Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
scharmützen
scharmützen
Scharmützel n. ‘kleines militärisches Gefecht, Geplänkel’, spätmhd. scharmutzel, scharmützel (14. Jh.), scharmutz (um 1400). Daneben sind bezeugt mfrz. escarmuche, escarmouche (14. Jh.), ital. scaramuccio (14. Jh.), span. escaramuza (15. Jh.), port. escaramuça (16. Jh.), mengl. skarmuch (14. Jh.), so daß in: Festschr. Maurer (1963) 77 ff. glaubt, in dem Ausdruck ein „beliebtes militärisches Wanderwort“ sehen zu dürfen. Mhd. scharmutzel, scharmützel ist wohl entlehnt aus ital. scaramuccio m. bzw. obital. scaramuzzo (heute ital. scaramuccia f.), das durch sein Suffix -uccio, -uzzo und durch seine Bedeutung ‘kleines Gefecht’ auch im Dt. die deminutive Endung -el veranlaßt hat. Spätmhd. scharmutz könnte hingegen aus dem Mfrz. stammen. FEW 17, 118 ff. macht wahrscheinlich, daß als Ausgangsform der oben genannten Wortgruppe mfrz. escarmuche f. zu gelten hat. Zugrunde liegt anfrk. *skirmjan ‘schützen’ (s. schirmen), aus dem (als einem Ausdruck ritterlicher Kriegsführung) afrz. mfrz. escremir ‘fechten, verteidigen, schützen’ entlehnt ist. Das dazu gebildete Substantiv afrz. mfrz. escremie ‘Kampf, Gefecht’ sei, da Scharmützel vornehmlich zwischen sich versteckt bewegenden feindlichen Patrouillen entstehen, unter dem Einfluß des Verbs afrz. mucier, nordafrz. muchier ‘(sich) verstecken’ zu mfrz. escarmuche und, da Plänkler mit lästigen Fliegen verglichen werden, unter dem Einfluß von afrz. mosche, mouche ‘Fliege’ zu mfrz. escarmouche umgestaltet worden. Vgl. nl. schermutseling, engl. skirmish. scharmütze(l)n Vb. ‘kämpfen, streiten, plänkeln’ (15. Jh.), nl. schermutselen. scharmutzieren Vb. ‘kämpfen, plänkeln, ein Wortgeplänkel führen, tändeln, flirten’ (17. Jh.).