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schwîde

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

schwîde adj.

Bd. 3-1, Sp. 721
swinde schwinde, swint, swîde, °schwîde (SL: Renner), schwîe (Klingged. 36), °swît (SL: Old. Chronikens.), adj. (Kompar. -r, Superl. -st); adv.: 1. (Personen). — 1.1. stark, mächtig, tô den tîden ên s. tiranne ȫver de gê(i)stlĩken heft dat offer unde ander sêlmissengelt vormindert unde afgebracht (Osnabr. Gqu. 2, 196), dan schal de hêre jûwe got in jûwen angesichte afnēmen grôt volk unde tô mâle s. unde nümmant en mach jûw wedderstân (Köln. Bibel Jos. 23, 9; Lüb.: dat alderstarkeste volk, Halberst.: dat grôte starke volk), dat volk van Israhel wê(i)t wal dat dîn vāder stark is unde alle dê mit ēm sint sîn tô mâl s. (Köln. Bibel II Reges 17, 10; Lüb.: kreftich, Halberst.: menlĩk), ê(i)neme tô s. sîn jemdm. körperlich oder geistig überlegen sein, eft de siriers mî tô s. sint sô schölt gî mî ên hülpe sîn und eft jûw A. tô stark wirt sô kōme ik jûw tô hülpe (ebd. 10, 11). — 1.2. ungestüm, überheblich „ik vorchte dik, du bist ein swinde (austerus) minsche” (SL: Perik.), de hôvērdige minsche unde de s. minsche dê hê(i)tet ungelêrt dê in tōrne werket hôvārt (Köln. Bibel Prov. 21, 24; Lüb., Halberst.: vormēten), dâr unse nēve van Ōldenborch ôk allet mit sînen s.n schriften afsleyt (Oldenb. Ub. 3, 189). — 2. (Dinge:) gewaltig, robust, dat it grôt wunder was dat sê sôdâne grôte s. stê(i)ne an de welle konden brengen (Osnabr. Gqu. 2, 228), dîne wōninge is s. sunder settest dû dîn nest in ênen stê(i)n (Köln. Bibel Num. 24, 21; Lüb.: stark). — 3. (Sachverhalte:) intensiv, heftig, „vehemens intentus” (Voc. Strals. ed. Damme), „swyder werden, gliscere, intendi” (Hoffmann Findlinge 162), de s. grôthê(i)t sîner kraft (SL: B. d. Profec.), in dem sülvigen jâre is ên sô s.n storm van winden gewēst ... dat vȫrhen des gelîken nü̂werle gehôrt is (Beninga ed. Hahn 1, 454, Anm. 54), und itlĩke underwēges umb der s.n külde unde snês sint gestorven (Osnabr. Gqu. 2, 215), dô quam ên s. uprôr dat de hêren van Ōldenborch de Vechte innêmen unde Kloppenborch (ebd. 267); — erheblich, dô nû de dîke mit grôten s. unkosten upgerichtet (SL: Old. Chronikens.); — überwältigend, beeindruckend, mîn sêle mîn lîf dê schê(i)den sik sô vrüchte ik ênen anderen dôt dat is ên s. mêre (Zs. Lüb. Gesch. 2, 536), de kunst wil mî wēsen tô swint sê māket mî drâde gans blint (Nd. Jb. 2, 148). — 4. schlau, geschickt, „argutus” (Dief. nov. 37), alsô entjāgede hê de vîende mit listen dê dâr sîner s.n tȫge nicht []enwisten (E. v. Gandersh. 48, V. 1313), „Ik wil werpen in godes namen Dat he my helpe des besten ramen Allen werestu noch ens so swinde Ik hope doch dat ik mer oghen vinde” (Schachb. 169, V. 4972); — hinterlistig, verschlagen, „astutus” (Dief. 22), „Dey slanghe is swynder: wan se gesteken heuet, so hudet sey sick; also doet de lupeden bosen, dey gut schynen willet” (Monotess. 270). — 5. schnell, geschwind, dat richte wart upgerôpen de mönneke lêpen tôhôpe gar s. mit der tît worden sê linde (Nd. Reimchr. ed. Mante 16, V. 283), de krankhê(i)t quam ê(i)nen sô s. an (Beninga ed. Hahn 2, 603, Var. Hs. Emd.), kȫninc C. hef dãrnâ gans s. bedacht (Zs. Hamb. Gesch. 2, 123), s. tîden unruhige, wechselvolle Zeiten (Meckl. Jb. 27, 68). — 6. (adverb.:) sehr, „Swinde gaͤr zere valde vehementer maxime dire” (Voc. Strals. ed. Damme), „swinde, intense, re.
3279 Zeichen · 118 Sätze

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schwîdeadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    swinde , schwinde , swint , swîde , ° schwîde (SL: Renner), *° schwîe (Klingged. 36), ° swît (SL: Old. Chronikens.), adj…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwide

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schwide

schwideln + -e

schwide leitet sich vom Lemma schwideln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von schwide 2 Komponenten

sch+wide

schwide setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwide‑ als Erstglied (11 von 11)

schwideln

DWB

schwideln , schwidlen , verb. : der drit der schwidlet mit dem mul. Murner narrenbeschw. 12, 10 ; Spanier erklärt, da die ausgabe von 1556 g…

Schwiderber(i)

Idiotikon

Schwiderber(i) Band 4, Spalte 1472 Schwiderber(i) 4,1472

Schwiderberiwīⁿ

Idiotikon

Schwiderberiwīⁿ Band 16, Spalte 198 Schwiderberiwīⁿ 16,198

Schwidere(n)

Idiotikon

Schwidere(n) Band 9, Spalte 1756 Schwidere(n) 9,1756

schwidereⁿ

Idiotikon

schwidereⁿ Band 9, Spalte 1756 schwidereⁿ 9,1756

Schwidermalteⁿ

Idiotikon

Schwidermalteⁿ Band 4, Spalte 214 Schwidermalteⁿ 4,214

Schwiderneⁿ

Idiotikon

Schwiderneⁿ Band 9, Spalte 1756 Schwiderneⁿ 9,1756

Schwiderstūd(eⁿ)

Idiotikon

Schwiderstūd(eⁿ) Band 10, Spalte 1360 Schwiderstūd(eⁿ) 10,1360

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schwide". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schwide/mnwb?formid=S11368
MLA
Cotta, Marcel. „schwide". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schwide/mnwb?formid=S11368. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schwide". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schwide/mnwb?formid=S11368.
BibTeX
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