Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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schmisz, m., bildung zu schmeiszen, die erst im nhd. auftritt; ahd. smiz, nevum (nevus, flecken im gesicht), bismiz, contagio, macula bei Graff 6, 837 sind wol als smitz, bismitz aufzufassen, vgl. ags. smitta, macula, ahd. bismizzen, ags. smittian, maculare. schmisz, der, schmeiszung, die, et das schmeiszen, pulsatio, verberatio, percussio, ictus, plaga, verber. prügelschmisz, fustuarium (das zu tode prügeln) Stieler 1872; einem einen schmisz geben, einen schmisz thun, schmisse kriegen. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 602b; Steinbach 2, 466 schreibt schmiesz, m. (quam hodie schmitz plerumque dicunt) ictus. ein schmisz oder schmitz in gleichem sinne Frisch 2, 206c; Adelung bezeichnet schmisz als nur dem 'gemeinen leben' angehörig, Campe als ein 'niedriges, aber deshalb noch nicht verwerfliches' wort. im sinne von 'hieb' bei Lessing: geduld! schon rauscht sie durch die lüfte, blutgierig rauscht sie her (die geiszel des satirikers)! verbergt, verbergt die blosze hüfte! ein jeder schmisz ein gift'ger schwär! 1, 93; ich habe ihm auch so ein duzend schmisse zuzälen lassen. Hermes Soph. reise 2 (1774), 356; (ich) krigte unterwegs noch so einige schmisse. 3 (1776), 218. in der studentensprache bezeichnet schmisz die hiebwunde und die davon zurückbleibende ehrende narbe: er hat einen ordentlichen schmisz in die backe bekommen; sein gesicht ist voller schmisse. Kluge studentensprache 122b citiert das adj. schmissös, voller duellnarben aus Vollmanns burschikos. wörterb. (1846). in der kraftsprache der künstler wie sonst wurf: etwas auf den ersten schmisz hinwerfen; ein bild hat einen groszen schmisz u. ähnl. das wort behält in der schriftsprache stets einen derben klang, in den mundarten ist es viel gebräuchlich und entwickelt hier auch andere bedeutungen neben der des schlages. Schmeller 2, 558 bezeugt: schmisz, wurf, schlag, streich, wunde, scherzhaft: einen schmisz haben, verliebt sein (so auch schwäbisch, s. Schmid 472); daneben aber auch handlungsweise, manier: einen guten, einen andern schmisz haben; vorhaben: was hast den aft in schmisz, im sinne? ebenso bei Schöpf 632: sich einen schmisz (einen gewissen anstrich) zu geben wissen; in die schmisse kommen, sich schläge zuziehen Lexer 222; in einen schmisz bringen, in verlegenheit bringen Hügel 141a; auszerdem werden hier noch folgende bedeutungen angegeben: schlag, streich, das hinauswerfen; das an die peitschenschnur geknüpfte lederstreifchen (vgl. schmitz, schmitze). schmisz, streich, wunde Hunziker 226; ebenso in md. gegenden Spiesz 219; schmisse besehen, prügel bekommen Albrecht 203b. Bernd 267. Frischbier 2, 298b, hier in Preuszen bezeichnet schmisz auszerdem die währungseinheit bei dem knopfspiel der knaben, das anschmeiszen genannt wird (beschrieben a. a. o. 1, 29a), der einfachste knopf gilt einen, andere zwei bis zwölf schmisse. der ausgehöhlte knopf, mit dem angeworfen wird, heiszt anschmisz, ausschmisz. Stieler a. a. o. bezeugt, dasz schmisz auch excremente, auswurf aus dem körper bezeichnet: schmitz, etiam est projectus; ebenso bei Campe, vergl. schmeiszen 4, sp. 1006. vielleicht gehört hierher: schmiesz, m., oder schmieszreen, staubregen Müller-Weitz Aachn. mundart 216, vgl. Haltrich idiot. d. siebenb.-sächs. volkssprache 101. in der gaunersprache gilt schmisz im sinne von anzug, tracht Avé-Lallemant deutsch. gaunerthum 4, 601. vgl. schmisz, überrock, eine frauentracht Klein prov.-wörterb. 2, 128 Österreich (wol aus chemise). auf nd. gebiete sind zu vergleichen mnd. smit, smet, streich, schlag Schiller-Lübben 4, 264a; smêt, smête, wurf (wurf auch als längenmasz, smeet weges Strodtmann 217), streich, schlag. brem. wb. 4, 866; smeet Schütze 4, 130, smet Dähnert 434a, smt, wurf Danneil 197b, smet, m. der wurf, smête, f. der steinwurf als längenmasz Schambach 198a; smêt, smt, wurf, sturz, aber auch glückswurf, treffer, trieb, neigung: hê harr' d'r gên smt up. ten Doornkaat Koolman 3, 227b, nld. smeet.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschschmiszm.
Grimm (DWB, 1854–1961)
schmisz , m. , bildung zu schmeiszen, die erst im nhd. auftritt; ahd. smiz, nevum ( nevus, flecken im gesicht ), bismiz,…
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Cotta, M. (2026). „schmisz". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmisz/dwb?formid=S13966
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Cotta, Marcel. „schmisz". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmisz/dwb?formid=S13966. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schmisz". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmisz/dwb?formid=S13966.
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