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strittig

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

strittig

strittig

streiten Vb. ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’. Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden, afries. strīda ‘streiten’, aengl. strīdan ‘schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ (germ. *streidan) hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. starren). Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476). – abstreiten Vb. ‘im (Rechts)streit, im Kampf abgewinnen, streitig machen, hartnäckig absprechen, aberkennen’, seit dem 18. Jh. vor allem ‘in Abrede stellen, leugnen’, mhd. abestrīten ‘im (Rechts)streit, Kampf abgewinnen’. bestreiten Vb. ‘(eine Meinung, eine Behauptung) anfechten, angreifen’, mhd. bestrīten ‘bekämpfen’; seit dem 17. Jh. ‘die Kosten, den Aufwand tragen’, entwickelt aus ‘einer Sache gewachsen sein, sie bewältigen’. umstritten Part.adj. ‘dem Streit der Ansprüche, der Meinungen unterliegend, umkämpft, zweifelhaft’ (19. Jh.). Streit m. ‘Meinungs-, Rechtsauseinandersetzung, Hader, Zerwürfnis innerhalb einer Gemeinschaft’, ahd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (über Meinungen oder rechtliche Dinge), Konflikt, Hader, tätlicher Kampf, Wettkampf, Empörung, Aufruhr’ (8. Jh.), mhd. mnd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (vor Gericht) oder mit Waffen, innerer Kampf, Widerstand, Streitmacht, Heeresabteilung, Schlachtordnung, Rache, Streben’, asächs. strīd ‘Streit, Eifer’, mnl. strijt, nl. strijd, anord. strīð, schwed. strid. In den oben angegebenen Bedeutungen ist Streit vor allem seit dem 19. Jh. gebräuchlich, nachdem älterer Gebrauch im Sinne von ‘Auseinandersetzung mit Waffen, Waffengang’ gegen Ende des 18. Jhs. von Kampf übernommen wird. Den alten Sinn bewahren Streitaxt f. ‘als Hieb- oder Wurfwaffe verwendete Axt’, spätmhd. (omd.) strīthax (um 1400); redensartlich die Streitaxt begraben ‘Frieden schließen’ (19. Jh.); Streitwagen m. ‘mit Kriegern besetzter Kampfwagen’ (15. Jh.) und Streitmacht f. ‘Kampfkraft eines bewaffneten Verbandes, kampfbereite Truppe’ (18. Jh.). Streitfall m. ‘Konflikt’ (rechtssprachlich, 19. Jh.). Streitschrift f. ‘polemische Abhandlung über religiöse, politische, wissenschaftliche Fragen’ (17. Jh.). Streithammel m. ‘zänkischer Mensch’ (um 1800). streitbar Adj. ‘kriegerisch, zu Polemik und Auseinandersetzung neigend’, mhd. strītbære ‘streithaft, zum Kampf dienlich oder gerüstet’. streitig Adj. ‘uneins, umstritten’, ahd. strītīg (um 1000), mhd. strītec, strītic ‘streithaft, kampflustig, streitsüchtig, rechthaberisch, ungestüm, ungehorsam, eifrig, strebend’; jmdm. etw. streitig machen ‘anfechten’ (16. Jh.). strittig Adj. ‘umstritten, uneins, streitsüchtig’ (15. Jh.). Streitigkeit f. ‘Konflikt, Uneinigkeit, Zank’ (16. Jh.).
3611 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strittig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Strittig , S. Adelung Streitig .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    strittig

    Goethe-Wörterbuch

    strittig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    strittig

    Nachträge (Mecklenb.) · +1 Parallelbeleg

    Wossidia strittig wie im Hd. Müll. Reut. 130 b ; häufiger stridig (s. d.).

  4. Spezial
    strittigadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    strittig , adj спорный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strittig

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von strittig

stritten + -ig

strittig leitet sich vom Lemma stritten ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von strittig 2 Komponenten

strit+tig

strittig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

strittig‑ als Erstglied (1 von 1)

strittigkeit

DWB

strittig·keit

strittigkeit , f. , konflikt, besonders rechtlicher oder politischer art; adj.-abstr. zu strittig und wie dieses zunächst vorwiegend obd. un…

strittig als Zweitglied (2 von 2)

rechtstrittig

DRW

recht·strittig

rechtstrittig, adj. einem Rechtsstreit (I) unterworfen von litigios vnnd rechtstrittiger gütter verenderung 1541 SchwäbWB. VI Nachtr. 2771 F…

reichsstrittig

DRW

reich·s·strittig

reichsstrittig, adj. in Bezug auf das Reich (II) strittig jaͤgermeister-ambt. solle in allen reichs-strittigen faͤllen durch den cammer-proc…

Ableitungen von strittig (2 von 2)

gestrittig

DWB

gestrittig , s. gestrüttich sp. 4260.

unstrittig

DWB

unstrittig , adj. adv. , gth. v. strittig, in der bed. v. unstreitig b. Fischer schwäb. wb. 6, 223 : der unstrittigen schreibung Harsdörffer…