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Staatsbürger

nhd. bis Lex. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Staatsbürger

Staatsbürger

Staat m. ‘politische Herrschaftsform, die das Zusammenleben einer Gesellschaftsformation innerhalb festgelegter territorialer Grenzen regelt, Pracht, Aufwand’. Nur spärlich und unsicher ist belegt mhd. stat ‘Rechtszustand, Ausstattung’, häufiger dagegen in hansischen Urkunden (seit 14. Jh.) mnd. stāt ‘äußere und innere Verfassung, Lage, Umstände, Stand, Klasse, Stellung, Ansehen, Gesamtheit der Vertreter eines Standes, Aufwand’, verbreitet dann (vom 15. Jh. an) frühnhd. Stat ‘(sozialer) Stand, (gesellschaftliche) Stellung, Rang, Lebensweise, Zustand(auch des Vermögens), standesgemäßer Aufwand, Pracht, Prunk’. Der Ausdruck wird im 14. Jh. (ein zweifelhafter mhd. Beleg stammt aus dem 13. Jh.) aus lat. status ‘das Stehen, Stand, Wuchs, Zustand, Umstände, Lage, (durch die Geburt bedingte) soziale Stellung, fester Bestand, Wohlstand’, mlat. auch ‘Hofhaltung, Haushalt, Einkünfte, Rechnungslegung’ (s. Status), einer Bildung zu lat. stāre (statum) ‘stehen’ (verwandt mit stehen, s. d.), entlehnt. Der Übergang in den politischen Bereich beginnt sich bereits im Lat. anzubahnen, vgl. bei Cicero Fügungen wie status cīvitātis, status reī pūblicae, bei Tertullian Rōmānus status, status Iūdaeōrum (wo status statt sonst üblichem imperium, cīvitās, rēs pūblica steht). Doch Verwendungen dieser Art bleiben ohne nachhaltige Wirkung. Bis ins 16. Jh. entsprechen die dt. Bedeutungen des Wortes im wesentlichen dem allgemeinen lat. und mlat. Gebrauch. Erst vom 17. Jh. an erweitert sich der Bedeutungsumfang in Verbindung mit der staatlich-politischen Entwicklung in Europa (verschiedentlich beeinflußt von ital. Stato und frz. État); er erfaßt das Territorium, den Verwaltungsapparat, das fiskalische System, die fürstlichen Hoheitsrechte und die Rechte und Pflichten der Stände- oder Klassengesellschaft, die Vertretung der Macht nach außen und nach innen. Im einzelnen vgl. dazu Weinacht Staat (1968). Die bereits früh ausgebildete Bedeutung ‘Ausstattung, Aufwand, Pracht’ bleibt daneben unverändert lebendig und geht in der Umgangssprache auch in ‘Prunk, Putz, kostbare Kleidung, prächtiges Hausgerät’ über, vgl. redensartlich sich in Staat werfen (18. Jh.), Staat machen ‘sich herausputzen’ (19. Jh.), älter Staat (‘Eindruck, viel Aufhebens’) von etw. machen (um 1700). – staatlich Adj. ‘den Staat (im politischen Sinne) betreffend, von ihm ausgehend’ (Anfang 19. Jh.); älter in der Übersetzung für lat. polīticus (16. Jh.), dann im Sinne von ‘prächtig’ (18. Jh.). verstaatlichen Vb. ‘in Staatseigentum überführen, staatlicher Verwaltung unterstellen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Staatsangehörigkeit f. (19. Jh.). Staatsbürger m. ‘Mitglied der Staat genannten Gemeinschaft’ (18. Jh.). Staatsmann m. ‘bedeutender Politiker eines Staates’ (2. Hälfte 17. Jh.), Übersetzung von frz. homme d’État; geläufig seit dem 18. Jh. (Schiller). Staatsstreich m. ‘auf einen plötzlichen Regierungswechsel abzielende Unternehmung, Putsch’ (19. Jh.), zuvor ‘staatskluge Unternehmung’ (17. Jh.); in beiden Fällen nach frz. coup d’ État. Hofstaat m. ‘Aufwand, Lebensführung, Haushaltung eines fürstlichen Hofes, Gesamtheit der zu einem Hof gehörenden Personen, schriftlich festgelegte Ordnung einer fürstlichen Hofhaltung’ (Ende 15. Jh.).
3214 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StaatsbürgerDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Der Staatsbürger , — s, Mz . gl. der Bürger eines Staates, ein Mitglied der Gesellschaft, welche man Staat nennt; besond…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Staatsbürger

    Goethe-Wörterbuch

    Staatsbürger [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staatsbürger

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Staatsbürger , im weitern Sinn soviel wie Staatsangehöriger (s. Staatsangehörigkeit ); im engern Sinn bezeichnet S. den …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staatsbuerger

9 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von staatsbuerger 2 Komponenten

staats+buerger

staatsbuerger setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

staatsbuerger‑ als Erstglied (8 von 8)

staatsbürgerlich

DWB

staats·buergerlich

staatsbürgerlich , adj. einem staatsbürger eigen, gemäsz, in seinem verhältnisse begründet, civique. Campe : dieses unvergleichlichen mannes…

staatsbürgerrecht

DWB

staatsbuerger·recht

staatsbürgerrecht , n. recht eines staatsbürgers: obgleich sich der staat gegen einen verbrecher im zustande des krieges befindet, so ist de…

staatsbürgerschaft

DWB

staatsbuerger·schaft

staatsbürgerschaft , f. eigenschaft, würde, verhältnis eines staatsbürgers als eines solchen. Campe : die worte: patriotismus, staatsbürgers…

staatsbürgerthum

DWB

staats·buergerthum

staatsbürgerthum , n. inbegriff aller eigenschaften und aller rechte eines staatsbürgers. Krünitz encycl. 164 (1836) , 273, stand der staats…

Ableitungen von staatsbuerger (1 von 1)