schroll,
schrolle(n),
m. ,
alte nebenform zu scholle,
doch daneben auch in abweichenden bedeutungen. über das verhältnis zu scholle
vgl. dieses sp. 1453.
so schon mhd. s. Lexer
hwb. 2, 803;
im 15.
und 16.
jahrh. häufig belegt, doch vereinzelt noch bis ins 19.
jahrh. reichend. jetzt in den südöstlichen mundarten (
bair.-österr., schwäb., ostfränk.)
erhalten (
s. u.).
vielleicht liegt eine von scholle
ursprünglich verschiedene bildung vor. zusammenhang mit nd. schrall (
scharf, herbe Frommann 6, 481), schrillen, schrulle
musz bei der weitabliegenden bedeutung mindestens als zweifelhaft bezeichnet werden. ganz vereinzelt begegnet die nebenform schralle,
wenn nicht bloszer druckfehler, so kothschralle: ein vornehmer adel bist du, mensch, scilicet dann dein stammen-hausz ist die laimbgruben, .. dein adeliches geblüt ist von kotschrallen. Abr. a S. Clara
reimb dich 167. —
über das geschlecht vgl. unten (1).
die flexion ist schwach, doch findet sich die apocopierte form schroll
sehr häufig und in den bedeutungen 2
und 3
ausschlieszlich (
neben schrollen
in der bed. 1
z. b. bei Castelli 251). 11)
in der bedeutung von scholle: chnoll oder schroll,
gleba voc. v. 1445
bei Schm. 2, 601 (
vgl. Dief.
gl. 265
a);
gleba, frustum terr, ein schrolle
s. ebenda; ein schroll
s. ebenda; scholle, schrolle,
il zolle,
zolla, cespo, die schollen
ò schrollen brechen, zerschlagen. Kramer
diction. 2, 636
c; schrolle, für scholle, eisz-schrolle, das oberste so sich ablöset, wie die schrofen vom felsen. Frisch 2, 227
b;
so führen Adelung
und Campe die schrolle
als oberdeutsch an; doch scheint das fem. sonst nicht bezeugt zu sein und beruht wol nur auf angleichung an scholle.
in neuern mundarten der schrollen Schmeller 2, 601. Castelli 251. Frommann 6, 170, 96 (
aus Franken). schrolle, -a Sartorius 113. Reinwald 2, 160;
auch schroll,
klumpen, groszes stück Schöpf 649. Lexer 226.
belege aus der litteratur: da das pulver ward gegossen auf die erde und da die schrollen wurden zusammen gefüget.
bibel von 1483 261 (
Hiob 38, 38); bindest du denn die eingehurnin mit dem zaum, das sie ackere oder zerbricht die schrolle (
confringet glebas) der tale nach dir.
ebenda (39, 10); von solcher loser erde hat er genomen einen schrollen, und den menschen davon gemacht. Luther 4, 16
a; oder (
man) sol jm (
dem rosz) die kleinen schrollen erden, welche ein spitz, oder schurmaus vergraben, einflöszen. Zechendorfer
v. gebrechen der rosz (1571) 1, 95; sie würfft mit einem schrollen hinunter. Ayrer 2383, 27
Keller; sie (
die wiesen) müssen aber im herbst umgeackert .. hernach auch die schrollen also mit dem pflug umgekehrt und umgeleget werden. Hohberg 2, 13
b; denn die erde .. macht (
wenn sie bei nassem wetter gepflügt wird) doch aufs wenigste grosze und ungeheure schrollen. 22
a; soll der gerichtsknecht ein klein schrollen ertreich aus dem verpfändeten grund nemen.
Amberg. stadtb. bei Schm. 2, 601; grosse arbeit weichen leuten, und harte bärt' auf linden haüten, härter weg' schrollen und linde füss'. Eschenburg
denkm. 396 (
priamel); was wilt du deines knechts des trollen? lasz in zutreten selbs die schrollen!
fastn. sp. 480, 13; und wo er (
der esel) saicht, waicht er die knollen; so er sich welzt, pricht er die schrollen. 529, 14; (
die bauren) warffen zu mir mit stein und schrollen. H. Sachs 3, 3, 25
d; sprengt ab ins thal stein und schrollen. 4, 1, 48
d;
von eisschollen: bis meinen pfad zulezt die Oker hat beleckt, die dazumahl ihr nass hatt unter eis versteckt, mit schrollen überbruckt. Birken
Guelfis 30; frost, kält und eis macht alles weisz, der regen wird zu schrollen.
quelle vom j. 1747
bei Birlinger 402
b.
vgl. ferner die zusammensetzungen