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stüblein

nhd. bis sprichw. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stüblein n. n.

Bd. 20, Sp. 193
stüblein, n., stübel,n. , deminutivum zu stube, mit reichen nebenformen stiwle, stewle, stüwwel Martin-Lienhart elsäss. 2, 569; stiwle Follmann lothr. 509a; stöbel Autenrieth pfälz. 137; Müller-Fraureuth 2, 581b; stīwl Blumer westböhm. 89; stüberl Jakob Wien. 187. 11) ursprünglich der wohnraum von geringerem ausmasz, auch die kleinere neben- und hinterstube: das hinter zimer darin das klain stubel stet (1441) fontes rer. austr. ii 37, 439; ich pauet darinn den hindern gemach, stublin, kammer und kuchin städtechron. 5, 133; und das man inen ouch darin buwen sol stübel und kammern und anders, des sie denn darinne notdurftig sint Eheberg Straszb. verf.-gesch. 1, 214 (a. d. j. 1463); und wir sullen uns die weilen in dem vorderen stublein und in der chamer bey der tuer mit unserm gesinde aufhalten font. rer. austr. ii 37, 475 (a. d. j. 1450); vgl. weiter Zingerle invent. gloss.; als wenn ma da jungen nu gänzlich ausstiesze, aus'm haus, aus'm stiebel und bettel raus G. Hauptmann Rose Bernd 106. bei den lexikographen seit dem 15. jh.: stubella stubel, stubelin Dief. gl. 557b; dornicz oder stubelein aestuarium voc. vrat. th. 2, 1734; un cabinet ein kabinetchen, ein stüblein Duez nomencl. (1652) 79. die deminutive bedeutung, die in verschiedenem grade mitempfunden wird, ist besonders herausgehoben: von stund an usser der gemainen bawmeister stuben in das clain stüblin da gegenüber gefordert städtechron. 5, 274 anm. 2; durch ein geräumiges vorhaus in ein kleines stüblein Stifter s. w. 5, 1, 75. im schwäbischen ist stüblein auch ein in die stube vorspringender verschlag Fischer schwäb. 5, 1899 mit beleg a. d. j. 1559, s. oben stübich. mehr als im grundwort liegt in stüblein die bedeutung behaglicher ruhe und stille: hett ich nur ain stüblin warm und darinn ain schönes weib, das wolt ich legen an meinen arm, friuntlichen trucken an meinen leib Hätzlerin liederb. 74; er was ... in ein warmes stübli gegangen H. Seuse dtsche schr. 31 Bihlmeyer; wachst du noch oben, mein kind, bei der lamp im traulichen stüblein Voss sämtl. ged. 2, 129. als gemütlicher trinkraum Jakob Wien. 187a, vgl. bier-, bräustübel, zusammensetzungen, die auch ins norddeutsche gedrungen sind. im gegensatz zur stube, die auch fremden offensteht, ist stüblein das intimere, verschwiegenere gemach, in dem man sich zu vertrauter zwiesprache zusammenfindet: Philomena die kammer wider in still verriglen tet, sich in ein heimlichs stüblein ... setzten, anfiengen einen brief zu schreiben buch d. liebe (1587) 240b; in ainem stüblin bei ainander sitzen Schaidenreisser Odyssea (1537) 59b; euer gnaden vicarius ist ein groszer hurenjeger ... o künd sein stüblin reden als wol als er, man wurd wunder hören Schade sat. u. pasqu. 3, 167; mit jemand im stüble (d. i. unter vier augen) reden Delling baier. id. 179; geredt under der rosen oder im stüble Frisius 1111b. in der verschwiegenheit des stübles verbringt der groszvater die letzten tage, daher 'wohnstube der im ausgeding lebenden groszeltern', im gesamten obd. verbreitet, auch im obsächs. Müller-Fraureuth 2, 581b; ins stubel gehen sich von den geschäften zurückziehen Fischer schwäb. 5, 1889. — jemand ins gemalte stüblin (auch ins stüblin) führen d. i. jemand hinters licht führen, hergenommen von der bühne, ist seit dem 16. jh. verzeichnet S. Franck sprichw. (1541) 2, 11b; ebenso Schöpper syn. 16b Schulte-K. er ist nicht richtig im oberen stüblein (neben oberstübchen, oberstüblein s. d.) ist weit verbreitet, vgl. Fischer schwäb. 5, 1889; Meisinger Rapp. 188b; Sartorius Würzburg 183. 22) nur in älterer sprache begegnet stüblein als raum, der öffentlichen zwecken dient, so als gefängnis, arrestlocal: es gat den gaistlichen vast ubel, man pegert si auch ze pringen in das stubel Liliencron volksl. 2, 201, s.grafen-, schotten-, schergen-, priesterstübel Schmeller-Frommann 2, 721; da hat man in den eissen den alten A. H. in ain stiblin gelegt und die andern 2 H. vor dem stublin in ain gwelb an kethinen gefangen städtechron. 23, 236; ebenso 23, 237; oder, do er sich dessen zu thun verwidern wurde, alsdann auf dem rathaus in ainem stublin verwart werden soll städtechron. 33, 165 anm. 4; 32, 355. für Überlingen in älterer zeit bezeugt als ratsstube, amtsstube der stadtbehörde: darumben sollen ir alle vierzehen tag den stüblinsherrn ordentlich raitung thun und ... neben und mitsampt dem stüblinschriber und bawknecht das gelt us dem stock (sc. nemen), ... in das stüblin uberantwurten, damit dasselbig von gemeltem stüblinschriber in die büecher ... eingeschriben werden mag stadtrecht v. Überlingen 260 Geyer u. ö.; als amtshaus: zwen dacksherrn von der röm. kay. mt. und zwen von einem erbarn rat, die sind in doctor Beytingers stüblin gesessen, die haben ... dacksiert ..., was der gast dem wirt ... soll geben städtechron. 32, 400; als pfründhaus Bayerns maa. 1, 39 Br.-H.; Fischer schwäb. 5, 1890. — dazu stübleinfenster: als ... am stüblifenster ihm der meister klopfte Gotthelf ges. schr. 2, 114;
5020 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stübleinn. n.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    stüblein , n. , stübel , n. , deminutivum zu stube, mit reichen nebenformen stiwle, stewle, stüwwel Martin-Lienhart elsä…

  2. Sprichwörter
    Stüblein

    Wander (Sprichwörter)

    Stüblein 1. Im obern Stübla is nit richti. – Sartorius, 183. D.h. im Kopfe; er leidet an verwirrten Ansichten, an übersp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stueblein

9 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von stueblein

stub + -lein

stueblein leitet sich vom Lemma stub ab mit Suffix -lein, mit Umlaut-Wechsel.

stueblein‑ als Erstglied (8 von 8)

stübleinherr

DWB

stueblein·herr

-herr , wie stüblinsknecht, -schreiber städt. amt in Überlingen, 16. jh., s. stüblein 2 u. glossar bei Geyer stadtr. v. Überlingen;

stübleinpater

DWB

stueblein·pater

-pater : als 'stübelpater' in einem stübchen des priesterhauses zu Neisse C. Jentsch wandl. 1, 359 ;

stübleinthür

DWB

stueblein·thuer

-thür : der bauer ... öffnete die stüblisthür Gotthelf ges. schr. 7, 156 ; über der stübelthür Rosegger schr. I 15, 245 .

stueblein als Zweitglied (1 von 1)

Badestüblein

Wander

bade·stueblein

Badestüblein Einem das Badestüblein wärmen. Einem warm oder etwas Besonderes, Apartes machen.