Eintrag · Rheinisches Wb.
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Rock III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rok, –ǫ-, Pl. -e-, –ę-; Mosfrk -ǫ- [an der Saar n. einschl. Saarbg-Dilmar Münzing Faha Weiten Taben Greimerath Mandern durch den Hochw zur Mos hin --; innerhalb einschl. Saarbg-Wilting Nohn Orscholz Kessl Büschd Wies -a]; Pl. -ę- [-E-]; Bitb, Trier, WWittl, SPrüm -- [um Wittl-Sehlem -ā-], Pl. -E- [Trier-Stdt -ę-]; sonst Mosfrk -ǫ- [in einem Teile von May u. des Westerw (s. Kopf) -a-], Pl. -ę-; sonst -ǫ-, Pl. --; Demin. mit Umlaut -gχə(n), –gəlχə(n), –kχə, –kəlχə, –kəkə m.: 1. wie nhd.; im Rhfrk fast nur vom Frauenrock, von der Hüfte herabreichend, über den Ennerrock (Unter-); das den obern Körper deckende Oberkleid ist der Jacken; erst neuerdings wird hin u. wieder R. auch für die den Oberkörper deckende Männerjacke unter Einfluss des Nhd. gebraucht; sonst bezeichnet R. sowohl den Männerrock (alter Art) wie den Frauenr. (ersterer nur für den Oberkörper, letzterer nur für den Unterkörper, auch Klederr.); doch ist bei den Männern der deche (tuche) R., der schwarze, lange R. stets von bestem Wolltuch; minderwertiger Jack(en), Kamisol, Wammes; bei den Frauen der iəwerschte R. der äussere R., den ennerschte R. (Stömpehen) der unterste Unterrock, den Ennerrock über dem ennerschte R.; bei den Männern den Iwerrock Überzieher, Mantel [Ewerrock den man früher beim Ausgehen über das im Hause getragene Wams anzog Siegld]; im Klevld bezeichnet R. mehr den Unterrock der Frauen; der Männerrock wird hier fast ausschl. Jass (Beus) genannt; das Röckelchen ist allg. das Kleid der Kinder, auch der Knaben, solange sie noch keine Hosen tragen; der Werkeldags-, der Sonndagsr.; s. auch Falden-, Flitches-, Frack(en)-, Kleder- (R. zu einer Bluse), Klippen-, Läppen-, Schlippen-, Schossr.; Korrock des Geistlichen; Schlofr. (Schlaf-); R. met Uhre (Ohren) Kleid mit Hängeärmeln Rheinb-Flamersh; enwenniger R. Innenseite des Männerrockes Allg.; der R. steht em got (net) Rip, Allg., — geht em gut Birkf; der R. es hart gedrägen oft u. viel getragen Gummb. RA.: Ne R. wie e Botzeben (Hosenbein) enger Frauenrock Schleid. E Röckche wie e Klöckske (Glocke), sät de Schnider, du satt he der Ärmsknüəkel (Ellenbogenknöchel) noə boəven Kemp, Kref. Et hängt zusammen wie R. an Wammes Malm. Suə mager wie ne R. MGladb-Kleinenbr. Die Krähe ruft: R., R. (nimm deinen R., es gibt Regen)! uWupp. Jedder Dag e Plöcks-che, es op et Johr e Röcks-che sagt der Schneider, der jeden Tag ein Stück Tuch für sich behält Aach, Eup, Monsch, Dür. Alldags R. nährt, Firdags R. tehrt Mülh Ruhr. Be den mott de R. döchteg wackele er ist ungeduldig Mörs-Xanten. Wie bampelt mir mei Räckelchen, wie b. mir mei R.; ich hatt noch käs (niemals) e Räckelchen, wat su gebampelt hat! Tanzld. Mosfrk, Rhfrk. Dem wiərd de R. ze eng er tanzt vor Ungeduld hin u. her Bo-Wesseling. Kenger (Kinder), esst Eərze (Erbsen), dann steht üch dat Röckelche krusch (kraus)! Dür. Der (dem Mädchen) es der R. füre kotter (kürzer) als henge (hinten) sie ist schwanger MGladb, Allg. Et Hemm (s. weiter bei Hemd) es em k. (länger) as de R. Verbr. Mer es et Hemb och nöhter (näher) wie der R. eigene Angelegenheiten sind mir wichtiger als fremde Rip, Allg. Wenn et Röckske passt, de tröckt (zieht) et sech an die Anspielung kann der verstehen, der sich betroffen fühlt Heinsb. De ihrt (ehrt) ne Plock (Wollknäuel), es wert ne R. Eup. Lo (da) is et e ganze R. wärmer wenn man von der Höhe ins Tal kommt Simm, Verbr.; hie op den Bergen es et twee Röcke kälder man muss zwei R. mehr anziehen, sagt eine Frau OBerg. De heət enen R. un enen Gott er trägt immer denselben R. Waldbr-Wildg, Berg, Ruhr. E hät et Röcks-che a er ist Soldat Aach, Allg. Halt et Röckske op! sagt man zum Kinde, das zu Boden fällt Düss-Stdt. Korte Röck send gau (schnell) gefleckt kleine Schulden sind bald bezahlt Kemp. Der R. driəhne die Meinung ändern Aach. Ene gedrihte (ömgedrihte, gewandte) R. es necks weərt (dog ‘taugt’ nüs) von Menschen, die ihre Konfession gewechselt haben Rip, Allg. Engen et Röcks-che usduəh ihn um sein Amt bringen Aach. Den R. an den Nagel hangen sein Handwerk drangeben Elbf. — Der lange R.; e kret de l. R. das priesterliche Kleid Bitb, Allg. Wiver han lang Röck, ävver korte Verstand Köln-Stdt. En Wittib hät e langk Röckelche, do deiht jeder op tredde ebd. Lange, l. R. met songer (besondern) Täsche, för kene Falde, henger (hinten) k. Läsche, Knöp (Knäufe) dran wie de Fuselsfläsche (Schnaps-) Geld. — Resslingsstock (Riesling, s. d.), wollene R. er ist ertragreich Mos. Dat hot e bapeire Räckelche an das Mädchen ist leicht beleidigt Koch-Treis. Der leiste (letzten) R. ahan dem Tode nahe sein Aach. Em l. R. sönd ken Täsche miəh wenn wir sterben, nehmen wir nichts mit MGladb. — En hot näs (noch einmal) de schwarze R. ugeduhn (angetan) verächtl. von dem, der sich durch Kriecherei in die Gunst seiner Vorgesetzten setzen will Trier-Mehring. Der Täufling, der bei der Taufe weint, hät söch (von Pate) ene neue R. gefordert Rip. Zu Allerheiligen besteht die Sitte, das erste Mal der lange R. (Mantel) a ze treeke; wer dann keinen hat, wird kale Minsch genannt Aach-Merkst. An enem schw. R. süht men leicht nen Flecken an einem Geistlichen Sol; op ene schw. R. süht men alles Kemp. Mer weist (zeigt) der Mamm hire rude (roten) R. indem man das Kind am Kopfe in die Höhe hebt Saar, WEif. Sech e r. Röckelche verdene (-dienen) sich (durch Antragerei) eine Gunst, Belohnung verdienen Rip, Mosfrk. Rhfrk (s. weiter bei rot). Die Kinder hange der Motter luter (immer) am R. Rip, Allg. A.: Ek trecke dik am R. un Stock, sägg Hahne oder Bock. B.: Hahne. A.: Dann fang ek ok wier an. (Bock, dann hör ek ok wiər op) Gummb-Lantenb. Wenn mer enem Här (Geistlichen) am R. zibbelt, bampelt et bas no Rom WEif. Der hat Werg am R. nicht sehr beschäftigt, in Verlegenheit, hat etwas Unrechtes getan Birkf, Ottw, MüEif. Ebbes uf dem R. hon auf dem Gewissen Saarbr. Mer süht dem op der R., ävver nit drunger Köln-Stdt. Der Schnider ut der R. knipe (petsche) einen kneifen, der einen neuen R. anhat SNfrk, Allg. Enen us R. on Kamisol verhaue prügeln Rip, Siegld; der hät sich us R. on K. gearbet übermässig geschafft Bo; de ärbt dech us R. on K. übertrifft dich gründl. in der Arbeit Siegld; den hust (haust) sich noch us R. on K. er geht wirtschaftl. immer mehr zurück Malm; de kemmt us R. on K. verliert alles; de brengt mech us R. on K. um alles Siegld. Er hat e Loch em R. sittl. nicht einwandfrei May-Löf. Er hängt em R. wie en Kläpper en der Schell der R. ist zu weit Waldbr-Wildbg. En dem R., wo drenne gefreit wird, do hiroden se net ömmer dren Gummb-Nümbrecht. De Franzose met de rore Hose, met de blaue Reck, die stinke wie de Beck! Birkf. De dreht sei Reckelche no em Wend ändert seine Gesinnung, je nachdem sein Vorteil es verlangt Bernk. De (Mann) lött (lässt) sech jetz onger (unter) der R. kike nach der Heirat Kref-Fischeln. Er hot dem Mädche unner de R. gegriff (gefahr); er hot dem M. de R. ufgehob in unsittl. Absicht Rhfrk, Allg. Queəl (quäle) dich net; wer modden all werke för e Röckche on en Bröckske zufrieden sein mit Kleidung u. Speise MGladb-Viersen. De Blagen (Kinder) haulen (halten) enem de Woll vam R. halten einen in Nahrungssorgen Sol, Elbf, — fresse mer noch de Schess (Schösse) vom R. Bernk-Crummenau. Wer zom Keddel (Kamisol) gebore ös, köt net zom R., on wann e de Stoff (et Doch) onger dem Ärm dräht (trägt) Schleid, Rip, Eif verbr., — on wonn hen de Stofft beim Schnegder (Schneider) hat Prüm-Ihren, — on wenn en och als et Duch fir enen Mantel hät Prüm-Mürlenb. — 2. übertr. a. euphemist. der hölzen R. Totenlade uWupp 1870. — b. die Innenwandung des Backofens Gummb-Nümbrecht. — c. hautartiger Überzug erkalteten Breies; der Brei hät ene R. Bergh-Hüchelhv. — d. die erhabene Seite des Spielknöchels Köln-Efferen. — e. Räckelcher Pl. scherzh. Pellkartoffeln Trier-Hermesk.
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DialektRock III
Rheinisches Wb.
Rock III das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk rok, –ǫ-, Pl. -e-, –ę- ; Mosfrk -ǫ- [an der Saar n. einschl. Saarbg-Dilmar Mü…
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Kompositum 6
Wortbildung
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Cotta, M. (2026). „rockiii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rockiii/rhwb?formid=R04748
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Cotta, Marcel. „rockiii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rockiii/rhwb?formid=R04748. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „rockiii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rockiii/rhwb?formid=R04748.
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