Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rotzlöffel
Rotzlöffel
Laffe m. ‘eitler Mensch, Geck’ (15. Jh.), wahrscheinlich eine Übertragung von frühnhd. laffe ‘Hängelippe, Maul’ (16. Jh.) auf einen Menschen, vorgestellt als einer, ‘der mit offenem Munde, hängender Lippe gafft’. Insofern gehört Laffe zur Wortgruppe von labbern, Lappen, läppisch, Lippe (s. d.) und damit zur Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’. Der Ausdruck bezeichnet bis zum Ende des 18. Jhs. einen jungen, faulen, unerzogenen Menschen. In der Aufklärung und im Sturm und Drang dient Laffe als Kraftausdruck zur Kennzeichnung geistigen Unvermögens des (literarischen) Gegners. Dazu die Weiterbildungen des Schimpfworts zu Läffel m., auch Leffel, Löffel (15. Jh.), und Rotzlöffel m. (16. Jh.).