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schroffen

mhd. bis nhd. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schroffen

Bd. 15, Sp. 1763
schroffen, m. felsklippe, zerklüfteter fels, steinwand. ein hochd. (oberd.) wort, aufs engste verwandt mit dem adj. schroff (vgl. das.), aber früher bezeugt als dieses. weiterhin gehört zu derselben sippe das mhd. schraf felskopf, zerklüfteter fels, schraft steingerölle Lexer handwb. 2, 783, ags. scræf höhle Bosworth-Toller 840b, schwed. skrefva kluft, und mhd. schruffen, spalten Lexer hwb. 2, 807, schreffen, schreven, reiszen, ritzen, kratzen. 790, ahd. scruffen und screvôn, dazu screfunga, incisionem Graff 6, 580, s. auch schroffen, verb. nhd. begegnet vereinzelt eine nebenform schriffe: wunderbar zerriszne felswände umgeben noch, den wildesten schriffen der dinarischen alpen vergleichbar, diese einsenkung. Petermann geograph. mittheil. bd. 20, s. 180. da diese wörter auf eine ablautsreihe e-a-u hinweisen, musz der von Weigand 2, 642 vorgeschlagene zusammenhang mit lat. scrupus, spitzer stein, abgewiesen werden. vgl. noch Kluge5 337b. Scherz-Oberlin 1441. Förstemann altd. namenb. 2, 2 hat den ortsnamen Scroufi, -in, Scrûfi, Scruffi, jetzt Schreufe nördlich von Marburg (belege aus dem 9.—11. jh.) zu schroffen gestellt, in hinblick auf den abweichenden vocal schwerlich mit recht. sonst begegnet schroffe erst mhd. und zwar meist als schwaches masc., nur ganz vereinzelt findet sich starke flexion, s. Lexer hwb. 2, 802 f. die form biete mannigfache schwankungen: rupes .. ein schorf von einem felsen (i. lapis abscisus de monte saxoso), ein scherpff, scherff, schroff an dem f., hole f., schrof, -fen, -fe. Dief. gl. 504a. nov. gl. 322b; scopulus, schroffe gl. 520a; schroffen oder schropfen: ein grosz stein, scopulus. voc. v. 1482 bei Lexer a. a. o.nhd. bes. im 16. und 17. jh., im 18. jh. stirbt das wort in der schriftsprache allmählich aus, während es die oberd. mundarten beibehalten: schroffe, rupes. spitziger schroffe, scopus, et scopulus Dasypod.; schroffe, felsz, m. roche, rocher Hulsius 290a; die schroffen salebrae Schottel 1409; schroffe, m. rupes. ebenda; schroffen, rupi .. v. felsen, klippen Kramer dict. 2, 670a; schroffen, plur. substantiv. rupes, cautes, saxa praerupta Stieler 1935; schroffe, (der, pro fels) rupes Steinbach 2, 517 (als landschaftlich); schroffe, m.: ein wort so in den gegenden wo keine felsen sind, weniger bekannt ist. schrof, saxum majus, asperius, et durius Frisch 2, 227b; auch mit einfachem f geschrieben: schrofen oder velsen zuo denen man nit kommen mag, aditu carentia saxa Maaler 362b; schrofen, ein raucher fels, cautes Calepin (1570) 221; schrofen, petra, scopulus, rupes. voc. von 1618 bei Schm. 2, 598; salebra, schrofen, i. e. rauche und steinichte örter im wasser und anderswo. Corvinus fons lat. 562a; wenn Adelung und Campe das wort als fem. die schroffe ansetzen, so liegt darin wol nur ein miszverständnis vor, indem sie durch das auslautende e irre geführt, darin eine abstractbildung zu schroff sahen, zumal gewöhnlich der plural gebraucht wird; ein abstractum die schroffe für schroffheit, das Campe ansetzt, dürfte kaum zu belegen sein (doch vgl.: von grund auf hunz an die höch und schröff des pergs. tirol. weisth. 4, 567, 24.) die nhd. formen sind also schroffen, schrofen (so meist durch alle casus unverändert) und apocopiertes schroff. zuweilen wird dazu ein starker, umgelauteter plural gebildet, der in den modernen mundarten weiter um sich gegriffen hat. vereinzelt schraufe: denn es hat viel schraufen und hasensprünge zu hofe, viel wolfsgruben und rumpfe, viel angel und fallstricke. Mathes. Sirach 1, 81b. die nebenform schrofer s. besonders. das bei Birlinger 402b gebuchte schrovel dürfte kaum hierher gehören.von lebenden mundarten haben folgende das wort erhalten: die schweiz. als schrof, schrofen, schrofer Stalder 2, 352; schrofa, dem. schröfli Tobler 400a; vorarlberg. schrofn Frommann 5, 235; tirol. schrofen, schroffen (pl. schröfen) Schöpf 649; schroufin, pl. schröifin Hintner 226, vgl. Frommann 4, 500, 4; kärntn. schroufn Lexer 226; bair. schrofen, schrofm Schm. 2, 598 f.; schwäb. schrof Schmid 480. Birlinger 402b. — belege aus der litteratur: da bedaucht mich, ich sach ain schlosz auf ainem schroffen vor mir stan. d. städtechron. 5, 107, 16; ein landtschafft voller doren, felsen und sorgklichen schrofen. Wirsung Calistus hh; was krumb ist, mache man schlächt; und die schrofen zuo eim flachen väld. Züricher bib. v. 1531 Jes. 40, 4 (et erunt .. aspera in vias planas); Parmenides .. gieng auff den berg Caucasum .. von welchem derselbig schroff Parmenides nachmals genent worden ist. Franck chron. 92a; zuo letzt kam er .. an ein waldigen berg, daselbst fand er springend brunnen, spitzig schrofen, wüst und unwegsam erdtrich. 466b; wann mans aber beim liecht besihet, solten sy wol in ein ander vil gefärlicher mör, voller schrofen, geradten sein. weltb. 38b; sy (die Scythen) ... stürtzen sich von eim schrofen etwa mit freüden, in hoffnung eyns bessern lebens, ins mör. 92b; das er wie ain ställner berg und schrof fest stehet. mor. encom. 24b; uff ain zyt kam ain hungriger wolff die lemer zu freszen, die sahent in ferre da her komenn und flohent alle hinder die schrofen der berg. Steinhöwel Äsop 195 Österley; do was uff ein hohen schrofen oder felsen ein äbner platz. Platter s. 8 Boos; etzliche (salze) wuchssen in den speluncken, und höleren; auch auszerhalb an den felsen, schrofen und mauren. Thurneisser v. probier. d. harnen 69b; so sind auch die pori unnd lufftlöchlein der inwendigen felsen und schroven voller feuchte. v. wassern (1612) 12; gegen mittag .. hat es unter den hohen und gehen felsen und schroven ein lauffend wässerlein. 130; im Argaw bei der statt Arbonne .. da ligt ein uberaus hoher unbewachsener schroven, der mit seiner höhe alle andere berg uberreicht. 172; es ist die heilige nasen ein uberaus groszer uberhangender fels unnd schroven, der auch wie ein nasen weit in das meer hinein gehet. 224; die adler .. kommend auch sälten ab den hohen schrofen in das eben väld. Heuszlin vogelb. 2b; dise weysze adler sind sältzam; doch findt man sy etwan inn alpen und hohen schrofen bey dem Rheyn. 8a; wir .. fuhren sittsam, mit auffgespannten seglen, durch die schroffen vom berg Parnassi. buch der liebe 198c; diese fisch .. wohnen bey mieszechten felsen und schrofen. Forer fischb. 14b; volgends hinauf an Grat zu underist des Oberhausers güeter in ainem schrofen ain kreiʒ. tirol. weisth. 4, 370, 35; da sahe man hier und dort gewaltige schröffen viel meilwegs hoch in die höhe ragen. Simpl. 2, 75, 10 Kurz; vor Christi ankunfft war das gesetz Moysis der weg zum himmel, o wie rauch, wie eng und streng, wie voller schrofen und fall-brucken war dasselbe. P. F. Procopius patrociniale (Saltzb. 1674) 390; von denen moralisten und predigern werden die gemeldete schrofen und stein-felsen im meer erkennet .. der schrofen standhaftigkeit in winden und wellen. 423; unser herr wuste wol, dasz dieses sein hausz die christliche kirch auff dem vielgemeldten felsen gebauet in dieser untreuen unruhigen welt seyn würde wie ein schrofen im wilden meer. 425; sie (die gemsen) lieben zwar die felsichten gebürge, aber nicht die höchsten gübel und schroffen. Hohberg 2, 626a; er (der habicht) nistet auf hohen steinichten orten, schroffen und felsen. 652a; (sie) saszen derowegen, nachdem es tag worden, beyseits unter einen felsichten schrofen. Simpl. (1684) 3, 375; er ist über alle gräben gesprungen, er hat weder stein noch schroffen geacht. Abraham a S. Clara 583; und er hielt sich an den sträuchern und an den spitzigen schroffen, bisz er einen weg entdeckte, der zum lager der feinde führen konnte. Haller Fab. u. Cato 151; sô sluffen sie in einen oven oder in eins andern luoges schroven ('steinwand' nach dem glossar). Lamprecht v. Regensburg Francisken leben 1648; ich sasz uff und wolt ritten .. in ain gebirg durch aventür, daʒ was von wilde ungehür von schroffen und von stain. liedersaal 2, 269; uber mengen schroffen tiessen sach ich die wellen ringen. Altswert 131, 9; diese auff eynen schroffen stan (trat?). H. Sachs 1, 251c; hoch auff eim schrofen ich da stund. 367c; ich hab den Lügenberg gepondt (gebahnt?), durch stiegen alle fels und schrofen. 542c; nun eines tages in dem meyen er im birg auff eim schroffen grosz, mit dem armbrust ein rhebock schosz. 2, 4, 54d; bis endlich unversehener ding es (das schiff) an ein scharffen schroffen gieng. Fuchs mückenkr. 82 Genthe (2, 294); gleich als ein rauschender torrent im früeling, wenn die sonn zertrent den schnee, von bergen herunterfelt wider die stein und schroffen prellt. 112 (3, 460); also verfolget er sie über berg und schrofen. Weckherlin 618. von einzelnen abgerissenen felsstücken und steinen: er gieng auch so starck an die velsen, das die schrofen darvon sprungent. Wilh. v. Österr. 54a; so bald die zween groszen schrofen in dem wasser gond, da hebt sich denn das getös an. Zwingli 2, 237; das andere (eisen) aber ist hart, grob, voller erden, schroffen und schlacken. Hohberg 3, 1, 73a. bildlich von einem groben menschen: an dem hove was ein grober chern, ein vilz und raucher schrove. Mich. Beheim bei Schm. 2, 599. s. auch die zusammensetzungen felsschroffen, kalkschroffen, steilschroffen, steinschroffen.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schroffen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schroffen s. schraffen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schroffenv., ntr

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    ✱ Schroffen , v. ntr . mit haben , schroff sein. Auf einen schroffenden Felsen hoch. H. Sachs (R.).

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Komposita & Ableitungen mit schroffen

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Zerlegung von schroffen 2 Komponenten

sch+roffen

schroffen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von schroffen (1 von 1)

GESCHROFFEN

BMZ

SCHRIFFE SCHRAF SCHRUFFEN GESCHROFFEN reisse, ritze, kratze. vgl. gaschrouanan, farschrouanan Graff 6,581. vgl. auch ich schrimpfe .

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Cotta, M. (2026). „schroffen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schroffen/dwb?formid=S17826
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Cotta, Marcel. „schroffen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schroffen/dwb?formid=S17826. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schroffen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schroffen/dwb?formid=S17826.
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