Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
schîbe swf.
1. allgemein. unze diu mâninne wirt zeiner halben schîben Diemer 342,9. 4. daʒ daʒ firmament umb liefe als ein schîbe Bert. 287. er lief in dem sal umbe als ein schîbe Albr. 13,235. want sich die krumbe als ein schîbe umbe das. 9,30. — ein wâpenkleit dâ wâren schîben ûf gesniten troj. s. 207. c. — vier schîben liefen drunder Parz. 566,16. ûf breiter schîben viere wart eʒ (das hölzerne pferd) gerihtet das. s. 310. c. vier schîven Wernh. N. s. 50. sein hauswohnung setzen ûff vier scheiffen Gr. w. 2,598.
2. das rad oder die kugel des glücks. vgl. Gr. d. mythol. 826. Wackernagel in H. zeitschr. 6,134 fg. s. auch rat. Fortuna di ist sô getân: ir schîbe lâʒet si umbe gân L. Alex. 3262. dar nâch daʒ die schîbe des gluckes loufet unde gêt und ubervert und entstêt nâch glucke u. nâch heile Herb. 13166. gelückes rat, wie nu dîn schîbe mir ze sælden umbe rent MS. H. 3,442. b. swer sîne (des glückes) sinewelle schîben niht erkennet das. 437. b. sînes gelückes schîbe gie im alleʒ entwerhes Mart. 218. a. b. die hêre gluckes schîbe Marîen durch ir ôren scheip Erlös. 2676. swem du (glück) der rehten schîben ganst, der stêt wol hinder dîme schilt Frl. 202,3. daʒ si solte werden im zu êlîchem wîbe von gelückes schîbe s. meister 209,27. — mir gêt der Sælden schîbe Engelh. 4400. vgl. MS. H. 3,441. a. ê daʒ der Sælden schîbe mich hin verdrücke gar zuo der verzalten schar beitr. 91. der Sælden schîben trîben Am. 2053. — daʒ ze wunsche gêt sô wol mîn schîbe Nith. 19,7. dem sîn schîbe als eben gie das. 5,5. vergl. 21,7. 39,3. Elisab. 347. Bon. 40, 37. Lohengr. 14. swie kûme sô mîn schîbe gê wie schlecht es mit meinem glücke aussieht Trist. 1447. dô unser schîbe ensamt gie warn. 3048. — diu schîbe diu sîn êre truoc, diu was dâ nider gevallen Trist. 7165. andere stellen bei Wackernagel a. a. o. s. 146. 147.
3. in besonderer anwendung. töpferscheibe Leys. pred. 15,35. vgl. Pf. G. 3,372. scheibe, die als marterwerkzeug dient Pantal. 1537. 1606. ein zimmer- oder tischgeräth (schüssel?) Albr. 29,304. diskus das. 102. a. b. scheibe am handgriffe des speers H. Trist. 6229. vgl. sperschîbe. waffenstück vor dem knie: dô traf er ûf die schîben in des kniewelinges herte troj. s. 224. d. eine scheibe brot: lista est res spherica ein scheibe vel dic. portio panis Diefenb. gl. 171. daʒ sînem starken lîbe des dünnen brôtes schîbe durch uns gemeine werden sol g. sm. 1512. compakte salzmasse von etwa anderthalb centnern gewichts, welches durch einstossung in eine cylindrische hölzerne einfassung die form einer scheibe erhalten hat münch. str. 164. 207. vgl. Schmeller a. a. o. ein schîve webbes ein stück gewebtes zeug (wohl weil es in cylinderform aufgerollt ist) waldeck. urk. v. 1432.