Schandarm
šanda·r.m [
-dār(ə)m Rhfrk vielfach,
-dę·r.m vielfach an der Saar, in Kref, Geld, Mörs, Klev, Rees; neben
šan- auch
štanda·r.m Prüm-Mürlenb, Waldbr-Dickhsn, homburg. Bergh, Dür, Jül, Aach, Mörs-Neuk;
stun- Waldbr-Eckenhg;
štada·r.m neben
šan- Köln-Sinthern, Grevbr, MGladb, Mettm-Haan;
šandr Mörs-Orsoy] , Pl.
-mə(n) Allg.
m.: 1. wie
nhd., der Landjäger (
der Mann möt der kopperen Sprötz Bernk);
wie de Sch.ə en hule wollte, do war et Nest ausgeflo Rhfrk, Allg.;
der Sch. kümmt,— krit dek! Drohung zu unartigen Kindern Gummb, Allg.
E Kerl (Mensch) wie e Sch. strammes Mannweib Allg.
En hot e Gesit (Gesicht so streng)
wei e Sch. Saarbg-Winchering.
Ech han Honger wie en Sch. May-Kehrig, Altk-Herdrf.
Arm wie ene Sch. Dür-Weisw;
voll (bezecht)
wie en Sch. Trier.
He git ach wie ene Sch. Bergh-Angelsd.
De stenkt ut dem Hals wie ne Sch. ut de Fott (Gesäss) Kref-Fischeln.
De starke Kerl, de schmisst mim Sch. Eckpöste us er widersetzt sich Waldbr-Wildbergerhütte.
Alles metnähme, sät der Sch. gesagt, wenn man sich jede Kleinigkeit aneignet Düss, Mettm, MGladb, Altk-Bachenbg.
Beter, de Frau hält (holt)
dech üt de Wirtschaf as den Sch. Mörs-Rheinbg.
O, weh, de Sch.därmen kommen eraus! gesagt, wenn ein Kind sich in die Finger geschnitten hat (Wortsp. zwischen
Sch. u. Därme) Trier-Mehring. —
Menge Schatz (Geliebter)
es ene Sch.; ene Sch. soll et sen; de Schand es dem Kaiser; der Darm, de es meng! MüEif.
Lo druwe am Berg, do stehre Sch., der har e Schlabimbel (Säbel)
so lang wie mei Arm! Birkf.
Sch. möt de langen Ärm! Neckr. Kref.
Sch., mak me de Bocks (Hose)
es wärm! Geld-Kevelaer.
Kerl un Wif un drei Sch.ən, dat sin der fif (5)! MülhRuhr-Styrum. —
Wa's der Onnerschied zwesche äm Sch. on äner Bohnestang (-säckelchen)? De Sch. es uwe spetz on de B. enne (unten) Bernk-Allenb
(dat S. rund Trier-Schleidw). —
zw. en Sch. un em Strihsak? Gor känen Trier-Schleidw.
Räuber on Sch. spillen das Knabensp. Allg.;
R., Sch., Reisender sp. May;
Schelm en Sch. Aach
; Dieb on Danscharm Altk-Wissen;
Sch.ches sp. May-Pillig. — 2. übertr. a. persönl. α. verächtl. ungestümer, ungeschickter Mensch, der ohne Besonnenheit arbeitet Merz-Saarhölzb. — β. mutiges, tüchtiges, starkes Weib; scherzh. auch eine Frau, die über den Mann strenge Aufsicht führt, ein (streitsüchtiges) Mannweib;
de hät ene Sch. zer Frau, — van Fr. Rip, Allg.;
langer Sch. hageres Weib Wend-Pfeffelb. — γ.
den Sch. as do! scherzh. die Hebamme, zu Kindern, die man aus dem Zimmer der Wöchnerin heraushalten will; aber auch
den hat den Sch. do seine Frau ist in die Wochen gekommen Bitb, Prüm, Daun-Strohn. — δ.
Hecker Sch. Neckn. eines von Simm-Hecken. — ε. scherzh. Lerche Erk-Üvekoven
(prüssische Sch.), Heinsb-Effeld. — b. sachl. α. scherzh. menschl. Kothaufen, oben spitz zulaufend Wend, Hochw, Bitb-Fliessem, Zell-Mastershsn, Neuw, Altk, Gummb-Mühle. — β. verkohltes Dochtende Lennep-Haarhsn. — γ. der mittlere Kegel zwischen zwei Ecken;
der het den Sch. geschmitten Gummb-Hülsenbusch. — δ. langes, ovales alltägliches Weissbrot, an beiden Enden ziemlich spitz, nur beim Bäcker zu haben, im Gegens. zu den runden Wend, Saar, Mos bis Koch, Wittl, Bitb, Prüm; langes Graubrot Birkf, Monsch, Aach-Ld, Rheinb-Meckenh, Sieg-ODollend, Köln-Stdt; ganz kleines Weissbrötchen (10 Pfg. kostend) Kobl-Stdt; Gebildweck, oben u. unten mit drei Spitzen, von den Paten Neujahr geschenkt Koch-Lutzerath;
Schandärmchen kleines Graubrötchen von etwa Handgrösse, von länglicher, an beiden Enden zugespitzter Form Sieg-Honnef, Köln-Stdt. — ε. scherzh. ein Glas Schnaps mit Zucker u. Rosinen Mörs-Neuk.