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steipen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

steipen

Bd. 8, Sp. 615
steipen das Zeitw. ist allg., auch im Geb. von Steipel [Wend-Dörrenb -ęiw-] schw.; doch st. in Eup, Selfk, NErk, MGladb, Kemp, Kref –īp, du –ips, –ipt, Prät. -īəp, –ē-, Part. jəštīəpə, –ē-: 1. trans. a. etwas st. α. stützen, z. B. einen Baum, ein Haus, den Kopf. RA.: Nu welle mer ens st. Halt machen, einkehren u. einen trinken, ausruhen, eine kleine Pause in der Arbeit machen (ursprüngl. am Wirtshaus, wobei die Fuhrleute beim Halten die Stütze unter den Karrenbaum setzten) Rip, Mosfrk. A.: Wohin gehste? B. scherzh.: de Hüser st. Eusk. Stipp de Pönn (Pinn) Hirtentäschelkraut, capsella bursa pastoris Eusk-Rheder. Die krigen et Schäch (Schacht, Schaft) (et Hus) gestipp Jungverheirateten, die die erste Nacht beisammen sind, stützt man scherzh. die Eckpfosten des Hauses Eusk-Antw, Rheinb-Berschd; dem han se de Schächte gestipp scherzh. das Mädchen hat wenig Mitgift bei der Verheiratung mitbekommen Rheinb-Harth Loch Sürst. Wenn das Aufgebot im Kasten der Bürgermeisterei hängt, gehen die Burschen hin u. st. de Kaschde Birkf. Der Faulpelz steip de Eck Ahrw-Ramersb, — stipp de Pöste, dat se nich ümfallen Gummb-Wiehl. Halt (höusch »langsam«) ens jet en wart ens j. en stipp de Bur de Kar ens jet! nur Geduld Aach, Rip, NBerg, Eup, SNfrk. Der hat sich de Rebbe gesteipt tüchtig gegessen Wend-Aulenb; sich de Gewel st. Merz-Nunk. Änem de Buckel st. ihn moralisch unterstützen Saarl-Berus. Ebbes met me alt Ise st. etwas mit schlechten Gründen rechtfertigen Saarbr-GrRosseln. Wenn Leitmessdag (Lichtmess) de Sonn op et Mösbett (Mistbeet) schinnt, dann mott der Schepper (Schäfer) noch sess Weəke (Wochen) de Hutele (Urteln, Futterreste) st. MGladb, Erk. — β. etwas stemmen, strecken; de Nachen st. mit einer Steipe stromaufwärts stossen Mos; jet fas st. Rip, Allg.; den Mädchen ene Mai st. einen Maienzweig stecken Sieg-OCassel. RA.: Wo kriə met et op (zweimal), dat sall net lang miəh duəre, da st. mer de Fott (Gesäss) (zweimal) on scheisse langs de Mure! Monsch-Witzerath. Enem e Stechelche st. etwas in die Quere legen Schleid-Hellenth. — De Zong erusst. die Zunge weit herausstrecken; Fahnen wuərten erusgestipp; den Arsch erusst. beim Gehen; de Ben userenst. spreizen; de Kopp zesammest. heimlich tuscheln Rip, Eup, SNfrk, Berg; neərgestepe niedrig gestochen Eup. RA.: Du Hölleput (Höllenkind), du stippst dem Düvel de Zong erus! zum Kinde, das die Zunge herausstreckt Grevbr-Hemmerden. He kann net got verbeigohn, wo ose Herregott ene Ärm erusstippt am Wirtshaus (wo früher ein hölzerner Arm mit einem Wachholderstrauss herausstach) Schleid. A.: Wo ist er? B.: scherzh.: Hen os em Hemb on stipp den Kopp erus! Rip. — De Hand op de Erd st.; de Hänn en de Sack (Seite) st.; jet onger (unter) jet st. Rip, Allg. RA.: Sich en Hölzchen e jen Mongk (Mund) st. mösse hungern müssen Aach, Rip. De stippt bald met de Nas in en Dreck geht gebückt Mörs-Ostrum. Anger Löck (Leute) en et Louch (Loch) st. andere büssen lassen Schleid. Ech hauen dech, datste de Ben en de Hüht (Loch) stipps! Rip, Allg.; de B. en de H. st. sterben Eusk; de Nas en de Höhch st. dass. Kemp-Vorst. E gene Wainter sät der Wouf (Wolf) och: wenn et Sommer es, dann bo (baue) ich mech en Hus, H., H.; es et dann S., let e sich op ene Röck en stippt de Pute (Pfoten) e gen Lot (Luft), dann hat e alt veer Stipe genau so machen es faule Leute, die in der Not die besten Vorsätze machen Eup. Helzcher enner de Auen st. wenn diese vor Müdigkeit zufallen Bitb, Allg. — γ. iemes en st. ihm eine Ohrfeige geben Geld-Stenden; eng gestiəpe krige Prügel bekommen Kemp. — δ. gestippte voll gedrängt voll Saarbr, Ottw, Goar-Karb; -ei- Aden-Kelbg. — b. einen, sich st. α. einen st. αα. unterstützen; mer moss seng Eldere st. Rip. — ββ. einen st., untertauchen (absol. tauchen) Siegld-Kromb. — γγ. einen davonjagen, stäupen Saarbr-Völkl. — β. sich st. αα. sich auf etwas (einen) stützen, auf einen Stab, auf den Arm des andern; sich gegen etwas st., dass es nicht umfällt, dass es aufspringt Allg.; sich ebbes st. ausruhen Mosfrk; im Bette sich die Decke von den Beinen wegdrücken Selfk; dat Kand steipt sich richtet sich in der Wiege in die Höhe, auch niedergetretenes Gras st. sich Trier-Mehring. — ββ. sich sträuben, widersetzen; wie et an et Bezahle geng, stipp he sech, auch sech gent jet (enen) st. MüEif, Schleid, Aden, Mosfrk. — γγ. sich gehörig anstrengen Monsch-Rott. — δδ. sich stauen, vom Wasser in einem verstopften Kanal Koch-Lutzerath. — εε. prahlen (auch ohne sich); du kanns necks äs (dech) st.; net jet (sech) st. Jül, Erk, Kemp, Kref. — ζζ. sich hinter einen st., hinter einem bergen, seine Hilfe beanspruchen Sieg. — 2. intrans. a. mit »haben«, sich erstrecken; de Röck st. en der Brede (Breite); de Zäng (Zähne) st. erus; der (decke) Arsch stipp em hengen herus Rip, MGladb; jet fölle, dat et stippt MGladb; sich (sieh) es, wat dat Fraumensch (widder) stipp! sich wichtig macht Köln-Stdt u. s. 1 b εε. — b. mit »sein«; -ęib- schwerfällig gehen, hinken Koch-Lutzerath; -i- auf den Füssen stehen Sol; -ē-, he kömmp all wiər gestiəpe langsam, mühselig heran Kref; hej let (liegt) ömmer te hippen on te st. kommt bei der Arbeit nicht weiter Klevld (o. O.); stossweise laufen, von Schweinen Schleid-Dollend; wo de Hech (Hecke) am niərschten (niedrigsten) es, stippt men drüver Sol; eropst. hinaufklettern Merz-Saarhölzb; do kom alt weər den Hoff eropgestippt langsam heran Gummb-Homburgisch; Fahnen stippten üvverall herus (mit »haben«) Rip; et Kend stippt all (schon) op de Ben lernt eben gehen Kref-Anr. — Abl.: die Steiperei, dat Gestip(s).
5602 Zeichen · 145 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    steipenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    steipen , vb. , stützen, in Luxemburg, Lothringen und im Rheinland verbreitet. im Saargebiet gilt steiben, steiwen Schön…

  2. modern
    Dialekt
    steipenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    steipen schw. : 1. a. 'stützen durch einen untergestellten Pfahl', von einem überhängenden, vollen Ast, einem schiefen G…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steipen

14 Bildungen · 13 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von steipen 2 Komponenten

ste+ipen

steipen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steipen‑ als Erstglied (13 von 13)

Steipenbeinchen

RhWB

steipen·beinchen

Steipen-beinchen -ē:nχə Schleid-Hellenth n.: scherzh. 1. kurze Beine. — 2. übertr. kleine, gedrungene Person. St.bencheskörfche Körbchen mit…

Steipenessen

RhWB

steipen·essen

Steipen-essen Trier-Stdt n.: eigentl. ein E. in der Steipe 2 aκ; dann scherzh. ein E. mit vielen Geladenen, wobei die Tische mit Gerichten b…

Steipenfüttchen

RhWB

Steipen-füttchen -ø- Eusk , Köln , Bergh , Aach-Eschw , Düss-Stdt n.: scherzh. Stoss mit dem Knie in das Gesäss eines andern; ein Knabensp.,…

Steipengaden

DRW

steipen·gaden

Steipengaden, m. in Trier: Versammlungsstätte und Gericht für geringfügige Streitsachen, im Erdgeschoss der Steipe Sachhinweis: Marx,Trier I…

Steipengesellschaft

DRW

steipen·gesellschaft

Steipengesellschaft, f. in Trier: in der Steipe zusammenkommende Vereinigung von städt. Honoratioren, ua. zur Besprechung städt. Angelegenhe…

steipenieren

RhWB

steipe·nieren

steipenieren -ipənī:rə  Sieg-ODollend schw.: absol. sich sträuben, etwas bestreiten.

Steipenordnung

DRW

steipen·ordnung

Steipenordnung, f. Regelwerk der Steipengesellschaft steipen- oder mattschaftsordnung wird zum theil regulirt nach ordnung dero amtshäuser 1…

steipenvoll

RhWB

steipen·voll

steipen-voll  Altk-Leingen , L-Rip Adj.: gedrängt voll, bes. vom Obstbaume.

steipen als Zweitglied (1 von 1)

vörsteipen

KöblerMnd

vörsteipen , sw. V. nhd. pfuscherhaft weben?, Streifen (M.) fehlerhaft dem Tuche einweben? E.: s. vör, steipen L.: Lü 525a (vorsteypen)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „steipen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/steipen/rhwb?formid=S24137
MLA
Cotta, Marcel. „steipen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/steipen/rhwb?formid=S24137. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „steipen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/steipen/rhwb?formid=S24137.
BibTeX
@misc{lautwandel_steipen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„steipen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/steipen/rhwb?formid=S24137},
  urldate      = {2026-05-12},
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