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straubig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

straubig adj.

Bd. 19, Sp. 958
straubig, adj. , sträubig 'gesträubt, sich sträubend', von straub 'rauh' und sträuben, vb.seit dem 18. jh., heute in der schriftsprache selten; im westl. nd., hess. u. alem., s. u. 11) emporstarrend, rauh, struppig, sträuben A entsprechend. 1@aa) von haaren und federn 'wirr, kraus, hochstehend', von struppig durch das fehlen des abschätzigen nebensinns unterschieden: kein heisses eisen brenne mein straubig haupthaar kraus Dusch verm. w. (1754) 159; ein junger mann ... dem bart und straubige haare etwas wildes geben Göthe IV 23, 383 W.; Karl XII. wird ... vorzüglich aber an seinen straupigen haaren ... erkannt Göthe I 51, 151 W.; manchmal denkt man, er (Straube) habe sein gesicht sammt der straubigen perücke blos zum spasz vorgenommen (1817) Wilhelm Grimm freundesbr. 55 Reifferscheid; de har is so strüfig Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 344; mehr im sinne von 'borstig': die haare blieben sträubig, weil weiche und seidene haare zu bilden, es an feinem, emporgetriebenen saft fehlte Herder 13, 209 S.; von der mähne des pferdes: den straubigen hals seines unruhigen kleppers streichelnd Eichendorff s. w. (1864) 3, 189; vom wogenerregten meer, das mit einem pferde verglichen wird: noch immer trunken von des gewoges regsamem geschaukel, das vom phrygischen blachgefild uns her auf straubig-hohem rücken, durch Poseidons gunst und Euros kraft, in vaterländische buchten trug Göthe I 15, 1, 177 W.; straubig machen so viel wie sträuben (vgl. sp. 945): (der birkhahn) ... machet seine federn straubig, wie ein calecutischer hahn Göchhausen notabilia venatoris (1741) 77; das strupphuhn ... mit sträubigen federn Oken naturg. 1, 7 (1837) 607; von einer hühnerart mit abstehenden federn: die straubige henne mit verkehrten federn a. d. j. 1750 bei Suolahti die deutschen vogelnamen (1909) 242; dein loos fiel schwarz. schon schwärmen auf dich los raben der richtstatt. siehst sie witternd recken die sträubigen kehlen Karl Wolfskehl bll. f. d. kunst (1908) 49. 1@bb) 'unansehnlich, struppig', eigentlich 'mit ungepflegtem fell', verallgemeinerung aus a, älternhd.; von tieren: sträubig, was von hunger elendig auszsihet und die haar verstelt, wie ein verhungerter hund oder katz Hulsius dict. (1616) 311b; straubig mager, dürre Frisch nouv. dict. (1741) 344; besonders vom pferde: strigosus ein straubiges, mager, dürres oder auch ein stetig pferd Corvinus fons lat. (1646) 309; waren die hunde mager, dürr vnd streubig ... waren sie denn (= aber) fett vnnd wol bey leib theatr. diabol. (1569) 302b; wenn ein pferd mager, straubig, dünn vnd auszgemergelt ist J. Walther pferde- u. viehzucht (1658) 25; auch von einem menschen: warum er so straubig aussähe von Loen d. redl. mann a. hofe (1740) 95; a näher: dass die thiere in Ungarn viel hAertere haare zu haben schienen als gewOehnlich; die schafe waren strAeubig, die schweine zottig; und die ochsen hatten mehr borsten als haare teutscher merkur (1785) 2, 20. — mundartlich im sinne von 'struppig': straubig Crecelius oberhess. 816; strūbig Martin-Lienhart elsäss. 2, 624; Fischer schwäb. 5, 1833; strauwic Lenz Handschuhsh. 69; schweiz. id. 11, 1944. 1@cc) in vereinzelten, mehr oder weniger technischen anwendungen 'hart, starr': und lässet sich straubiges laub gefallen (als lager) und stechendes riethgras Bock Virgils lehrged. v. landbau (1790) 104; 'emporstarrend': die fichten dick und straubig österreich. qu. a. d. j. 1908; mit anlehnung an strauben, pl., 'stahlspäne' (sp. 941), im sinne von 'zersplittert, zerfasert': wird ein pfahl straubig, d. h. werden durch die darauf fallenden schläge an seinem kopfe die holzfasern zerstört und daselbst gleichsam umgebogen: so musz man mit der handaxt durch bestossen des kopfes die strauben entfernen bei Veith bergwb. 472; 'rauh': (die mit silber zu glattierenden stellen machen sie mit dem rauhhammer) sträubig, punctirt Ritter erdkunde (1822) 3, 122; a am nächsten: wolle ... die aber sehr grob und straubig ist allg. haush. lex. 3 (1751) 764. 1@dd) weit abgezogen im sinne von 'eng', nur vereinzelt bezeugt: straubig, eng machen angustiare, far stretto Hulsius dict. (1618) 242a; auch mundartlich: ischt älles schau' strūbig vohl leut 'gedrängt voll' Fischer schwäb. 5, 1833. 22) widerspenstig, ungefüge, zu sich sträuben 'sich wehren' (sp. 950); vom menschlichen charakter: sich ... streubig, widerspenstig und halsstarrig erzeigen Konrad Dieterich bei Fischer schwäb. 6, 3228; widerspenstig, streübig, streitig rebellis L. Albertus deutsche gramm. 61 M.-Fr.; sträubig, das sich sträubet renitente Hulsius dict. (1616) 311b. — so im 19. jh., anscheinend ohne continuität zum älternhd.: und deine hand thu her, leg sie in meine seit' und sei nicht sträubig mehr! Rückert ges. poet. w. (1867) 11, 191; ihr sehnsuchten ... brennt die sträubige, brennt, bis sie musz sagen: ich brenn' E. M. Arndt s. w. 6, 102 R.-M.; dasz wir allenfalls dräuen und die weigernden und sträubigen nöthigenfalls mit gewalt in die neue bahn hineintreiben könnten E. M. Arndt schr. (1845) 3, 322; vgl. Sprenger z. sprache E. M. Arndts in: zs. f. d. wortf. 6, 226; im nd. struwig 'von einem, der widerstand leistet oder leisten kann', s. Gombert bem. u. ergänzg. (1878) 3, 5; in der bed. 'stolz, sich brüstend' ist die verbindung mit 1 (s. o.) zu erkennen: he löpt so strüfig as'n hantje 'stolz wie ein hahn' Doornkaat-Koolman 3, 344. — in anderen anwendungen, 'spröde': sein gefühl, das so sträubig war, sich in der gestalt von worten zu offenbaren M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 2, 11; allenthalben wollte sie wurzeln schlagen und neue absenker pflanzen. es gelang ihr hie und da, ohngeachtet des sträubigen erdbodens Herder 17, 335 S.; 'ungefüge': sträubige lateinische namen deutsch zu geben J. R. Köne pflanzennam. (1840) 18.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Straubig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Straubig , -er, -ste, adj. et adv. von langen emporstehenden Theilen rauh oder rauch. So konnte man einen Distelkopf str…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    straubig

    Goethe-Wörterbuch

    straubig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    straubig

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    straubig Band 11, Spalte 2439 straubig 11,2439

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit straubig

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Ableitung von straubig

straub + -ig

straubig leitet sich vom Lemma straub ab mit Suffix -ig.

straubig‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „straubig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/straubig/dwb?formid=S51181
MLA
Cotta, Marcel. „straubig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/straubig/dwb?formid=S51181. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „straubig". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/straubig/dwb?formid=S51181.
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