Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
samir
Gl 1,418,29 (M, clm 22201, 12. Jh.) in: samir din hel helfo (2 Hss. somir dîn huldî; 5 Hss. sô helfe mir dîn huldî) zu: [(Urias zu David:)] per salutem tuam [, et per salutem animae tuae non faciam rem hanc, 2. Reg. 11,11] ist wohl als Zusammenziehung aus sama adv. ‘so’ u. enklitischem mir, Dat. Sing. des Pers.-Pron. ih, zu deuten. Auslautendes -a vor enklitischem mir wurde apokopiert u. die entstandene Doppelkonsonanz -mm- zu m vereinfacht; zum fehlenden Umlaut vgl. Matzel S. 51 u. Paul, Mhd. Gr.25 § L 16 Anm. 4. Die sprechsprachliche Form samir leitet die dt. Entsprechung der lat. Beteuerungs- bzw. Bekräftigungsformel “per salutem tuam” ‘bei deinem Wohlergehen’ ein, die etwa mit ‘so (wahr) mir dein Heil helfe’ übersetzt werden kann. In der Form somir der Parallelhss. könnte -a- vor m zu -o- verdunkelt sein oder sô adv. vorliegen; zur Zuordnung zu sama u. zum Vokalismus vgl. noch Schweiz. Id. 7,904 s. vv. sam, sammir u. vgl. noch Schm. 2,206. 275 s. vv. so, sam; zu zwei weiteren Belegen für samir Gl 1,309,30. 419,38 in ders. Hs. sowie zu den Formen mit Umlaut semir Gl 1,309,29. 419,38 (beide M, Göttw. 103) u. semmir Gl 1,309,29 (M, clm 4606) s. unter selmir u. slemmir.