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Schererei

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schererei

Schererei

1scheren Vb. ‘(eine Oberfläche) kahlschneiden, rasieren, etw. kurz abschneiden’. Das starke Verbum ahd. skeran ‘schneiden, scheren’ (8. Jh.), mhd. schern ‘(ab)schneiden, scheren, durch Scheren der Tonsur zum Mönch bestimmen, abernten, belästigen, quälen, abteilen, ordnen’, mnd. schēren, mnl. scēren ‘schaben, kratzen, scheren’, nl. scheren, aengl. sceran, engl. to shear ‘scheren, abschneiden, mähen’, anord. skera ‘schneiden, schlachten’, schwed. skära hat neben sich ein (im Nhd. nicht erhaltenes) schwaches Verbum ahd. skerren ‘einordnen, einlassen, begrenzen’ (um 800), mhd. schern ‘(ab)teilen, wohin schaffen, absondern, ausschließen, zuteilen’, asächs. skerian ‘zu-, einteilen’, mnd. schēren, mnl. scēren ‘zuteilen’, aengl. scearian ‘zuteilen, bestimmen’. Das schwache Verb gehört semantisch eng zu den unter 1Schar (s. d.) behandelten Substantivformen und ist wohl als Denominativum aufzufassen. Außergerm. sind verwandt aind. kṛṇā́ti ‘verletzt, tötet’, utkīrṇa ‘ausgeschnitten, eingeritzt’, griech. ké͞irein (κείρειν) ‘abschneiden, scheren’, lit. skìrti ‘trennen, teilen, scheiden, zuteilen’, lat. caro ‘Fleisch’, eigentlich ‘Stück (Fleisch)’ sowie air. scar(a)im ‘trenne’. Erschließbar ist eine verbreitete und vielfach erweiterte Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Hierher gehören Wendungen wie sich (nicht) um etw. scheren ‘sich (nicht) kümmern, sorgen um etw.’ (17. Jh.), heute meist schwach flektiert (unter dem Einfluß von 2scheren?, s. d.), wohl auf die Bedeutung von mhd. schern ‘belästigen, quälen’ (s. oben) zurückgehend; (alles) über einen Kamm scheren ‘mit demselben Maß messen, auf gleiche Weise behandeln’ (16. Jh.); sein Schäfchen scheren ‘seinen Vorteil wahrnehmen’ (18. Jh.). – ungeschoren Part.adj. (bleiben oder lassen) ‘unbelästigt, unbehelligt’, ahd. ungiscoran (10. Jh.), mhd. ungeschorn. Schererei f. ‘Unannehmlichkeit’ (18. Jh.).
1863 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ScherereiDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Die Schererei , Mz. — en . 1) Das Scheren, die Handlung da man schiert, abschneidet, wenn man tadelnd davon sprechen w…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schererei

    Goethe-Wörterbuch

    Schererei -ey Ärger, Unannehmlichkeiten; mBez auf die polit Folgen des Scheidungsprozesses des Ehepaars MChE u GKunkel 1…

  3. modern
    Dialekt
    Scherereif.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schererei f. : nach dem Schd. Jetz hab ich die Schererei [Lu'haf, mancherorts]. Mach kä Scherereie! [Kaislt]. Südhess. V…

  4. Spezial
    Schererei

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sche|re|rei f. (-,-en) 1 castighe (-ghi) m. 2 (Mühe) fadia (-ies) f. 3 (Unannehmlichkeit) bria (bries) f. 4 (Schikane) t…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schererei

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Ableitung von schererei 3 Analysen

scherer + -ei

schererei leitet sich vom Lemma scherer ab mit Suffix -ei.

Alternativen: scher+-erei scher+-er+-ei

Zerlegung von schererei 2 Komponenten

schere+rei

schererei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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