schnackisch,
schnakisch,
adj. zwei eigentlich streng zu scheidende adjectiva, da schnackisch
zu schnacken,
schwatzen, schnakisch
zu schnake,
schnurre, posse gehört; doch werden sie im gebrauche vielfach vermengt, besonders da die schreibung von schnake
schwankend ist; s. oben schnack 2
und 3.
das nd. unterscheidet meist streng snacksch,
redselig, plauderhaft, geschwätzig von snāksch,
spaszhaft, possierlich, wunderlich, seltsam Danneil 199
a. Mi 82
a. Stürenburg 227
b. 228
a. ten Doornkaat Koolman 3, 237
a;
zu snakisch,
wunderlich, seltsam vgl. Richey 269. Schütze 4, 134.
brem. wb. 4, 874. Dähnert 436
a. Frommanns
zeitschr. 5, 294 (
Fallersleben). 4, 263, 23 (
rheinfränk.),
niederländ. snaaksch;
ebenso thüringisch Hertel
sprachsch. 216. Liesenberg 198;
vgl. Spiesz 221 (
fränkisch - henneb.). Frommanns
zeitschr. 6, 423, 17. Göpfert
mundart des sächs. Erzgebirges 50. Weinhold 86
b. Schambach
aber verzeichnet schnacksch
in diesem sinne (199
a);
vgl. Schemionek (
Elbing) 36. Frischbier 2, 301
b. Bernd 270.
das wort ist in der schriftsprache ziemlich häufig, neben schnakisch
findet sich auch die schreibung schnackisch: schnakisch, schnakhafft,
jocularis, ridiculus Frisch 2, 211
a. ein schnakischer mensch,
ein lustiger, drolliger, aber auch ein wunderlicher, seltsamer mensch; ein schnakisches kind Adelung; eine schnakische geschichte; schnakisch aussehen, sich tragen, kleiden
u. s. w. ein schnackischer (
stichwort schnakisch) mensch,
un huomo scherzevole Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 617
a; so eine schnakische condition. Weise
kl. leute (1679) 41; ein schnackisches wort, eine von meinen besten schnacken. Lessing 3, 50; weil er (
der gebrauch) wenigstens schnackisch ist. 5, 388; der schnackische mann war in der Schweitz überall willkommen. 6, 264; ein schnakischer patron. Eva König
an Lessing 1776; er hat sich seltsame dinge in den kopf gesetzt; man könnte sich's nicht schnakischer träumen lassen. Wieland 2, 342 (
Agath. 10, 4); durch einen kleinen schnakischen streich. 3, 62 (12, 1); je schnakischer die einfälle sind, .. desto mehr lach' ich. 11, 18 (
don Sylvio von Rosalva 1, 1, 4); dem Pedrillo, der mir die miene eines schnakischen gesellen hat. 11, 286 (1, 3, 12); worin er seine eignen tragödien so schnakisch parodirte. 19, 79 (
Abder. 1, 8); sehn sie doch was da für ein schnackischer kerl zum fenster hereinguckt. Lenz 2, 142; es gibt wohl nirgend um schnackischere gesellen als in meinem reich. Fr. Müller 2, 33; die schnakische scene mit dem Knellius am brunnen dort. 119; (
sie) zeigte dabey eine so schnakische befremdung in ihrem gesichte. Thümmel
reise 3 (1794), 227; der ganze schnakische handel ward eine weile belacht, und bald hernach vergessen. 5, 76; denn sie (
die lage) ist gar zu schnakisch. 6, 389; ohne anstand, recht schnakische anstalten. Schiller
räuber 1, 1
schausp.; schnakische reimlein.
schriften 3, 169; ihr seht schnakisch aus. Göthe 14, 268; das ist schnakisch. 286; mit so schnackischer miene. 22, 10; dir schnakischem, lächelndem, trippelndem, händereibendem dinge. J. Paul
unsichtb. loge 3, 151; zu schnakisch wär' es.
teuf. pap. 1, 86; schnakisch stehts zu lesen hie. Schiller 1, 188.