stäublein,
n. ,
wie oben stäubchen
deminut. zu staub:
das einzelne staubkorn, atom. mhd. stöubelî
n. nhd. zunächst noch kleyns stäublin,
pulvisculus Dasypodius,
eine form, die Luther
noch stark bevorzugt. in der form das stöuble, pülverle,
pulvisculus Maaler 385
c. 11)
in eigentlicher bedeutung: es ist nicht ein steublin noch tröpflin, damit gott nicht zu schaffen habe und dasselbige treibe Luther 24, 39, 16
W. a.; (
die mutter) schüttelte die äuserste stäublein aus dem saltzsacklin über die brocken
Simpl. 3, 358, 14
Kurz (
vogelnest 1, 11); wem nur ein steublin ins auge fällt, so wirts trüb Lehmann 954, 64. 1@aa) stäublein
als sandkorn im stundenglas: denn wir sterben täglich; und leret nicht das letzte steublein, welches aus der uhr laufft, solches stundenglas aus Butschky
hochd. kanz. 565.
anstatt des sandkorns streut es der sandmann dem müden in die augen, vgl. sand II, 1 (
theil 8,
sp. 1757)
und sandmann 2 (
sp. 1769): (
nach dem essen:) die augen fallen dir zu und wollen, wie man spricht, zur städteschreiberruh; es soll ein stäuplein sein, das nach dem essen kömmet. Scherffer
Grobianus (1640) 139. 1@bb) stäublein und beinlein,
die letzten reste des verwesten körpers: das er (
Christus) alle ... erhalten, und ihre beinlein und steublein bewaren will Mathesius
Sarepta (1571) 4
a;
vgl.: wie klein oder wintzig aber unser steublein, beinlein ... sein, dennoch hebt sie unser gott fleissig auff 206
b;
neben der opferbrandasche: zur stedte .., da er (
Abraham) Isaac schlachten, und seine steublein und ascherlein begraben wil Schaller
theolog. herold (1604) 387. 1@cc)
in weiterer verkleinerung auch kleines stäublein: ein kleines stäublein entzündet das ganze auge Wander 4, 785;
s. auch oben Dasypodius. 22)
im vergleich als ausdruck der äuszersten nichtigkeit (
vgl.stäubchen 2
sp. 1096): sihe, die insulen sind wie ein steublin
Jes. 40, 15; ich mus gleuben, das gott könne das meer wegsprühen als ein steublin Luther 16, 185, 12
Weim. ausg.; wenn himel und erden gar mein allein weren, was hette ich gegen gott? nicht soviel als ein tropfflin wassers oder ein steublin gegen das gantze meer 32, 467, 19,
wo zugleich das typische, feste dieser vergleichsformel deutlich wird; gleich wie ... ein steublein sein mochte gegen der sonnen 33, 579;
s. Pauli lere sei als ein steublein gegen den rhomischen keiser 635, 18; und wenn man diss mein bleiben soll recht und wol beschreiben, so ists ein nichts und bleibet ein stäublin, das zerstäubet. P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel
kirchenlied 3, 316. 33)
in der übertragung: 3@aa)
vom menschen (
entsprechend staub II, 5,
f, sp. 1089): wer aber bist du denn? du punkt des erdenballs, vergängliches insekt, und stäublein dieses alls. Lichtwer
fabeln 196. 3@bb)
von der erde (
entsprechend staub II, 6,
sp. 1090;
vgl. auch stäubchen 3
sp. 1096): seyd nicht verächtlich in euren augen, ob ihr gleich nur würmer auf einem stäublein seyd, das im unermeszlichen weltall herumschwimmet Abbt 6, 3, 220. 44)
im bilde sich bewegende verstärkte verneinung (
vgl.stäubchen 5
sp. 1096): (
die jüden) schreien: gar aus, rein abe mit dem, das nicht ein steublin seines gedechtnis überbleibt Luther 28, 334, 27
Weim. ausg., d. h. rein gar nichts, ebenso: gott ... wil, das man nicht ein steublin davon lasse überbleiben
Weim. ausg. 762, 33; eyn dürr blad, das auff der erden ligt, da alle würmlin drüber lauffen und sich nicht eyns steublins erweren kan
Weim. ausg. 19, 226, 18; ich gebe nicht ein stäublein drum Wander 4, 785; allein er sah und hörte nicht ein stäublein und nicht einen laut von der jungen dame Fides Keller 6, 53
Hadlaub. positiv gewendet: aber sie liessen lieber mantel und hosen in stich als sie von ihren ehren ein stäublein verlieren wollten Lehmann 181.
mehr erklärend, als die steigerung abschwächend ist: gegen welcher person alle menschen auff erden ... ein steublin, ja nichts sind Luther 28, 225, 22
Weim. ausg.