starrheit,
f. zustand des starrseins: starrheit,
pertinacia, pervicacia. Stieler 2122; starrheit,
rigidezza, rigore, intirizzamento, durezza. met. ostinatezza, ostinatione, caparbietà. Kramer
dict. 2 (1702), 911
b. 11)
im eigentlichen sinne, entsprechend starr 1
sp. 911
f. 1@aa) starrheit der glieder. Campe.
als zustand des gesteins: die eidechsen haben mir erzählt, es gehe eine sage unter den steinen, dasz gott einst stein werden wolle, um sie aus ihrer starrheit zu erlösen. Heine 5, 379
Elster (
stadt Lucca 1); alles gestein ... legte die härt' allmählich nun ab, und die trotzende starrheit. Voss
Ovid 1, 34.
mit bezug auf ein allmählich in die höhe wachsendes steindenkmal: jeder werfe dann die narrheit, die ihn selbst und andre quälet, zu des runden haufens starrheit. Göthe 47, 227. 1@bb)
als zustand der erde: der grad der starrheit (dichtigkeit), welchen die erde erlangt hat. A. v. Humboldt
kosmos 1, 178. 1@cc) starrheit des auges, des blickes ( Campe): sein blick nahm jetzt eine eigenthümliche starrheit
an. Hesekiel
Nürnberger tand 1, 196; ihn (
Halevy) erkannt' ich an der bleichen und gedankenstolzen stirne, an der augen süszer starrheit — sahn mich an so schmerzlich forschend. Heine 1, 438
Elster (
hebr. melodien). 1@dd) starrheit der züge: entsetzlich war die starrheit und die blässe dieser strengen edlen züge. 2, 395 (
Atta Troll 19). 22)
übertragen. 2@aa)
als lähmender zustand des gemüts, der seele: nur der gedanke, dasz ich mich jetzt unauflöslich mit Leodegar vereinigt habe und keine schranke mehr meinem glücke im wege stehe, löste die starrheit der seele, dasz mein blut wieder etwas leben gewann. Keller 7, 316 (
sinngedicht 13); als die beiden verschwunden waren, kam Jörn Uhl aus seiner starrheit. Frenssen
Jörn Uhl 372. 2@bb)
wie unten starrsinnigkeit
halsstarrigkeit, eigensinn, widerwilligkeit, störrigkeit, vgl. auch starr 2
ff. sp. 913
f.: und als Erdmute bestritt, dasz der vater den ehrenschmuck verkauft, stampfte Gottfried auf den boden ob dieser starrheit. Auerbacher 2, 219.
sinn, welcher bei den augenblicklichen verhältnissen beharren will, sich auch gegen fortschrittliche änderungen sträubt, vgl. starren I, 1,
g sp. 920: die konzessionen, die dort (
in England) den liberalen ideen gemacht worden, sind dieser mittelalterlichen starrheit nur mühsam abgekämpft worden. Heine 3, 497
Elster (
engl. fragm. 11); sie (
die protestantischen gymnasien) litten daher allerdings jetzt an einer, fast nur für künftige professoren oder theologen berechneten philologischen starrheit. Eichendorff 22, 21
Koch (
erlebtes 1); die von der öffentlichen meinung wenig gebilligte starrheit bischöflicher orthodoxie. Hase
kirchengeschichte 430; die starr heit dieses volkes in sitten und anschauungen. Keller
nachl. 239; so gethan ist diese zeit, dasz die weisheit büszt die starrheit ihres kopfes, wenn sie nicht gehn will in den dienst der narrheit. Rückert (1882) 11, 527 (39.
mak.); (
personificiert:) in tiefe sklaverey lag ich gebunden und mir gefiel der starrheit eigensinn; ein jedes licht der freiheit war verschwunden, die fesseln selbst sie schienen mir gewinn. Göthe 13, 265 (
Epimenides' erwachen 1, 1).