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schachzabel

mhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 5 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schachzabel n.

Bd. 14, Sp. 1967
schachzabel, n. alte bezeichnung des schachbrettes, mhd. schâchzabel, ahd. scâhzabel; zabel ist mit verschiebung des anlauts aus lat. tabula gebildet. das wort erscheint zuerst in glossarien des 11. 12. jahrh.: alea scâhzabel gl. Trev. 9, 10. vergl. Wackernagel kl. schriften 1, 109 ff. in der litteratur zuerst im Rolandslied 22, 17; bald gemein geworden, in der bedeutung erweitert, insofern auch das schachspiel damit bezeichnet wurde, seit dem 14. 15. jahrh. aber der form nach nicht mehr verstanden, daher vielfach entstellt in schâchzagel: einen schâchzagel ziehen quelle von 1433 bei Schm. 2, 363; das acht essen was ain schachzagl von mandlmilch prawn und weisz, die roch und all stain waren von zucker. ebenda (von 1476); in schâfzagel, scacabulum, ludus tessalorum voc. von 1419; mit dem verbum schafzaln schach spielen; in dem Regenburgischen verbot der spiele 1393 war das schafzaln ausgenommen; in mehrfachen ähnlichen formen schaffzagel, schachzogel, schaczagel, schazagel, schozagel, vergl. Massmann geschichte des schachspiels s. 52. mhd. wb. 3, 852b. in Franken hat sich unter der form schafzagel, schafzaigel auch die bedeutung des ursprünglichen schachspiels seltsam gewandelt, indem dieses zu dem einfachen mühlenspiel herabsank. vgl. Schm. 2, 383. Bedeutung. 11) schachbrett: von aventiure eʒ dô geschach, daʒ Tristan in dem schiffe ersach ein schâchzabel hangen an brete und an den spangen vil schône und wol gezieret. Tristan 2217; dô hieʒ brengen diu künegin ein schâchzabel von elfenbein, ouh brâhte man zweier hande gestein von zweier farbe, daʒ edel schein. Ulr. v. Türheim bei Massmann a. a. o. 58; in welcher in einem schilde mit dem fürstenhut der schachtzagel gemalet war. Lucae denkwürdigk. Schlesiens s. 1319. 22) das spiel auf dem schachbrett, das schachspiel; in verbindungen schâchzabel ziehen: der künec und die künegin gar minneclîchen vant er sizzen bî einander, dâ si ein schâchzabel zugen. Heinrich v. Freiberg Tristan 4144; schâchzabel unde seitenspil daʒ was sîn kurzewîle. Konr. v. Würzburg der werlde lôn 28; swâ man des schâchzabels gert. Tannhäuser hofzucht, in zeitschr. f. d. alterth. 6, 495; schachzabel ist ein königspiel, jetzt spielts der eidgenosz. wunderhorn 1, 102 Boxberger; nachdem sich Peter Krafft der jüngere eine zeither mit spielen und karten nicht löblich gehalten und sich dadurch merklich schulden zugezogen, verpflichtet er sich gegen seinen vater Conrad Krafft und gegen seine mutter Agathe von Bayszwile, hinfort nicht mehr zu spielen noch zu karten noch kein anderes spiel zu thun, weder allein das schachzagel zu ziehen und mit dem armbrust zu schieszen. quelle von 1461 bei Schmid 450; da begärten die schelmen angentz mit unsern gsellen zu spilen schachzabell, so nannten sie den schach. Th. Platter 18 Boos. 33) häufig in bildlicher verwendung (vgl.schach); vom kampfe: ûf disen vierecken schilt was schâchzabels vil gespilt. Parz. 406, 26; von der welt: disiu werlt ist als ein goukeltabel, wan sie hât als ein schâchzabel künig unde künegîn, roch, ritter, alten, vendelîn. Renner 22494; ein meister glîchet dise werlt eime schâchzable, dâ stân ûffe kunige und kuniginnen und ritter und knappen und venden; hie mite spilen si: wan si mûde gespilet haben, sô werfen si den einen unter den andern in einen sack, alse tût der tôt, der wirft iʒ alliʒ in die erden. d. mystiker 1, 164 Pfeiffer.
3385 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schâchzabel

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    schâchzabel s. das zweite wort.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schachzabeln.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schachzabel , n. alte bezeichnung des schachbrettes, mhd. schâchzabel, ahd. scâhzabel; zabel ist mit verschiebung des an…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schachzabel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schachzabel (mittelhochd.), Schachbrett, Schachspiel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schachzabel

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Zerlegung von schachzabel 2 Komponenten

schach+zabel

schachzabel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schachzabel‑ als Erstglied (12 von 12)

schâchzabelbrët

Lexer

schach·zabelbret

schâchzabel-brët stn. BMZ schachbrett Massm. schachsp. 131. Germ. 18,66. schâfzagelbret, scacarium Dfg. 515 b . vgl. schâchzabelspilbrët.

schâchzabelëhte

Lexer

schâch-zabelëhte adv. ib. Troj. 3000. schneid es dann schâchz aglet Anz. 4,83.

schâchzabelen

Lexer

schach·zabelen

schâch-zabelen swv. part. geschâchzabelt s. v. a. schâchzabelëht Ernst B. 2223. j.Tit. 6109. geschâzavelt Lanz. 4107 ( oben 1, 895). geschôz…

schâchzabelspil

Lexer

schach·zabelspil

schâchzabel-spil stn. BMZ schachspiel Trist. Ls. sch. spiln, ziehen ( vom minnespiel Apoll. 18434 ff. Altsw. 89,15 ). Virg. 113,9. 589,7. Pa…

schâchzabelwîs

Lexer

schachzabel·wis

schâchzabel-wîs adv. schachbrettförmig. schâchzabelwîs gevieret stuont diu veder wunniclîch Part. B. 8710.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schachzabel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schachzabel/dwb?formid=S03326
MLA
Cotta, Marcel. „schachzabel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schachzabel/dwb?formid=S03326. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schachzabel". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schachzabel/dwb?formid=S03326.
BibTeX
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