strobeln,
vb. ,
wild emporstarren, struppig sein, struppig machen. alt in kompos.: arstropolot
inhorruit ahd. gll. 2, 629, 19 (11.
jh.);
vgl. auch stropolot, stropalot, stropalôt
horror ahd. gll. 1, 699, 48 (10.—12.
jh.); 2, 419, 12 (11.
jh.); zerstrobloteu pleter
acc. pl. Konrad v. Megenberg
buch d. natur 403
Pfeiffer; unzerstrobelt '
nicht verworren',
vom haar, Heidelberger hs. 371 (
Germania 8, 241, 75
v. d. Hagen).
im mhd. auch stroben,
im kompos.: (
der pfau) macht den swanz aufstroben '
hochstehen, emporstarren' Vintler
pluemen d. tugent 4582.
wie strobeln
auch spätmnl. weder strubbelen
rebellare; struvelen
horrere Kilian (1605) 539;
s. Franck
etym. wb. d. ndl. taal 679.
zu germ. *strŭb,
wozu auch struppig,
neben *strūb,
wozu sträuben. 11)
nahezu beschränkt auf die haare, intransitiv, '
unordentlich emporstarren, sich sträuben': er stuond, sam im ain windspraus hett zerrüttet als sein har das stroblett im unhaimlich zwar Kaufringer
ged. 109
Euling; warumb, wen sich die menschen oder die tierlein fürchtent, so stroblent jn die har?
proplemata Arestotilis (1492) 4
a; gen perg stroblen all seine har Hans Sachs 22, 224
lit. ver.; wann das maul rauchet, die backen pauszen, der bart geiffert, die nase schnauffet, und die haare struppeln: könde man auch ein angesicht schändlicher verunformen? J. Balde
die truckene trunckenheit (1658) 65.
im sinne von '
struppig sein, werden'
noch in den mundarten, s. Crecelius
oberhess. 816; Fischer
schwäb. 5, 1873; Schöpf
Tirol 721. —
adjektivisch gebraucht gestrobelt '
struppig emporstarrend',
s. teil 4, 1, 2,
sp. 4258: der meister schlief gar fleisiclich gestrobelt war sein har
meistergesang, mscr. germ. Berol. fol. 23
nr. 37; nichtz was da bystandt zuo der hübschen, gestrobletes har (
nil aderat adiumenti ad pulchritudinem: capillus passus)
Terenz deutsch (1499) 124
a; ob ein iunckfraw oder fraw kem mit gestrobeltem har und zurissen gebend und klaget, das man sie notzoget het Zobel
sächs. weichbild u. lehnrecht (1537) 62
b; dasz sie Ilsabe Grimmen gesehen mit gestrobelten haaren und zerrissenem gebände und ihr nothgeschrey gehört haben Veit Weber
sagen d. vorzeit (1795) 6, 264;
in verallgemeinertem sinne: und führet sie hinein für gott, ein unlustig, gstrobelte rott, grindig und lausig, zotet und kussig Hans Sachs 9, 356
lit. ver. —
transitiv '
emporstehen machen': nachdem er (
der sauertöpfische philosoph) ... mit der nasen geschnaufft, die haare gestrüppelt und wie ein römischer Strabo gesessen hat Reinhold
reime dich (1673) 2; sich strobeln '
das gefieder sträuben, sich aufplustern': und hinter den stäben strobelte sich und gackerte das federvieh Immermann 20, 55
Hempel. heute im südwestl. md., alem., bair.-österr. strobeln, strubbeln, struweln '
struppig machen',
s. Crecelius
oberhess. 816; Martin-Lienhart
elsäss. 2, 624; Fischer
schwäb. 5, 1873; Stalder
Schweiz 2, 411; Schöpf
Tirol 721; Kramer
Bistritz 128; Kisch
Nösner wörter 150. 22)
mundartlich vereinzelt in anderen bedeutungen: sdruwelen
oberflächlich arbeiten Christa
Trierer mundart 203; Stalder
Schweiz 2, 410; struble '
regnen, von sturm begleitet' Seiler
Basel 282; Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 581.