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strapaze

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strapaze f.

Bd. 19, Sp. 875
strapaze, f. , übermäszige anstrengung, beschwerlichkeit. aus dem gleichbedeutenden ital. strapazzo, m.; dieses zu strapazzare, woraus strapazieren, s. d. strapaze ist später bezeugt als strapazieren; zuerst i. j. 1676 (s. u.); mit dem genus des ital. wortes: der strapatz Stieler (1691) 2185. das sonst allein gebräuchliche fem. beruht vielleicht auf anlehnung an die synonymen anstrengung, mühe, beschwerlichkeit. heute ist das wort allgemein gültig, jedoch vgl.: 'nur im gemeinen leben üblich ... für strappaze sagt man in der anständigern sprechart lieber beschwerde, beschwerlichkeit u. s. f.' Adelung 4 (1780) 803, ebenso 4 (1801) 423. auch in den maa. weit verbreitet, häufig mit apokope als strapatz; auch strawats Bauer-Collitz waldeck. 100. neben strapatze sind andere formen und schreibungen bezeugt: älter strappaze, strapazze, s. u., jünger strapasze, s. Campe wb. d. fremden ausdr. (1813) 569. — schwed. strapats, n. strabads aus dem deutschen, s. Hellquist svensk et. ordb. 21085. 11) zunächst von körperlichen anstrengungen, dann auch von anderen mühseligkeiten. der gebrauch des plur. überwiegt stark: dasz die soldaten nicht von ihren strapazzen abkämen, sondern derselben fein gewohnt blieben v. Fleming teutscher soldat (1726) 423; strappazen im krieg Apinus gloss. (1728) 515; noch nicht gehärtet gegen die strapazen des krieges H. Steffens was ich erlebte 7 (1843) 182; neben den physischen ursachen, den strapazen und der unregelmäszigen lebensweise während des feldzuges schildert er sehr fein die psychologischen Fr. Meinecke v. Boyen 1 (1896) 58; die der stärksten natur öfters unverwindlichen strapazen des ersten feldzugs hatten Viktors gesundheit zerrüttet E. T. A. Hoffmann s. w. 13, 148; um sie (die truppen) an die strapazen zu gewöhnen Mommsen m. gesch. 43 (1866) 28; hier ruht er von strapazen aus und denkt einmal in ruh zu leben Göthe I 4, 224 W.; der rittmeister war nach dem manöver zu hause eingetroffen, um sich bei vier wochen hasenjagd von den strapazen zu erholen Clara Viebig das schlafende heer (1904) 1, 107; ein sopha existirt nicht, bett sehr hart, aber nach diesen strapazen schläft man ungewiegt quelle v. j. 1857; weil seine truppen durch strabazen und krankheiten sehr abgemattet waren Lessing 10, 9 L.-M.; wir waren von strapazzen so marode, das wir (uns) lieber der länge nach hinlegten Ulr. Bräker s. schr. (1789) 1, 129; von alter, arbeit, krankheit und strapazen gebeugter ... mann G. Hauptmann die weber (1892) 95; ich war bereits von den vielen strapatzen der empfindung halb verschmachtet, meinem gemüthe hing die zunge aus dem maule wie einem durstigen windhund Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 345; ach mein, wo kommts doch immer her, dasz manchen boten wächst das schmeer, da sie doch viel strapazzen haben? (17. jh.) bei Seb. Brant narrenschiff 77 Zarncke; freylich man sieht älter aus, man hat allerley strapazen im menschlichen leben Kotzebue s. dram. w. (1827) 4, 237. in fester anwendung strapazen ausstehen, ertragen usw.: da ich nun diese letzte strapazzen auch ausgestanden ... kam den letzten tag der medicus ... zu mir Frz. Ferd. v. Troilo oriental. reisebeschr. (1676) 664; viele strapatzen ausstehen soffrir molti strapazzi Rädlein teutsch-ital.-frantz. (1711) 849; weil sie (die soldaten) die beschwerlichkeit, die gefahr, und die strappazzen auszustehen hatten, müssen sie auch mit allen recht an der beute mit anteil haben v. Fleming teutscher soldat (1726) 205; kann er ja die strapazen nicht ausstehen, so wird er ins lazaret gebracht Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 142; ich hab strabatzen ausgestanden Bettine Goethes briefw. (1885) 1, 225; er trug alle strapazen eines gemeinen soldaten Hufeland kunst d. menschl. leben zu verlängern (1797) 158; wie sehr übrigens der preuszische soldat ohne alle auszergewöhnlichen vorbereitungen zur ertragung von strapazen geeignet ist militärische schriften (1897) 2, 261; nun soll einer behaupten, dasz ich keine strapazen ertragen kann! Platen w. 2, 138 H.; in hohem alter, allerdings sehr kränklich, hoffe ich doch noch die strapazen des krieges ... überstehen zu können Pückler briefw. (1873) 4, 127; welche sonst die strapatzen mit reiten und andern jagen nicht ausdauern mögen Döbel jägerpract. (1754) 2, 54; strapazen dulden wir sehr wenig, ist uns das gehen zuwider, so fahren wir S. Brunner ges. erz. (1864) 2, 169. — weniger häufig im sing.: einen spatziergang von einer langen entsetzlichen meile vorzunehmen. es ist wahr, die strapatze ist auszerordentlich liebe in der grotte 7 in: sammlung von schauspielen (1764) 4; ich ... zog dann mit ihnen nach Maynz, wo ... ich ... mich von meiner kleinen strapatze erholte Gleim briefw. 1, 435 Körte; konte eine so erhizzende strapaze wol den geringsten nuzen haben? Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 88; es war eine harte strapaze, ich habe gelernt was ich ertragen kann Görres ges. br. (1858) 3, 242; es gilt, deinen freund für die gräszlichste strapaze seines lebens zu belohnen Hebbel br. 1, 412 Werner; jeder strapaze gewachsen Mommsen m. gesch. (1894) 5, 382; wenn ich die strapaze der seereise abrechne, so hab ich dir einen groszen genusz zu verdanken Ruge briefw. (1886) 2, 310; vom auszahlen an mich wird die bank auf die letzt vor der strapaze noch krank Raimund w. 1, 21 Glossy; auch collectivisch: wenn ein gemeiner soldat vor strapaz umfällt oder überritten wird, so schafft man ihn beiseite Cl. Brentano Godwi (1801) 1, 203; muskulös und gesund wie ein baske hatte er zu aller strapaze und freude den körper immer treu erfunden H. Laube ges. schr. (1875) 5, 84; dö mir a mein kopf soviel strapazi macht Hartmann volksschausp. in Bayern (1880) 290. 22) mundartlich zuweilen in entfernten anwendungen, z. b.: 'unglück, bankrott' Fischer schwäb. 5, 1827; e strapaz mit leut 'menschenmenge' ebda; 'person, die immer mit kleinigkeiten geschäftig tut' ebda; 'unannehmlichkeit': was ha mir strawatze mit dere frau! Martin-Lienhart els. 2, 634; strapatz 'diarrhöe' ebda; in diesem letzteren sieht Heinr. Schröder streckf. 133 eine streckform zu stratz, doch wird auch hier eine bedeutungsübertragung von strapatze vorliegen.
6174 Zeichen · 138 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strapāze

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Strapāze , plur. die -n, hoher Grad abmattender Arbeiten oder Beschwerden; daher strapazieren, auf solche Art abmatt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strapaze

    Goethe-Wörterbuch

    Strapaze [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strapaze

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Strapaze (ital.), ermüdende Anstrengung; strapazieren , anstrengen, ermüden; strapaziös , ermüdend, beschwerlich.

  4. modern
    Dialekt
    Strapaze

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Strapaze das Wort ist allg., u. zwar durchweg Pl. t., Rhfrk, Mosfrk -abatsə(n); sonst -patsə(n) [aber auch hier u. da -a…

  5. Spezial
    Strapaze

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stra|pa|ze f. (-,-n) strabac (-ac) m. , fadia (-ies) f. , scintinada (-des) f. , tichinada (-des) f. , suiada (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strapaze

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strapaze‑ als Erstglied (2 von 2)

strapazenvoll

DWB

strapazen·voll

strapazenvoll , adj. , von strapazen begleitet: Moses ... brachte sein ... strapazenvolles leben auf 120 jahre Hufeland kunst d. menschl. le…

Strapazeteⁿ

Idiotikon

Strapazeteⁿ Band 11, Spalte 2313 Strapazeteⁿ 11,2313