STRÂƷE stswf. strasse, weg. ahd. strâʒa
aus lat. strata
sc. lat. via
Gr. 3,395. Graff 6,759. Wackernagel umdeutschung 41. in beziehung auf das schwanken der declination bemerkt Sommer zu Flore 2961: starke und schwache formen wechseln, wie bei Konrad Fleck, in der Eneit, bei Walther, Konrad von Würzburg (s. anm. zu Silv. 2708), in der guten frau. nur stark brauchen strâʒe Hartmann von Aue, Gottfried von Strassburg, Heinrich von dem Türlein, Heinrich von Freiberg, Ulrich von Türheim, Reinbot. Wolfram hat im Titurel und Wilhelm die starke, im Parzival die schwache flexion. — platea, strata
sumerl. 44,51. — diu strâʒe ist vil wît
spec. eccles. 140. strâʒe und ein pfärt begunde tragen Gâwânn gein der porte
Parz. 403,13. Gâwâns strâʒe ûf einen walt gienc
das. 397,27. ûʒ der stat vür die sîn strâʒe rehte gienc
bei welcher sein weg vorbei führte Iw. 226. ein strâʒe stracte sich ûf Ôsterlant
Pass. K. 232,36. wirt, durch mich ein strâʒe gât (
der schlund)
MS. 2,105. b. beidenthalp der strâʒen
En. 338,15. er îlte zuo der strâʒe wege
troj. s. 191. b. er volgete einer strâʒe
Iw. 145. der rehten strâʒe reit si nâch
das. 219. eine strâʒe er dô gevienc, diu gein den Berteneisen gienc: diu was gestrîchet unde breit
Parz. 142, 3. daʒ er die rehten strâʒen lie und einen holzstîc gevie
Ls. 1,279. si reit ein strâʒen wît unde sleht
Parz. 601,9. vgl. 339,16. 459,15. trâten hin ze tal vil manige wîte strâʒe (: mâʒe)
Pass. K. 122,71. wan daʒ er die strâʒe iemer mêre vür sich maʒ
darauf vorwärts strich krone 174. b. sîne strâʒe, strâʒen varn
En. 70,11. Iw. 40. Walth. 29,20. Teichn. 262. gân
das. 99. Albr. 24,51. Flore 3992. loufen
H. zeitschr. 8,309. 310. rîten
krone 280. b. hin kêren
das. 45. b. swer die strâʒe nu verbirt, der sie iedoch bûwen muoʒ
das. 107. b. der wîsete si die strâʒe in daʒ Ôsterlant
Nib. 1269,2. wir rûmden eine strâʒe (
für das hölzerne pferd) funfzich klâfteren wît
En. 46,15. einem die str. rûmen
Diemer 314,3. Trist. 4915. Parz. 768,4. offenen
das. 225,30. versetzen
U. Trist. 2734. Barl. 369, 3. verlegen
Alph. 341. wern
Mai 163, 4. er hie (
hieb) eine strâʒen durch die wîte schar
Alph. 436. 451. 453. vgl. gaʒʒe. — ein stîc uns ab der strâʒe truoc
Ls. 3,83. quâmen dar in schiffen und an der strâʒen
En. 344, 17. an der strâʒe den bal werfen
Walth. 39,4. ze hove und an der strâʒen
das. 105,38. an der strâʒe
das. 46,36. gewalt vert ûf der strâʒe
Walth. 8,25. stêt eʒ als übel ûf der strâʒe
Walth. 62,4. dô si ûf der strâʒe
unterwegs wâren 1696,4. sus bin ich ûf der strâʒen
Parz. 367,1. wan daʒ ich mich ûf der strâʒen mîns koufes begange
Flore 3546. von sînen zeichen wil ich niht mê sagen, wan iʒ sîn di wende vol gemâlt und di blinden singens ûf der strâʒen
myst. 16,4. vgl. Wackernagel lit. 141,4. ûf der strâʒe, strâʒen
Iw. 224. Nib. 1114,4. 1219,3. 1242,3. daʒ swert wac alsô rehte nider und lag ûf sîner strâʒe in sô gevüeger mâʒe, daʒ eʒ noch ûf noch nider wac
Trist. 6587. daʒ minne zwei herze von ir strâʒe hete brâht
das. 11883. wol balde von der strâʒen
fort! das. 16015. sie kêrden von der strâʒen
En. 184,36. dar kêrte ich mêr dan eine mîle von der strâʒe
Walth. 104,25. er nam in sunder ûf daʒ velt von strâʒe
W. Tit. 92,3. über ronen âne strâʒen Parzivâl fürʒ venster reit
Parz. 430,26. si bereite sich ûf die strâʒe
Iw. 217. brâhte in ûf eine schœne strâʒe, diu was ze guoter mâʒe breit unt geriten hin und her
Trist. 2575. ûf die str. varn, rîten, kêren
W. Wh. 198,11. Flore 3495. 2961. Silv. 2707. ich hân mîn schouwen ûf strâʒe gar verlorn
W. Tit. 117,3. —
plural. die phade und die strâʒen
En. 238,11. stîge unde strâʒe
Nib. 1534,3. die gaʒʒen und die strâʒen wît mit rôsen wurden alle beströuwet
troj. s. 143. b. zer helle drî strâʒe gânt, die zallen zîten offen stânt
Vrid. 66,5. vgl. 161,21. drî strâʒe truogen drin (
in die stadt) koufes von dem lande genuoc
g. Gerh. 1284. sîn lop hât durch die werlt gebant vil strâʒen unde stîge
amgb. 15. b. si hieten die strâʒe beseʒen
Judith 143, 12. daʒ die wærn ir strâʒen
ihre strasse gegangen, fortgezogen sein W. Wh. 238,4. si giengen an die strâʒe dâ die armen sâʒen
Genes. D. 112,36. krumbe wege die gênt bî allen strâʒen
Walth. 113,25. die in den strâʒen stuonden unde sâʒen
Iw. 224. ûf stîgen unde ûf strâʒen
troj. s. 196. b. die hêren und die frouwen die si wolden schouwen, si quâmen zu den strâʒen
En. 149,29. —
mit genitiv. oberthalp des dorfes strâʒe steig er über den anger
Nith. 32,5. roubten und morten di unsern ûf des keisers strâʒe
Zitt. jahrb. 32,11. nu ist uns gebant des tôdes strâʒe alze wît
Barl. 105,13. eʒ gênt des tôdes strâʒe die pfaffen sam die leien hin
Helbl. 2,800. daʒ ist ûʒ menschen sinne strâʒen, daʒ sül wir dem gelouben lâʒen
Teichn. 63. sô bûwes du ûf êren strâʒe
Walth. s. 149. si trit ûf êren strâʒen her
Frl. 354,16. die nie ûf êren strâʒen doch kam
das. 384,9. fröuden strâʒe
MS. 1,22. b. ich bûw der minne strâʒe
leseb. 583, 36. — diu strâʒe an dem himel
die milchstrasse Megb. 78,20. — unerbûwen strâʒe
Er. 5313. die rehten strâʒe si vermiten: die baʒ gebûwen si riten
das. 7816. vgl. H. zeitschr. 3, 270. s. auch ich bûwe
bd. 1,288. a. an ungebanten strâʒen soltu tunkel fürte lâʒen
Parz. 127,15. ein mittelmæʒege strâʒe
mittelstrasse krone 90. a. alle stîg niur varn lâʒ, die dâ vüerent ûf und abe, und besunderlîch dich habe nâch der mittern strâʒen guot
Teichn. 62. der wart geneiget ûf die valscheit daʒ sînes herzen girekeit ûʒ rechter strâʒe wagete
Pass. K. 15,81. daʒ er gotes heiligeʒ gebot predigete ûf rechter strâʒe
in rechter weise das. 39, 21. dar an hâstu wol getreten ein lobelîche strâʒe
das. 71,59. — die sîdînen strâʒe
streifen die kôs man kûmelîche dâ: si wâren wâ unde wâ sô mit dem golde ertrenket und in daʒ golt versenket
die kleider waren so reichlich mit gold besetzt, dass man die seidenfäden des gewebes kaum sah Trist. 11112. sô hie ein strâʒe, sô dort ein strâʒe mit iuwern wæhen wæten
Bert. 414,24.