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schlaftrunken

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlaftrunken adj.

Bd. 15, Sp. 312
schlaftrunken, adj. von schlaf gleichsam trunken, berauscht, gewöhnlich vom erwachten, der noch nicht ganz munter ist, doch auch vom übermüden, schlaafftruncken, den für unnd für schlaaffert, soporatus Maaler 354b, schlaftrunken, semisomnis Stieler 2332, schlaf-trunken seyn, nicht recht wissen was man wegen des überhandnehmenden schlafs thut, sopore sive somno pene victus. Frisch 2, 186c: so sie zu den stapflen kommt, so felt sie, denn sie was noch schlaftrunken. Pauli schimpf u. ernst (1546) 92; der widernatürliche zustand einer betäubung der sinnenwerkzeuge .. ist ein analogon der trunkenheit, daher der aus einem festen schlafe schnell aufgeweckte schlaftrunken genannt wird. Kant 10, 169; ich fahre schlaftrunken in die höhe. Thümmel reise 5 (1794), 307; ich brach heute mit dem frühesten auf und stieg so schlaftrunken in den wagen, dasz Bastian ein paar elastische küssen unter meinen kopf legte und mich der ruhe übergab. 9 (1803), 133; er (Hesselts) pflegte nehmlich mehrentheils in der versammlung zu schlafen, und wenn die reihe an ihn kam, seine stimme zu einem todesurtheil zu geben, noch schlaftrunken aufzuschreien: ad patibulum! ad patibulum! Schiller 7, 322; du lauffst also schlaff-truncken her, es hat dir solchs heindt traumbt von mir. H. Sachs 14, 300, 30 Keller-Götze; als sie zu der stiegen kommen was, giengs hinauf mit prommen und muncken und war noch wol halber schlaftrunken. 2 (1591), 4, 88c; substantiviert: (im bilde) welch ein elend ist's da nun, sich auch bei dem äuszerlichen gebrauch des wortes gottes .. eine schaar schlaftrunkene zu denken, die in ihren träumen manchmal auffahren, und geistliche worte sprechen, träumend aber und schlaftrunken fortwandeln bis zum abgrund! Herder z. rel. u. theol. 8, 159. von menschenähnlich gedachten wesen: entsunken ist schlaftrunkenen najaden die urne murmelnd in den warmen sand. Rückert (1882) 5, 79; von thieren: doch rüttelst du den (bienen-)stock, so fahren schlaftrunken auf die braunen schaaren. Immermann 13, 86 Boxberger; schlaftrunken kommen geschwommen heran haifische, viele hundert. H. Heine 2, 120 Elster. in freierem dichterischen gebrauch auch auf pflanzen bezogen (vgl.schlafen 2, b): wir schwankten ausgefüllt vom genusz, durch thauende gesträuche und umgebückte schlaf- und thautrunkne fluren, aus denen wir entschlummerte blumen rissen um morgen ihre zugefaltete schlafgestalt zu sehen. J. Paul uns. loge 3, 109. wie vom schlaftrunkenen wesen selbst, so auch von seinem gebahren, schlaftrunkner weise: als sie nun hett ein fehltritt than schlafftrunckner weisz. H. Sachs 4 (1578), 3, 66a; und überhaupt von dem, worin sich die schlaftrunkenheit bei ihm kundgibt: schlaftrunkene augen, worte. in den folgenden belegen sind die genannten ausdrücke nicht im hinblick auf eigentliche schlaftrunkenheit, sondern auf ihr ähnliche zustände gebraucht: diesz ist geist der zeit; wir können ihm nicht widerstreben, noch weniger dürfen wir ihm entsagen und im schlummer mit einer gebundenen zunge und einem schlaftrunkenen auge zurückbleiben. Herder z. phil. u. gesch. 10, 214; endlich erwachte sie schnell aus ihrem schauen und schweigen mit den schlaftrunkenen worten 'meine geburtsfeste machen mich allemal betrübt'. J. Paul uns. loge 3, 21. ähnliche freiere fügungen: in so schlaftrunkenem ton streicheln sie sich einander zu tode. Herder z. rel. u. theol. 7, 93; sie erzählte ... wie sie und fräulein von Froulay (Liane) dem halbblinden manne abwechselnd gebete vorgelesen und gleichsam die abendglocke der andacht vor dem müden schlaftrunkenen leben angezogen. J. Paul Titan 1, 180. adverbial: schlaftrunken wob's in den citronenbäumen. Geibel (1888) 1, 160.
3687 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlaftrunken

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Schlaftrunken , -er, -ste, adj. et adv. vom Schlafe gleichsam betrunken, vor Neigung zum Schlafe sich seiner und anderer…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlaftrunken

    Goethe-Wörterbuch

    schlaftrunken einmal -ck- a noch benommen vom Schlaf, noch im Halbschlaf, noch ganz verschlafen (von Erwachenden) Der gr…

  3. modern
    Dialekt
    schlaftrunkenAdj.

    Pfälzisches Wb.

    schlaf-trunken Adj. : ' vom Schlaf benommen ', schloftrunke (šlōfdruŋgə) [ KU-Diedk Kaulb LU-Limbghf ]. Südhess. V 339 .

  4. Spezial
    schlaftrunken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schlaf|trun|ken adj. mez indormedí, plëgn de sonn, cun le som ciamó ti edli. ▬ schlaftrunken sein ester mez indormedí.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlaftrunken

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Zerlegung von schlaftrunken 2 Komponenten

schlaf+trunken

schlaftrunken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlaftrunken‑ als Erstglied (1 von 1)

schlaftrunkenheit

DWB

schlaf·trunkenheit

schlaftrunkenheit , f. das schlaftrunkensein. Campe : Bacchus ermuntert sich aus seiner schlaftrunkenheit. Herder 3, 1, 178 Kürschner; da ga…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlaftrunken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlaftrunken/dwb?formid=S09967
MLA
Cotta, Marcel. „schlaftrunken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlaftrunken/dwb?formid=S09967. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlaftrunken". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlaftrunken/dwb?formid=S09967.
BibTeX
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