Eintrag · Rheinisches Wb.
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scheren III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk šErə, –Eə-, dau šE(ə)ršt, se šE(ə)rt, Part. gəšōr u. -šErt; Mosfrk šErə, –ē-, –E:- [Saarbg-Winchering -ī:-], dou šērš(t), ən šērt, ohne Prät., Part. gəšr, –ō-; Rip -E:-, –E·ə.-, LRip auch -ē·ə.-, –ī·ə.-, dū šErš u. šīərš, hę šErt (-Eə-, –ēə-) u. -īə, Prät. sehr selten šūər, Part. jəšrə [kurköln. Neuw, NAltk, Sieg-Ägid šę·r.ə, du šę·r.s, hE še·r.t, Part. jəšo·r.ə]; Berg šērə, du šērš, hę šērt, Part. jəšōrən; SNfrk šEərə, –ēə-, du šīəš, hę šīət, Prät. šō:r u. šę·r.də, Part. jəšərə, –ōə- [Eup eχ šē·ə.r, du šē·ə.š, heə šē·ə.rt]; Klevld šErə, γe šErt, Part. γəšrən st. u. schw.: 1. wie nhd., abschneiden. a. einen sch., einem Menschen die Haare abschneiden, auch einem die Haare, den Kopf sch. Allg. noch in RA., sonst de Hor schneiden; noch alltäglich n. Ürd.-L.; wie auch einen sch., rasieren, auch einem den Bart sch., sich sch., sich rasieren, sonst dafür den Bart afnehmen, den B. machen (s. Bart), barbieren (veralt.), neuer rasieren. RA. (zu sch. = Haare schneiden): Er os geschor, mer mant (meint), de Ratten wären an em gewest, su hat en Trappen Koch-Laub. Dem hon se awer en gehirege Kahldotz geschore Westerw. Du wess (weisst) vill, wer dich geschore hät scherzh. du weisst nichts Rheinb-Meckenh, Aach-Berensbg, Mettm. Ein Weib sch., ihr beiwohnen Elbf. Alles, wat geschoren es (die Tonsur hat), dat süppt Geld-Leuth. En Kind, wat för'n Johr ward geschoren, wör nötter (nützer, besser) niet geboren Ruhr. Kahl geschore, Fott (Gesäss) befrore wenn das Haar zu kurz geschnitten ist, erkältet man sich leicht Dür-Heistern. De Geck sch. eine Sache ins Lächerliche ziehen Mörsb-Wallach. Korz Hor is ball geschor wer nicht viel hat, ist bald fertig Bernk-Bollenb. Wem de Plät (Krüng Tonsur) es geschoəre, es der Gitz (Geiz) dren geboəre Kemp-SPeter, Bergh-Blatzh. Ber net do es, kreit de Kapp (Kopf) geschert wer zum Essen zu spät kommt, erhält nichts mehr Neuw-Datzeroth. Enem de Kopp sch. ihn scharf tadeln Rip. Wenn de K. geschoəren ös, donzen (tanzen) de Lüs op de Stoppele wenn die Sache klargelegt ist, kann man ihr auf den Grund sehen Kemp-SPeter. Enem den Kamm sch. ihn scharf tadeln, ihn überlisten Sieg-Siegbg, OBerg. Kamm-sch. spillen so lange kegeln, bis von den neun Kegeln keiner mehr steht Gumb-Berghsn. He schert alles öwer eine Kaump urteilt nach einer vorgesetzten Meinung MülhRuhr, Allg. Der hät mich üvver der K. g. mich hintergangen Köln-Stdt. Die send all övver ēne K. geschoəren derselben leichtfertigen Gesinnung Kref, Allg. — Zu sch. = rasieren; ek lott mech tweemol sch. en de Wek (Woche) Klevld. Gut gesept (eingeseift) es half geschoren Emmerich. Ek scher drög (trocken)! ich narre dich mit freundlichen Worten Geld-Schravelen. Ech sall dem de Bart wall sch. (ohne Netz) ihn gehörig vornehmen Malm, Grevbr. Toon (Anton), schert min den Bart, mar schnejt min niet in de Schwart! Neckr. gegen den Rasierer Klev. — Ge Metz (Messer), dat so schärp schiərt, als wenn ene Bur Här würd Kemp-Süchteln. — b. Tiere sch. α. Schafe sch., wie nhd. Allg. RA.: Mer mänt (meint), der hätt sei Lewen lang de Schof geschor er hat krumme Beine Mosfrk. Der hat se Schöfche geschore ein gutes Geschäft gemacht Prüm, Allg. Hej kömmt, äs de Schöppkes geschore sin er will Geschäfte machen, wenn es dazu keine Zeit mehr ist Klevld. Je dommer Schop, je beter sch. Mörs-Gerdt. We schiərt vu (vor) Zelfos (Servatius, 13. V.), dem as de Woll lewer wie de Schof Prüm-Waxw. Der enge scheərt de Sch., der angere de Ferkens der eine erhält den grössten Vorteil, der andere muss sich mit Geringerem begnügen Aach, Rip, Nfrk. Schlof woll (Wortsp. zwischen Wolle u. wohl (sonst wūl), dann sch. mer die more frih! scherzh. Gutenachtgruss Simm-Horn. — Schöppken sch. flache Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen Dinsl-Aldenr Walsum. — β. einen Pudel, Hund sch. Allg. RA.: He früst (friert) wie en geschorenen Pudel Barm. De scheərt de beiste Hond nimmt den Löwenanteil MüEif. Half un h., we mer de Hung scheərt das ist eine Halbheit Köln, Bergh. — γ. scherzh. von andern Tieren in RA.: Et kömmpt der niet op an, wenn me en Ferken (Katt) schert, äs me mor (nur) tüssen (zwischen) de Kopp un de Statt (Sterz) blifft Genauigkeit ist bei wenig wichtiger Arbeit nicht notwendig Rees-Haldern. Viel Geschrei, wenig Woll, sat der Deiwel, do hor er en Watz (Eber) geschor die Sache, um die viel Lärm gemacht wurde, stellt sich als unbedeutend heraus Simm. De Schwein sch. deiht, de hät vill Spektakel un kein Woll Köln-Stdt. — Et kömmp sich net op e Hor an, wenn mer en Koh schiərt gesagt, wenn einer überflüssige oder minderwertige Sachen wegschenkt Schleid (s. weiter bei Kuh). — Et köt op en Hor net an, wenn mer en Katz (en Gess »Ziege« Sieg-Scheiderhöhe) möt der iser Häp schiərt bei der Arbeit kommt es auf Feinheiten nicht an Eusk, Rheinb, Bo. Me mutt nich en Hippe mit der Häpe sch. Gummb. — De beste Böck sch. am schlimmsten wegkommen Eusk-Dirmerzh. Wann et iwer't Bocksch. hergong wenn die Schwierigkeit kam Bitb-NWeis. — In Ongerbach (Düss-Unterb) send se am Esele sch. gesagt, wenn Nebel aufsteigt Mettm. — Den hät e Gesit (Gesicht) wie e geschorenen Af (Affe) Saarbg. — Kückes worde geplöckt on nit geschore Klev. — Den Kuckuck sch. zu Pfingsten Reisbrei mit Zucker u. Zimt u. Käse essen Jül-Linnich. — De Maus sch. ein Hochzeitsbr.: Burschen von 13—18 Jahren kamen vor das Hochzeitshaus, die M. ze sch.; sie erhielten ein ordentliches Nachtessen, wobei Braut u. Bräutigam sie bedienten Bitb-Malbgweich (schon 1856 veralt.). — Henge (hinter) al Hecke ös got sch. (sonst schure) ein junges Weib ist bei einem alten Manne gut aufgehoben Eusk-Langend. — c. die Haut sch., bei der gewässerten Haut die Fleischteile abschaben, in der Gerberspr. Allg. — d. eine lebende Hecke sch., deren über eine grade Linie hinauswachsende Triebe abschneiden Allg. RA.: Je miəh men em (die Hecke) scheərt, deste miəh e sech weəhrt desto kräftiger wächst sie Eup. — e.α. die Wiese sch., mähen Sieg. RA.: Gespräch zwischen Wiese (A.) u. Bach (B.): A.: Du krummer, du schepper (du lange, du schmale; kromm on strack; richt on kromm), wo läfste (läufst) hin? B.: Geschorener Arsch, wat fräs de (fragst du) deno? A.: Meine A. is nit so viel geschor, as deiner zugefror Rhfrk, Allg. (mit Var.). — β. ein Getreidefeld sch., ernten Sieg, Heinsb. RA.: Do schiərt men op oəhne mäə (mähen) Heinsb. We vüər fiəhrt, de v. schiərt wer zuerst fährt, kann z. ernten ebd. — f.: ein Tuch sch., beim Weben die langen Haare abschneiden, in der Weberspr. (veralt.). — 2. übertr. a. einem etwas sch. α. enem de Deskamp, Destelkamm sch. ihm die Leviten lesen Rip (s. Diskamp = Diskant). — β. engem der Puckel voll sch. ihn gehörig prügeln Aach-Stdt; eich hon em en geschor eine Ohrfeige versetzt Saarbg-Schoden, Bitb-Badem, Koch-Lutzerath; gleich kriesde än g.! Kreuzn-Oberhsn. — b. einen sch. α. gehörig rupfen, übervorteilen; du bös van dem ävver es gehüreg geschore wuərde Rip, Allg. RA.: Der is so dumm, dat mer en sch. kann Zell-Trarbach. De hant mek so nack geschoren wie en witten Hick (weisse Ziege) Lennep-Hückeswg. Wat mer de Bur mih schiərt (mit Steuern belädt), wat e mih üsschleiht Schleid-Dahlem. Mäncherein geiht op Schor (no Woll) erus un küt selfs geschore no Hus Köln-Stdt, Eif. — β. den es net gut (schlecht) geschoren schlecht aufgelegt, schlechter Laune Prüm, Malm. — γ. einen ongeschore losse in Ruhe lassen, nicht belästigen; ech well o. blive Rip, Allg. — He kömmp net o. dran verbei nicht ohne Rüge, ohne Schaden; do küt mer nit o. töschen (zwischen) dännen Rip, Nfrk. RA.: En Jung un en Honnd (Hund) gonnt ni u. langesein MülhRuhr. — δ. ongeschiərt grob Mörs-Rheinbg. — c. einen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Remsch, Mettm-Cronenbg, Dinsl, Rees (s. Schäfchen sch.); Bäcksken (Bach) sch. Ess. — Abl.: die Schererei (s. u. bes.), dat Gescher(sch).
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Dialektscheren III
Rheinisches Wb.
scheren III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk šErə, –Eə-, dau šE(ə)ršt, se šE(ə)rt, Part. gəšōr u. -šErt; Mosfrk šErə, –…
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Kompositum 5
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit schereniii
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