Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SCHIBEN
I. intransitiv. bewege mich rollend oder wälzend fort. daʒ sam ein bal daʒ houbet in dem sale scheip krone 161. b Sch. dâ mite die schîbe (der diskus) her scheip Albr. 102. b. die hêre gluckes schîbe Marîen dur ir ôren scheip Erlös. 2677. ir keiner komt geschiben an daʒ winster teil an dem rade (des glückes) krone 195. a Sch. wenn sîn gelück begunde schîben alsô daʒ eʒ gieng ûf sælden ban Ls. 1,157. vgl. diu schîbe. — in weiterer bedeutung: die berge mache ich schîben Albr. 71. a. daʒ dirre waltswende nider zuo der erde scheip krone 227. b Sch. es (das herz) well bei dir beleiben, zuo deiner liebi scheiben (= schîben) leseb. 954,29. wie es dar nâch ûf erden schîben oder gân sol schausp. d. MA. 1,313.
II. transitiv. rolle, bewege rollend oder wälzend, drehe, wende.
1. ohne accusativ, von einem spiele, wobei man schîben kugeln nach einem ziele laufen liess. vergl. Wackernagel in H. zeitschr. 6,147. sô zwêne schîbent zeinem zil Renner 11360. schîben u. bôʒen das. 10260. 17531. der hât wirden mêr, der turnieren stechen trîbt, denn der wirfelt unde schîbt Teichn. 283.
2. mit transitiv. accusativ. sîn wedel er (der drache) zesamene scheip krone 161. b Sch. daʒ he den resen greif ind en under sich scheif Karlm. 369,9. den mantel gên dem winde schîben nach dem winde drehen Cod. Schmeller 3,308. — in weiterer bedeutung: die aftersprâche ûf in triben und sîn êre hin schiben besît Pass. K. 458,66. dâ si sulche wort dar under schiben Pass. 172,46. swaʒ valsches ist ûf uns geschiben das. 153,92. — mit dativ. wem si (diu Minne) gelück wil schiben, der hât fröid und sælden vil Ls. 2,256. scheib dir ein leichten muot Hätzl. 1,118,2. chom und mir gelück zu scheib das. 94,35. vgl. troj. s. 23. c.
2. ich schîbe mich. und wolde gelückes rat ûf mînen gewin sich schîben fragm. 44. b. der slangen haubt — wie kein frucht sich auf der erden scheibet Wolk. 110,1,10. — er scheib sich hin dan ging weg Ls. 3,78. gesell, dich schier her wider zu mir scheib Hätzl. 1,8,89. ob der schatz ûf daʒ guot sich schîbet zum gute wird Frl. 42, 5. sît eʒ sich hât alsô geschiben gewandt Massm. Al. s. 142. b.