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stucken

ahd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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12 in 10 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

stucken

Bd. 8, Sp. 911
stucken das Wort verwandt mit stûchen (stauchen) und mit ndl. stuiken, mndl., ndd. stûken (Teuthon. stuycken) zu vgl., ist Rip, Nfrk lrhn. u. einschl. Malm, Monsch, Eup, Aach, Jül, Dür, Bergh, Grevbr, rrhn. n. einschl. Sülzt, Mülh-Rh, Berg, Duisbg, abseits -og- Saarl-Berus verbr. [Stucken »Stauchen« u. stuckeln »rütteln« abseits WMosfrk; stuckern »langsam gehen« Altk, Siegld ist südwärts noch bezeugt], u. zwar -uk- schw.: 1. trans. a.α. etwas st., fest auf den Boden stossen, z. B. einen Sack, damit der Inhalt sich setzt u. mehr hineingeht [e Sack e paarmol st. dies abseits Saarl-Berus]; die Wäsche st., im Wasser aufstossen; stuck et mar gout drut; stossen, stampfen, z. B. Pfähle einrammen; du moss de (Sten) noch jet fass st.; de Weg jet glich st.; e stuckde va Grell (Groll) met der Steck open Erd; jet zesammest. zusammenstauchen, unordentlich z.legen; enēst. ineinanderstampfen, –drücken; der krit se gestuck Hiebe; dat hat em gestuckt schweres Leid hat ihn getroffen Aach u. so Eup, Jül, Dür, SNfrk, Geld, Mörs, Rees, Ruhr, Neuss, Düss, Mettm, Sol, Remschd; Runkelrüben zerstossen MGladb-Mülfort; dat Iser mott en de Medde jet gestuckt werde in der Schweisshitze aufgestossen u. dadurch an der erhitzten Stelle gestaucht, verdickt werden Heinsb-Erpen; die Hand, den Fuss st., stauchen uWupp, Sol; etwas st., verkürzen beim Schneiden Remschd; op ge Kloster hant se alt (schon) der Engelesheəre gestuckt (geläutet); et stuckt hauf (halb) zur Wandlung Eup; Wasser, den Bach st., stauen Mörs; der schwärende Finger stuckt hämmert Eup, Aach, Selfk; ein Sputum auswerfen Kemp-Breyell; mit einem Korb ohne Boden Fische fangen, indem man ihn ins Wasser stösst Heinsb; do stuckt he op hält er dran fest, besteht darauf Kref. — β. Absol. u. den Klicker st., beim Schnellen ruckweise werfen, ihm mit der schnellenden Hand Nachdruck verleihen; stuckens! Zuruf, der es dem Rufer erlaubt, zu stucken Düss-Stdt; stuckes nit! Verbot Elbf; danach ein best. Klickersp.: es wird eine Grube (Kūl, Kullok, Küs, Knüll) in die Erde mit dem Schuhabsatz gemacht; zwei Spieler, die zunächst die Reihenfolge auslosen; jeder gibt die gleiche Anzahl Klicker her (2, 4, 8, 16 usf.), die der erste mit einem Ruck senkrecht von oben aus der hohlen Hand in die Kul stuckt; je nachdem ausgemacht ist, gewinnt der Werfer alle Kl., wenn paar od. ompaar aus der K. fliegen Allg. [-y- Grevbr], auch Kulst., Küllkest., Dropst. genannt; her de vier, de acht; de vier dar! so fordert einer zu diesem Spiele auf Allg. (wer stuck de vier —, et Öhmke [je 1], — et Päärke [je 2] usf.; stuck emol der Fenne [Pfennig]! der andere setzt 1 Pfennig in die Kaule; der Stuckende stuckt mit eigenen Kl. Düss-Stdt); Spielregeln: wat hängt (was an der Kante der Kaule liegt), dat es dren! Monsch; liegt ein Kl. Böərdje (am Rande), so wird das Stucken erneuert Heinsb; Käntsche st. ist verboten Kref-Fischeln; klor (klar) st. nach dem St. dürfen die draussen liegenden Kl. nicht hineingeschnellt werden, wenn nicht vorher ausgemacht war St. mit Enstrike (Schlevere) Grevbr, MGladb. — b. einen st., stossen, knuffen; enen en de Rebbe st.; einen auf den Boden st., meistern, auch niərst.; der hat em gest. ihm den Mund gestopft, ihn beim Spiele besiegt, auch beim Karten- u. Kegelsp. Aach, Selfk, Geld, Mörs, Ruhr, Düss, Mettm; enen en et Gebess st. einen zurechtweisen Geilk-Beggend; einen onderst. untertauchen Mörs; en klen gestuck Männke kl., gedrungener Mann MGladb; ene Gestuckde dass. Grevbr, MGladb; Vügelche st. Kindersp., wobei einer raten muss, in wessen Hand en V., eine Kugel, versteckt ist: stucke, st., V., halt et faster zo! Sol-Burschd. — c. de kann et wahl stucke ist wohlhabend, kann grossartig, üppig leben; do kann me et van st. von dem Gelde kann man flott leben SNfrk; höck welle mer et ens st.! heute wollen wir einmal recht lustig sein, es toll treiben; he st. et fein tritt vornehm auf, ist ein Stutzer SNfrk, Geld, Düss-Gerresh, Mettm-Velbert; de stuckt et rif lebt üppig Kemp-Süchteln; de kann et em St. ist wohlhabend Heinsb-Breberen; de st. et em ok kleidet sich üppig, auffallend Geld-Nieukerk; de stuckt et et Meddags op Botterramme isst mittags Butterbrot; dat Perd st. et op Hächsel; got frete on pupe on angere hell werke (hart arbeiten) loəte, do stuckt der et drop MGladb. — 2. intrans. mit ‘sein’. a. torkelnd gehen; he stuckde no de Wei (Weide) Mörs, Klev, Geilk-Frelenbg; en de Kneech (Knie) st. sinken Monsch-Witzerath. — b. stutzen, im Laufen anhalten u. ausruhen Kemp-Lobberich, UWupp, Sol; he kreisch, dat em dat Hatz (Herz) stuckde Eup-Raeren; in der Red st. in der Rede stecken bleiben Saarl-Berus (abseits). — 3. -u- feilschen, handeln Remschd. — Abl.: die Stuckerei [Gedränge Aach-Richterich], dat Gestuck(s).
4787 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    stuckensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stucken , sw. V. (1a) Vw.: s. stukken*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stuckensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    stucken , sw. V. Vw.: s. stücken (1)

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stuckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    stucken , sw. V. Vw.: s. stücken

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stuckenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    stucken , vb. , ein obd. wort von mannigfacher bedeutung. 1 1) laut und polternd zanken: drinnen war der dokter, der ...…

  5. modern
    Dialekt
    stucken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    stucke n [tùkə Felleri. Hüss. Westhalten Ruf. ] 1. in Stücke zerlegen Felleri. 2. werfen. I ch ha be Schneeballe n g e …

  6. Sprichwörter
    Stucken

    Wander (Sprichwörter)

    Stucken 'T stûkt' sück as Kuks sin Schermei. 1 ) Auch stakt, stockt, bleibt stehen. (Stürenburg, 271 a .)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stucken

7 Bildungen · 1 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

stucken‑ als Erstglied (1 von 1)

stucken als Zweitglied (4 von 4)

zestucken

KöblerMhd

zestucken , sw. V. Vw.: s. zerstücken

Ableitungen von stucken (2 von 2)

verstucken

RhWB

ver-stucken: verstauchen Nfrk (s. stauchen); ek häbb min de Prölle verstuckt zuviel gegessen u. den Magen verdorben Rees .

zerstucken

KöblerMhd

zerstucken , sw. V. Vw.: s. zerstücken

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Cotta, M. (2026). „stucken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stucken/rhwb?formid=S27685
MLA
Cotta, Marcel. „stucken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stucken/rhwb?formid=S27685. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „stucken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stucken/rhwb?formid=S27685.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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