Satire auch y-; insbes in den 1770er bis 1790er Jahren schrieb Goethe Personal- u Literatursatiren1), in denen er individuelles Fehlverhalten, menschliche Schwächen u Laster, gesellschaftliche Mißstände ebenso wie Erscheinungen eines als mittelmäßig empfundenen Kunst- u Literaturbetriebes in zugespitzter, ironisch-feinsinniger bis sarkastisch-polemischer Weise - mitunter auch mit beißender Schmähung – kritisiert u bloßstellt. Widersprüche zwischen Ideal u mangelbehafteter Realität thematisiert Goethe sowohl in Prosa- als auch in Versform in unterschiedlichen literar Gattungen, vorzugsweise in Drama u Epigramm (beißende) Verspottung, Karikierung von Personen, Unzulänglichkeiten, Anschauungen, Ereignissen uä mit dem Ziel von Entlarvung u Preisgabe an die Lächerlichkeit a als Art u Weise kritisch-polemischer Auseinandersetzung; auch in Assoziation mit einem satirischen Text als deren Ergebnis, Produkt Seinem Naturell, das sich zum Aufpassen auf Fehler und Mängel und zur S. hinneigte, ließ er [Rektor Albrecht] ..in öffentlichen Reden freien Lauf, und..würzte..alles, was er sagte und schrieb, mit beizenden Ingredienzien GWB26,199,6 DuW 4 Abschied von Nicolai.|Unerschöpflich wie deine Plattheit ist meine S.,|Doch für das laufende Jahr nimm mit dem Hundert vorlieb GWB51,293 XenNachl 165(741) Rabener..seine S. bezieht sich durchaus auf den Mittelstand GWB27,76,21 DuW 7 uö(selten) b als (literar) Kunstform des Komischen α Genre-, Gattungsbezeichnung; auch übergehend zu β Dichtarten. Allegorie, Ballade, Cantate, Drama, Elegie, Epigramm, Epistel, Epopöe, Erzählung, Fabel..Ode, Parodie, Roman..S. ..alphabetisch zusammengestellt GWB7,117,5 DivNot Dichtarten [mBez auf engl Poesie] Gedichte..die neuern..neigen sich gleichfalls gegen die S., sind bitter und besonders die Frauen verachtend GWB28,216,4 DuW 13 Ich will..von solchen Dingen sprechen, durch welche das Publicum besonders aufgeregt wird, von den beiden Erbfeinden alles behaglichen Lebens und aller heiteren, selbstgenügsamen, lebendigen Dichtkunst: von der S. und der Kritik GWB27,71,14 DuW 7 [GW] Rabener..ergriff die allgemeine Satire. Sein Tadel der sogenannten Laster und Thorheiten entspringt..aus einem bestimmten sittlichen Begriff, wie die Welt sein sollte. Die Rüge der Fehler und Mängel ist harmlos und heiter; und damit selbst die geringe Kühnheit seiner Schriften entschuldigt werde..wird vorausgesetzt, daß die Besserung der Thoren durch's Lächerliche kein fruchtloses Unternehmen sei GWB27,74,20 DuW 7 Aufsatz über Carrikatur, persönliche Satyre, Anekdoten GWBT2,248,22 v 14.5.99 GWB40,310,17 Üb:Grübel,Ged uö(selten) β das einzelne satirische Werk; wiederholt in Vbdg mit Autorennamen Palissot..gedenkt eine Satyre zu schreiben, und gewissen bestimmten Individuen, deren Bild sich allenfalls verzerren läßt, in der öffentlichen Meinung zu schaden GWB45,191,6 RamNeffeAnm Palissot,Philos zuletzt hat mich die Wieland'sche Übersetzung der S-n [des Horaz] höchst unglücklich gemacht; ich hatte kaum zwei gelesen, so war ich schon verrückt GWB30,151,16 ItR~GWBT1,290,19 v 10.10.86 [mBez auf JFReichardt] Giebichensteiner, sei auch persönlich in deinen S-n,|Deine leid'ge Person tritt doch am stärksten hervor GWB51,299 XenNachl 207(708) Was ich..dießmal wünsche..Die poetische Satyre aus den jüngern Jahren Lord Byrons gegen die Edinburgh Reviewers und andere Kritiker, ein kleines Bändchen..welches wohl zu finden seyn wird GWBB35,106,7 Kräuter 25.9.21 GWBT3,257,20 v 12.8.07 GWBGespr(FfA II 12,463,4) Eckermann 14.3.31 GWB27,390,36 DuW Plp uö γ metonym; im kollektiven Sg für: Autoren satirischer Schriften Die prosaische und poetische S. hatte sich bisher immer gehütet, Hof und Adel zu berühren. Rabener enthielt sich nach jener Seite hin alles Spottes, und blieb in einem niederen Kreise. Zachariä beschäftigt sich viel mit Landedelleuten, stellt ihre Liebhabereien und Eigenheiten komisch dar, aber ohne Mißachtung..Den entschiedensten Schritt jedoch that Lessing in der Emilia Galotti, wo die Leidenschaften und ränkevollen Verhältnisse der höheren Regionen schneidend und bitter geschildert sind..GWB28,196,1 DuW 13 1) zB 1773-1775: ‘Fastnachtsspiel vom Pater Brey’, ‘Prolog zu den neuesten Offenbarungen Gottes’, ‘Götter, Helden u Wieland’, ‘Satyros’, ‘Jahrmarktsfest zu Plundersweilern’, ‘Hanswursts Hochzeit’, ‘Triumph der Empfindsamkeit’ (1777), ‘Venetianische Epigramme’ (1790), ‘Reineke Fuchs’ (1794), ‘Xenien’ (1797). Vgl auch Wilpert,925 sowie FHerboth in: Goethe nach 1999: Positionen und Perspektiven. Hg MLuserke (2001),67-78. Undine KramerU.K.