Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
singôz
‚Schelle, Glöckchen; nola, tintin(n)abulum‘.
Der Ansatz als n. a-St. bei Schützeichel,
Glossenwortschatz 8, 235 bleibt unklar, auf
späteren Sprachstufen sind offenbar nur m. und
f. Formen bezeugt. – Mhd. singôʒ, singoʒ st.m.
‚kleine Glocke‘, dimin. singoʒʒel st.n. ‚dss.‘,
nhd. nur dial., meist mit Übergang ins Fem.,
teils auch in die n-St.: schweiz. singess f.
‚kleine Glocke, Kuhglocke‘, schwäb. singeze f.
‚Kuhglocke‘, vorarlb. singess(e), singessa f.
‚Kuhschelle‘, dimin. singesle n. ‚Glöcklein,
Schelle, Ministrantenschelle‘, tirol. singɛs,
singɛz m., mit Metathese im Inlaut auch signɛz,
und mit Aphärese des Anlauts ingɛs (in Hopf-
garten im Defreggen), singɛssɛ, singeis’n f.
‚Kuhschelle‘, bair. mit zinklaissln (Böhmer-
wald) ‚mit Glöckchen, Schellen‘, singôsa
‚Viehschelle‘ (Bregenzerwald), zimbr. singa-
rot, zingarot, zingot, singot ‚Viehschelle‘,
kärnt. singesn f. ‚Glöckchen, Halsglocke der
Kühe (auch Kuhname)‘, steir. singoßel n.
‚Glöckchen‘.