück und heil gegründet ist H. Decimator
hochzeitpred. (1601) k 2
b; hinfurder kan er nicht bessers thun, denn kom widder und bringe stroern stutzel, damit er solchen fall auffrichte Luther 23, 206
W.; wenne manic man vil friunde hat, die wile sin dinc im eben gat: vellet aber sines gelückes stützel, so vindet er der friunde lützel Hugo v. Trimberg
renner 18507
E.; Chilon wurde gefragt, was reichthumb were, sagte, sie weren ... aller untugend stützel Lehman
flor. polit. (1662) 3, 190. 22) '
pfahl, pfosten',
ohne die bedeutung der stützfunction, den zeugnissen unter 1stütze A 1
entsprechend: stützel, daran man zauberin gebrent hat Hulsius-Ravellus (1616) 316
a.