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strobeln

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strobeln vb.

Bd. 19, Sp. 1633
strobeln, vb. , wild emporstarren, struppig sein, struppig machen. alt in kompos.: arstropolot inhorruit ahd. gll. 2, 629, 19 (11. jh.); vgl. auch stropolot, stropalot, stropalôt horror ahd. gll. 1, 699, 48 (10.—12. jh.); 2, 419, 12 (11. jh.); zerstrobloteu pleter acc. pl. Konrad v. Megenberg buch d. natur 403 Pfeiffer; unzerstrobelt 'nicht verworren', vom haar, Heidelberger hs. 371 (Germania 8, 241, 75 v. d. Hagen). im mhd. auch stroben, im kompos.: (der pfau) macht den swanz aufstroben 'hochstehen, emporstarren' Vintler pluemen d. tugent 4582. wie strobeln auch spätmnl. weder strubbelen rebellare; struvelen horrere Kilian (1605) 539; s. Franck etym. wb. d. ndl. taal 679. zu germ. *strŭb, wozu auch struppig, neben *strūb, wozu sträuben. 11) nahezu beschränkt auf die haare, intransitiv, 'unordentlich emporstarren, sich sträuben': er stuond, sam im ain windspraus hett zerrüttet als sein har das stroblett im unhaimlich zwar Kaufringer ged. 109 Euling; warumb, wen sich die menschen oder die tierlein fürchtent, so stroblent jn die har? proplemata Arestotilis (1492) 4a; gen perg stroblen all seine har Hans Sachs 22, 224 lit. ver.; wann das maul rauchet, die backen pauszen, der bart geiffert, die nase schnauffet, und die haare struppeln: könde man auch ein angesicht schändlicher verunformen? J. Balde die truckene trunckenheit (1658) 65. im sinne von 'struppig sein, werden' noch in den mundarten, s. Crecelius oberhess. 816; Fischer schwäb. 5, 1873; Schöpf Tirol 721. — adjektivisch gebraucht gestrobelt 'struppig emporstarrend', s. teil 4, 1, 2, sp. 4258: der meister schlief gar fleisiclich gestrobelt war sein har meistergesang, mscr. germ. Berol. fol. 23 nr. 37; nichtz was da bystandt zuo der hübschen, gestrobletes har (nil aderat adiumenti ad pulchritudinem: capillus passus) Terenz deutsch (1499) 124a; ob ein iunckfraw oder fraw kem mit gestrobeltem har und zurissen gebend und klaget, das man sie notzoget het Zobel sächs. weichbild u. lehnrecht (1537) 62b; dasz sie Ilsabe Grimmen gesehen mit gestrobelten haaren und zerrissenem gebände und ihr nothgeschrey gehört haben Veit Weber sagen d. vorzeit (1795) 6, 264; in verallgemeinertem sinne: und führet sie hinein für gott, ein unlustig, gstrobelte rott, grindig und lausig, zotet und kussig Hans Sachs 9, 356 lit. ver.transitiv 'emporstehen machen': nachdem er (der sauertöpfische philosoph) ... mit der nasen geschnaufft, die haare gestrüppelt und wie ein römischer Strabo gesessen hat Reinhold reime dich (1673) 2; sich strobeln 'das gefieder sträuben, sich aufplustern': und hinter den stäben strobelte sich und gackerte das federvieh Immermann 20, 55 Hempel. heute im südwestl. md., alem., bair.-österr. strobeln, strubbeln, struweln 'struppig machen', s. Crecelius oberhess. 816; Martin-Lienhart elsäss. 2, 624; Fischer schwäb. 5, 1873; Stalder Schweiz 2, 411; Schöpf Tirol 721; Kramer Bistritz 128; Kisch Nösner wörter 150. 22) mundartlich vereinzelt in anderen bedeutungen: sdruwelen oberflächlich arbeiten Christa Trierer mundart 203; Stalder Schweiz 2, 410; struble 'regnen, von sturm begleitet' Seiler Basel 282; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 581.
3198 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strobelnv, trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Strobeln , v trs . wirren, verwirren. Fulda. D. Strobeln .

  2. modern
    Dialekt
    strobeln

    Rheinisches Wb.

    strobeln -ăb- = strampeln s. strabbeln;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strobeln

3 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

strobeln‑ als Erstglied (1 von 1)

strobelnest

DWB

strobel·nest

strobelnest , n. , ironische bezeichnung einer frisur: dermahlen aber seynd die parocken so gemein, ... dasz ... auch die kesselflicker mit …

Ableitungen von strobeln (2 von 2)

verstrobeln

DWB

verstrobeln , verb. , s. verstrubeln.

zerstrobeln

DWB

zerstrobeln , verb. , zerzausen, verwirren; zu ahd. stropalôn inhorrere ( Graff 6, 738 ), mhd. strobelen struppig sein; vgl. zerstroben verw…