strute,
f. ,
equa. das wort, vom 15.
bis zur mitte des 17.
jahrh. als strute
und strut
belegt, lebt heute nur noch mundartlich: stryet, stryt Martin-Lienhart 2, 636; strut Autenrieth
pfälz. id. 139; Müller-Fraureuth 2, 812, stroude, strout
in der Wetterau und im Westerwald Pfister
nachtr. 290; Kehrein 398.
für das englische s. Murray 9, 1, 1166. —
die ursprüngliche bedeutung '
gestüt', '
pferdeherde'
nimmt eine doppelte entwicklung: entweder verblaszt sie zu '
schar'
schlechthin, oder sie verliert das collective und wird bezeichnung des einzelnen weiblichen pferdes (
vgl.stute). 11) '
gestüt', '
pferdeherde',
auch übertragen auf die freie wildnis, in der man in früheren jahrhunderten zur erzielung einer besseren zucht die stuten und füllen umherschweifen liesz; oft ist nicht ersichtlich, ob collective oder locale bezeichnung vorliegt: equitium ein strut Diefenbach
gl. 207
a;
equiferi vel equirria stuotros
vel strut
nov. gl. 154
a; man sagt, es (
das pferd) sey umb 16 pfund golds usz der struoth des Philonici Pharsalii erkaufft worden Eppendorff
Plinius (1543) 75; die zammen muoterpferd sollen 60 tage ee dann die in den wilden struoten des hengsts begeren 92; (
dort) wird ... wegen sonderer guter triefften und gelegenheiten eine pferdestruth gehalten und viel junge pferde erzogen Peccenstein
theatr. sax. (1608) 2, 23.
sprichwörtlich: wenn die pferd einander schmeissen, einander die schwentz ab thun beissen, so musz die strud dadurch vorgehen, das pferd in groszem mangel stehen Eyring (1604) 3, 400;
dgl. 399. wann wer koeffen wil ein pfert, ob er mag das er ze wissende gert, ob es von guter strute sy J. Twinger
nach Scherz
gl. (1784) 1587.
hierhin wohl auch, weiter verblassend: die mörin war der rechten struot J. Adelphus
mörin (1539) 16
b; 23
b.
deutlich local, vielleicht mit anlehnung an 1strut: die zeichen eines künfftigen guoten pferdts ... sind dise: ... wenn es gern für der andern herde auff der struot anhär trabt Heyden
Plinius (1565) 215; 22) '
schar', '
rotte': so hat dein struot dis eigenschaft, dasz jeder wil vil huoren han, da bei doch sein ein keuscher man
luth. strebkatz bei Schade
sat. 3, 131, 20; babst (
spricht) zur strut 3, 118, 23; (
das gute und das böse) fügen nit wol in ein strut S. Brant
nach Schmidt
els. ma. 344
b. 33) '
die stute': die roszweiblin oder struotten
M. Herr
feldbau (1545) 134
u. ö.; da hab er auff der weide ... gesehen einen ... mann sich mit eim pferd oder strüt vermischen A. Lercheimer
christl. bedenken (1627) 127;
s. Diefenbach-Wülcker 868;
als bezeichnung des weiblichen thieres überhaupt: kein grösser zorn an jemand spürt, denn so ein weibsbild zornig wirt, die wütet wie ein löwin strud, der man die jungen nemmen thut Höniger
narrenschiff (1574) 233;
vgl. wie eyn lOewin stuodt Brant
narrensch. 63, 47
Zarncke;
in geschlossenem bilde: (
er begab sich) des abents in einer seiner freundin haus, do er auch vormals mit struten gen acker gefaren war
Boccaccio (1580) 1, 211
a im sinne von '
coire',
schon spielend mit der folgenden bedeutung von strute. 44)
verächtliche bezeichnung einer frau, obscön: leichtfertige leuth machen löcher in ander leuth häut, reiten gern auf strutten, die den sattel zwischen beinen tragen Lehmann
flor. pol. (1640) 434;
vgl. dieselbe entwicklung bei stute, gurre, strenze, mähre (
th. 6, 1468).
auch heute noch mundartlich, doch wesentlich milder, s. Schmid
schwäb. 514; zu Stützelbronn do ist ein strut, die erst geradt am zwölfften jar, ich mein die leut mit langem har, den vast die kleider ketschen nach J. Adelphus
mörin (1539) 35
d; die ungetrewe struot 29.
auf die aufgeschossene gestalt gehend: mädgen, du bist schon so eine grosse strute und soltest erst funffzehen jahr alt seyn?
heirath eines mannes (1735) 175.