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Streitigkeit

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Streitigkeit

Streitigkeit

streiten Vb. ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’. Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden, afries. strīda ‘streiten’, aengl. strīdan ‘schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ (germ. *streidan) hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. starren). Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476). – abstreiten Vb. ‘im (Rechts)streit, im Kampf abgewinnen, streitig machen, hartnäckig absprechen, aberkennen’, seit dem 18. Jh. vor allem ‘in Abrede stellen, leugnen’, mhd. abestrīten ‘im (Rechts)streit, Kampf abgewinnen’. bestreiten Vb. ‘(eine Meinung, eine Behauptung) anfechten, angreifen’, mhd. bestrīten ‘bekämpfen’; seit dem 17. Jh. ‘die Kosten, den Aufwand tragen’, entwickelt aus ‘einer Sache gewachsen sein, sie bewältigen’. umstritten Part.adj. ‘dem Streit der Ansprüche, der Meinungen unterliegend, umkämpft, zweifelhaft’ (19. Jh.). Streit m. ‘Meinungs-, Rechtsauseinandersetzung, Hader, Zerwürfnis innerhalb einer Gemeinschaft’, ahd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (über Meinungen oder rechtliche Dinge), Konflikt, Hader, tätlicher Kampf, Wettkampf, Empörung, Aufruhr’ (8. Jh.), mhd. mnd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (vor Gericht) oder mit Waffen, innerer Kampf, Widerstand, Streitmacht, Heeresabteilung, Schlachtordnung, Rache, Streben’, asächs. strīd ‘Streit, Eifer’, mnl. strijt, nl. strijd, anord. strīð, schwed. strid. In den oben angegebenen Bedeutungen ist Streit vor allem seit dem 19. Jh. gebräuchlich, nachdem älterer Gebrauch im Sinne von ‘Auseinandersetzung mit Waffen, Waffengang’ gegen Ende des 18. Jhs. von Kampf übernommen wird. Den alten Sinn bewahren Streitaxt f. ‘als Hieb- oder Wurfwaffe verwendete Axt’, spätmhd. (omd.) strīthax (um 1400); redensartlich die Streitaxt begraben ‘Frieden schließen’ (19. Jh.); Streitwagen m. ‘mit Kriegern besetzter Kampfwagen’ (15. Jh.) und Streitmacht f. ‘Kampfkraft eines bewaffneten Verbandes, kampfbereite Truppe’ (18. Jh.). Streitfall m. ‘Konflikt’ (rechtssprachlich, 19. Jh.). Streitschrift f. ‘polemische Abhandlung über religiöse, politische, wissenschaftliche Fragen’ (17. Jh.). Streithammel m. ‘zänkischer Mensch’ (um 1800). streitbar Adj. ‘kriegerisch, zu Polemik und Auseinandersetzung neigend’, mhd. strītbære ‘streithaft, zum Kampf dienlich oder gerüstet’. streitig Adj. ‘uneins, umstritten’, ahd. strītīg (um 1000), mhd. strītec, strītic ‘streithaft, kampflustig, streitsüchtig, rechthaberisch, ungestüm, ungehorsam, eifrig, strebend’; jmdm. etw. streitig machen ‘anfechten’ (16. Jh.). strittig Adj. ‘umstritten, uneins, streitsüchtig’ (15. Jh.). Streitigkeit f. ‘Konflikt, Uneinigkeit, Zank’ (16. Jh.).
3611 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streitigkeit

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Streitigkeit , plur. die -en. 1. Die Eigenschaft einer Sache, da sie streitig ist, da darüber gestritten wird; als d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Streitigkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Streitigkeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Streitigkeitf.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Streitigkeit f. : ' streithafte Auseinandersetzung, Zwist ', Streidichkäät [ KL-Reichb ]; Syn. s. Zores .

  4. Sprichwörter
    Streitigkeit

    Wander (Sprichwörter)

    Streitigkeit Up Stridigkêten loat ick mi ne in, söä Hanne Dahm, un stêt'n Schnîder vör de Bost, dat 'r up'n Oars fêl. – …

  5. Spezial
    Streitigkeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Strei|tig|keit f. (-,-en) 1 (Streit) stritaria (-ies) f. 2 (Uneinigkeit) contrast (-sć) m. 3 chestiun (-s) f. 4 (Konflik…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streitigkeit

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Ableitung von streitigkeit 2 Analysen

streitig + -keit

streitigkeit leitet sich vom Lemma streitig ab mit Suffix -keit.

Alternativen: streit+-ig+-keit

streitigkeit als Zweitglied (10 von 10)

Marktstreitigkeit

Adelung

markt·streitigkeit

Die Marktstreitigkeit , plur. die -en, eine Streitigkeit, welche auf öffentlichem Jahr- oder Wochenmarkte unter den Marktleuten entstehet.

Sessionsstreitigkeit

DRW

session·s·streitigkeit

Sessionsstreitigkeit, f. wie Sessionsstreit daß ... in dieser sessions streitigkeit dann die staͤnde wider den kayser und wider sich selbste…

Stuhlstreitigkeit

DRW

stuhl·streitigkeit

Stuhlstreitigkeit, Stuhlstrittigkeit, f. wie Stuhlstreit e.e.w. rhat dieser statt haben anheuto auß anlaas einer zwüschen J.E. ... sodann H.…