Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
- Anchors
- 6 in 6 Wb.
- Sprachstufen
- 3 von 16
- Verweise rein
- 9
- Verweise raus
- 11
schuffeln, schüffeln, verb. 11) nebenformen zu schaufeln, besonders nd. und md. (vergl. das vorige), schuffelen Schiller-Lübben 4, 145b, schuffeln Bernd 277, schüffeln Schütze 4, 76. Dähnert 416a. Danneil 188b. Schambach 186b. Frommanns zeitschr. 6, 481 (Lippe), schüffeln, schiffeln, schöffeln Frischbier 2, 271a, aber auch oberd., so appenz. schufla Tobler 401b. aarg. schufle Hunziker 232 hat wol dem subst. entsprechend langes u, ebenso das im brem. wb. 4, 703 angeführte schüfeln. die bedeutung 'mit der schaufel arbeiten, bearbeiten, etwas verrichten', die gewöhnliche von schaufeln, die an den obigen stellen für diese nebenformen verzeichnet ist, scheint auch in den folgenden belegen aus älteren quellen vorzuliegen: es sol menglichen das hor (den schmutz), das vor seinem huse und gesäsze uff dem pflaster ligt, allweg wenn des not beschicht, an ainen huffen schüffeln und söllen es dann der statt karren usz füren als dick des not würde. d. städtechr. 5, 146, anm. 3 (Augsburg, anfang des 15. jahrh.); damit der her nit erzörnet werdt, so soll ein jeder gehöffener dem hern darfür einen tag schiffeln. weisth. 2, 540 (linksrheinisch, Gondenbret bei Prüm); zum andern als vil das weisstumb betreffen den ehrw. hern abt zu Hemmeroth des Schonfelder walds halber, welcher binnent bezeichneten marcken leidt, so jemandts das land in selbigem mit schiffelen, pflugen oder anders gewinnen woldt, wie sich derselbig lehnsmann halten soll? 3, 801 (Ohrenhofen bei Trier 1550); dass für etlichen verlittenen iahren die von Capellen und der halfman zum Hann edtliche heidt haben understanden zu verlehnen und zu schifflen. 4, 764, 12 (linksrheinisch, Miel bei Ollheim, nachher: wa dess aber nicht geschegh, sollen sie der heiden nicht mehr mit schefflen und umbreisen gebrauchen); und haben die von Dagstull im allerwenigsten nichts da zu suchen, es sei im roden, schiffeln, und ackerniesung. 6, 471 (linksrheinisch, Steinberg). in den aus den weisthümern angeführten stellen, die alle éinem sprachgebiet angehören, ist offenbar eine bearbeitung des bodens mit der schaufel, dem spaten gemeint (vgl. niederl. schuyffelen, pala radere sive verrere Kilian), vielleicht das gleiche besonders verfahren, das nach Hanssen agrarhist. abhandl. (1880) 119 bei den bodengenossenschaften der gegend von Trier noch in neuerer zeit schiffeln heiszt. es besteht darin, dasz im anschlusz an die holz- und lohnutzung nach dem abtrieb im herbst der rasen zwischen den stöcken abgeschält (mit der schaufel abgestochen), in haufen gesetzt und verbrannt, dann die asche ausgebreitet und der so gedüngte boden zu winterroggen bestellt wird. die stelle weisth. 4, 764, 12 läszt aber wahrscheinlich erscheinen, dasz dasselbe oder ein ähnliches verfahren nicht nur auf waldboden, sondern auch sonst zur urbarmachung angewandt wurde. vgl. das moorbrennen nördlicher gegenden. damit im zusammenhang steht wol der bei Schröder d. rechtsgesch. 412 anm. 3 angeführte ausdruck schiffelländerei zur bezeichnung des gebiets solcher bodengenossenschaften. 22) dem unter schaufeln 3, b oben theil 8, 2341 erwähnten, besonders auf nd. sprachgebiete verbreiteten gebrauch von schüffeln als scharrend, schleifend gehen ist das mundartliche schuffeln, gleiten (auf dem eise) Vilmar 371. Hertel thür. sprachsch. 222 (auch mit romanischer endung schuflieren ebenda), schufeln Stalder 2, 353 sinnverwandt. ob es unmittelbar an 1 angeknüpft werden darf, erscheint zweifelhaft. näher liegt zusammenstellung mit schupfen, in schwankender, schaukelnder bewegung sein, neben dem auch in gleichem sinne schuffen erscheint Lexer mhd. handwb. 2, 826. auch dies ist ja mit schieben verwandt, wie schaufel, aber die enge beziehung zum letzteren fehlt, wie sie in 1 vorliegt, das wol als denominativ dazu gelten musz. vgl. ndl. schuyffelen, labi, prolabi Kilian. dem transit. schüpfen, schupfen, durch stoszen in schaukelnde bewegung versetzen, stoszen, schleudern, neben dem gleichfalls schuffen begegnet Lexer 2, 826. 827. cimbr. wb. 229b, steht dür. schüffeln (schifele), steine übers wasser springen lassen Hertel sprachschatz 222, schweiz. schufeln, gleiten machen Stalder 2, 353 nahe. ähnlich bezeichnet in Ost- und Westpreuszen schiffeln und schuffeln die bewegung, mit der die kinder beim böhnchenspiel die bohne mit dem gebogenen zeigefinger ins loch schnellen Frischbier 2, 271a. hierher gehört vielleicht altmärk. schüffeln als name eines knabenspiels mit stecknadeln Danneil 188b. vergl. 2 des vorigen und unten schupfen, schüpfen. 33) über schuffen in der gaunersprache s. schuften 2.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.
- 1050–1350
- 15.–20. Jh.
-
modern
Dialektschuffeln
Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege
schuffeln, schüffeln das Zeitw. -uf- [ Sieg-Kriegsd , MülhRh-Altenbg Langel , Waldbr , Wippf , uWupp, NBerg, Kref-Lank ,…
Verweisungsnetz
19 Knoten, 15 Kanten
Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen
Filter:
Anchor 2
Kompositum 13
Sackgasse 4
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit schuffeln
1 Bildungen · 0 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen
Ableitungen von schuffeln (1 von 1)
verschuffeln
DWB
verschuffeln , verb. ( mundartlich ), verschieben. Norddeutschland. vgl. schuffeln , schüffeln gleiten unter schuffeln 2 th. 9, sp. 1834.