spöre,
spör,
adj. ausgetrocknet, dürr, hart vor trockenheit; der herkunft nach dunkles wort, das ahd. nicht ganz sicher als spôri
rudis (
vgl. Graff 6, 360),
mhd. dagegen gesichert und nicht ganz selten als spœre (
von den ougen,
dem land
mhd. wb. 2, 2, 516), spôr
erscheint: aridus spor Dief. 48
a (
nach dem vocabularius incipiens teutonicum ante latinum, wo zu dem worte noch die weiteren bedeutungen infructuosus et sterilis angegeben sind),
im alemannischen und bairischen sprachgebiet ist es mundartlich als spör
und spêr,
selbst mit bedeutungserweiterung geblieben: schweiz. spör
und g'spöör
scharf gebacken oder gebraten, ausgedörrt oder sonst steif von sachen, die biegsam sind, z. b. stark geklärtes weiszzeug. Stalder 2, 385;
in Appenzell spör, gspör,
von wetter und wind trocken und warm, von trockner witterung, ausgetrocknetem brote, auch uneigentlich unlenksam, widerspenstig. Tobler 280
b,
hier wol in den sinn von sperrig 2,
c verlaufend, vgl. sp. 2187;
schwäb. spär
trocken, spröde, auch speier. Schmid 499;
bair. spör, gespör,
fehlerhaft trocken, rauh, hart vor trockenheit, ärmlich, klemm. Schm. 2
2, 683;
in Tirol spêr, spear
trocken, hart, rauh vor trockenheit (
vom maule, dem boden, brot, auch gegen einen spêre reden führen). Schöpf 687;
im Unter-Innthale spör, sper
trocken, ausgedörrt. Fromm. 4, 501, 10;
kärntnisch spear,
spröde, rauh, bitter, säuerlich, den speichel zusammen ziehend, übel, schwierig. Lexer
wb. 236;
vereinzelt selbst im niederdeutschen dialecte der grafschaft Mark verzeichnet: spOer, spr,
spröde, von brot, flachs, haut. Woeste 251
b;
wovon manches bis auf die gegenwart in die litteratursprache bei schriftstellern entsprechender heimat übergegangen ist; vom lande, erdboden: augentrost wechst gern in wisen und an speren orten.
horn des heils (1576) 17; wolgemut wechst an sandigen speren orten. 63; steinweis (sedum acre) wechst an speren ungebauten orten. 91; veilchen wachst gern in den gärten in den speren grund. 108; (
der bischof hat) die vilbemelte statuta nach deren gebrechen und glegenheit der speren ort gänzlich revormiert.
tirol. weisth. 4, 627, 7; es gibt in vielen gemeinden orte, oft hochgelegen, und jahr aus jahr ein von spörem rauhem grund. Lamprechting
aus dem Lechrain 37;
von altem ausgedörrten brote: da, was man nicht aufzehrt (
vom brote) sperr, hart und staubich wird. Hohberg 1, 201
b;
scharf geröstetem: wenn es goldbraun ist, wird es hinreichend gar und sperre sein. Rumohr
geist der kochkunst 78;
von krankhaften, mit dem gefühl der trockenheit verbundenen körperzuständen: unleidliche seitenwehe und stechen, sampt spärem dürren husten. Conradinus
ungerisch sucht (1574)
vorrede; sodann nun dies fieber hitzig ist, brennend, durstig, dürr, spör, warum solt man nit külen, befeuchtigen, trinken? 145; wenn wir einen vilfressigen menschen fragen, wie er sich empfinde, nachdem er sein haut vol angefressen und gesoffen hat, so werden wir befinden, dasz ihm der mund aller trucken und speer ist. Albertini
hofschul (1610) 155
a;
häufig von magerer kost: dann er einsmals von einem kargen und schinderischen bürger zu Rom zu gast geladen und ganz schlechtlich und speer tractirt worden. 161
a; er kan sich kaum des hungers wehrn, von seiner kunst wird er speer zehrn. G. Mauricius
von schulwesen C VII; sie haben spehr collation. Rasch
fasten lob (1588) G 3
a; so isz spehr suppen, prey und kraut, ergibt es nit, so füllts doch d'haut. H 1
a;
selbst von herbem, den mund zusammen ziehenden weine: spöhre und ringe wein, die allein im sommer zu trinken, und nicht so hoch als die weiszen geachtet werden. Hohberg 1, 366
a.