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sigindri

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

sigindri

sigindirAWB m. a- oder i-St.?, in Gl.
3,184,54 (SH aus einer verlorenen Hs. des 14.
Jh.s; Bergmann-Stricker, Katalog Nr. 854):
‚Küster; aedilis‘. Wenn das Wort richtig als
Personenbez. ‚Küster‘ verstanden wird, liegt
eine Bildung zu oder eine jüngere Var. von si-
gindri (s.d.) vor. – sigindriAWB ? m. oder n. ja-St.,
in Gl. 2,759,24 (11. Jh.; Bergmann-Stricker,
Katalog Nr. 324): ‚Sakristei? Küster?; secreta-
rium? secretarius?‘. Ein weiterer Beleg ist viel-
leicht die Griffelglosse 〈sigant⁰ri〉, die sich auf
lat. oratorium ‚Gebetshaus‘ bezieht (9. Jh.;
Mayer 1982: 33 Nr. 66). Die Sprachzugehörig-
keit, das Genus und die Bed. von ahd. sigindri
werden unterschiedlich beurteilt. In der Gl.
2,759,24 hat man das Wort auch für as. gehalten
(Tiefenbach, As. Handwb. 333). Es gibt aber
keine klaren Argumente gegen seinen ahd. Cha-
rakter. Die Bestimmung des Genus und der Bed.
in diesem Beleg sind abhängig vom weiteren
Kontext: sigindri glossiert lat. secretarium,
das als Nom.Sg.n. ‚Sakristei‘ bedeutet; diese
Bed. kann dann auch sigindri haben. Jedoch ist
ebenfalls möglich, dass lat. secretarium hier
nicht der Nom.Sg.n., sondern vielmehr ein
Akk.Sg.m. ist, also eine Kasusform von mlat.
secretarius m. ‚Küster‘. Dann bezeichnet auch
sigindri als m. ja-St. den ‚Küster‘. Zu Gunsten
dieser Beurteilung spricht vielleicht die paral-
lele Glossierung in der Hs. St. Gallen 292
(Bergmann-Stricker, Katalog Nr. 221). Dort
steht als lat. Vorlage secretarius, eindeutig das
mask. Wort ‚Küster‘. Dessen ahd. Glossierung
〈sigersto〉 ist eine Var. von sigiristo (s.d.), das
in der Bed. ‚Küster‘ oft bezeugt ist. Es ist also
möglich, aber nicht sicher, dass auch sigindri
hier ‚Küster‘ und nicht ‚Sakristei‘ bedeutet. S.
auch Masser 1966: 142–147; Thies 1994: 382 f.
Etymologisch gehört sigindri in jedem Fall zu
sigitari, das aus lat. secretarium entlehnt ist
(s.d.). – ubarsiginônAWB sw.v. II, bei NBo: ‚besie-
gen, überwinden; triumphare, victoriam pro-
merēre‘ (mhd. übersigen sw.v. ‚besiegen‘, nhd.
[obs.] übersiegen sw.v. ‚dss.‘). Denom. von
sigu mit Suff. -inôn (s. dd.). – sigiristoAWB m. n-
St., in Gl. seit der 2. Hälfte des 9. Jh.s: ‚Küster;
aedituus, custos, mansionarius, secretarius
(mhd. sigriste, sigrist sw.m. ‚Küster‘, früh-
nhd. alem. sigrist, sigerst m. ‚dss.‘, nhd. dial.
schweiz. sigrist, sigirist, sirgist, sigrost m.
‚Küster, Messmer‘ [Schweiz. Id. 7, 508 ff.], els.
sigrist m. ‚Sakristan, Küster, Messner‘ [Martin-
Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 2, 338]; as. sigiristo
m. ‚Küster‘). Das ahd. Wort ist aus vulg.lat.
*segrista, einer Nebenform von mlat. sacrista
m. ‚Kirchendiener‘ entlehnt (Masser 1966:
154). – Splett, Ahd. Wb. 1, 812; eKöbler, Ahd.
Wb. s. vv. sigindri, sigiristo, ubarsigenōn;
Schützeichel⁷ 280; Starck-Wells 521; Schütz-
eichel, Glossenwortschatz 8, 193.
2898 Zeichen · 134 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sigindri

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    sigindri Gl 2,759,24 = Wa 80,17 s. sigintri st. n.

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Cotta, M. (2026). „sigindri". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sigindri/ewa
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Cotta, Marcel. „sigindri". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sigindri/ewa. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sigindri". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sigindri/ewa.
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