Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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schlirfen, verb. 11) schleifend gehen: schlirffen, proserpere Schottel 1402; schlirfen, proserpere, talipedare, aegre gradi, trahere gressum, pedes cum strepitu trahere Stieler 1851; mit den füszen auf der erde schleiffen. Steinbach 2, 456. 22) geräuschvoll, behaglich trinken, einsaugen: collurcari, lurcari, sorbillare. Stieler a. a. o., sorbeo, sorbillo, pitisso Steinbach a. a. o.; bildlich: wahrheit schlirft (andere lesart schlürft) dein hochentzückter geist. Schiller 1, 182. 33) vielleicht ist das wort nur als dialektische umbildung von schlürfen, das auch in beiden bedeutungen erscheint (s. dieses unten), zu betrachten (mit i für ü). doch begegnen daneben gleichbedeutende wörter mit anderem vocal: schlarfen, s. dieses oben sp. 499 und schlerfen, oben sp. 651, so dasz auch das i in schlirfen anspruch auf selbständige entwicklung haben kann. der inlautende labial der wortklasse wechselt gleichfalls. Stieler a. a. o. verzeichnet auszer schlirfen, schlürfen, schlarfen wie Schottel 1402 noch schlirpen und schlirpfen. vgl. schlirpen unten und schlarpen oben sp. 499. ob auch die sinnverwandten schlirken (s. dieses unten) und schlarken (oben sp. 499) als etymologisch verwandt betrachtet werden dürfen, ist zweifelhaft. der erwähnung wert ist Stielers vermutung, die zweite bedeutung erkläre sich dadurch, dasz den trunkenen das gehen schwer wird (pedes cum strepitu trahere, ut nimirum solent polyphagi, lurcones, et curculiones, adeo se ingurgitantes, ut vix gradum firmare possint; quin quod schlürfen, id sit in potu, quod schlieren in edacitate est. a. a. o.). in wahrheit ist es wol das ähnliche geräusch, was den bedeutungsübergang vermittelt. als ableitungen bietet Stieler a. a. o. schlirfer, schlirferin im sinne von 1 und 2, s.schlürfer, schlürferin.
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschschlirfenverb.
Grimm (DWB, 1854–1961)
schlirfen , verb. 1 1) schleifend gehen: schlirffen, proserpere Schottel 1402 ; schlirfen, proserpere, talipedare, aegre…
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Kompositum 5
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit schlirfen
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Cotta, M. (2026). „schlirfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlirfen/dwb
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Cotta, Marcel. „schlirfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlirfen/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schlirfen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlirfen/dwb.
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