Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schockschwerenot
Schockschwerenot
2Schock n. Die Bezeichnungen für einen Garbenhaufen bzw. für eine Menge von 60 Stück mhd. schoc m. ‘Haufen, Büschel, Schopf’, als Neutrum (md.) ‘Anzahl von 60 Stück’ (13. Jh.), (obd.) schoche m. ‘aufgeschichteter Heuhaufen, Heuschober’, asächs. skokk m. ‘60 Stück’, mnd. schok ‘Garbenstand des Getreides, Hocke, 60 Stück’, nl. schok ‘60 oder 20 Stück’, aengl. *sc(e)oc, (daraus, wenn nicht aus dem Mnd. entlehnt) mengl. engl. shock ‘Hocke, aufgerichteter Garbenhaufen’ stellen sich als Formen mit s-Anlaut zu lit. káugė ‘Heuhaufen’, lett. kaudze ‘Haufen, Schober’ und sind mit den unter 1Hocke (s. d.) genannten Wortformen auf ie. *keug-, *kūg- zurückzuführen, eine Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (dazu s. auch hoch, Hügel, Hobel, Haufen, hüpfen, Haube). Als älteste Bedeutung ist ‘(Garben)haufen’ anzunehmen; aus dem Brauch, immer 60 Garben zusammenzusetzen, entwickelt sich die Mengenbezeichnung ‘60 Stück’. Zur Bedeutungsentwicklung s. auch 2Mandel. das Zahlenmaß ist jedoch unterschiedlich, vgl. das alte Schock ‘20 Stück’, das neue oder schwere Schock ‘60 Stück’, das leichte Schock ‘40 Stück’ (18. Jh.). 2schocken Vb. ‘anhäufen, Getreidegarben in Haufen setzen’, spätmhd. mnd. schocken. schockweise Adj., meist Adv., ‘immer ein Schock (60 Stück)’, übertragen ‘in großer Anzahl, haufenweise’ (Anfang 18. Jh.). Schockschwerenot Interjektion, gemäßigtes Fluchwort, bei dem Schock, Schwerenot verstärkend, als den Umfang, die Last der Not betonend empfunden wird (19. Jh.). Wahrscheinlich eine euphemistische Umbildung von Gotts-schwere-Not (vgl. Schwerenot ‘Epilepsie’, s. schwer).