Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
sêlgeræte stn.
1. remedium animae, was man zum heil der seele (seiner oder anderer) der kirche vermacht, vgl. Schmeller 3,148. er machete ze sêle geræte Ûtenbûr die abbeteie vrî mit privileie Ulr. 1261, im orig. pro requie animae. ze der bevilde solt man wesen milde mit opfer und mit sêlgeræt Helbl. 7,79. und dein weip nimt ir eynen andern man, mit dem sy dir ein sêlgeræt mynnet, daʒ deiner sêl wenig ze staten chumt gesta Roman. 94. wer sêlgerêt wil machen an sein lesten czaiten, der schol daʒ nicht an erb und an aigen, sunder an beraitem gelde brünner stdtr. beil. 175. er sol daʒ sêlgerêt volchleich tuen, daʒ der tôt durch der sêl willen geschaft hât das. beil. 187. dô wart nicht sêlgerête an sîme tôde gegeben, wand er hête ê vergeben armen lûten gar durch gut Pass. K. 437,50. vgl. Gr. w. 3, 366 u. 3,389. münchener stdtr. u. a.
2. überhaupt: letzter wille, testament. so brünner stdtr. beil. 187 u. 225: von sêlgerêt und von gescheft. u.: hebt sich ein kriec zwischen leuten um sêlgerêt und um gescheft das. 176. dis sêlgerêt beschach alsô, das testament ward so ausgeführt, Boner. 89, 13. sô sult ir haben stête an ûch mîn sêlgerête, daʒ ich ûch nu wil lâʒen, meinen letzten willen, Pass. K. 370, 76. diʒ ist mîn sêlgerête: minne, dêmuot und gedult das. 412,4. er lieʒ uns ein minnenclîch sêlgerête myst. 292,20.