Eintrag · Rheinisches Wb.
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Reis VI das Wort ist allg. lrhn. bis einschl. Geld-Leuth Kervenh Schravelen (en Borde Rīs), Kemp, Kref (in Stdt nur Riserbessem), Mörs, rrhn. bis einschl. Ruhr [ristər Pl. Dinsl-Gartrop] (im Klevld ist R. ein dünner, abgehauener Zweig, dürres Leseholz, meist nur Erteriser (Erbsen-); sonst gilt hier Risholt, Topp-, Bordesholt, Tack) u. zwar Rhfrk rais, –ęi-; Mosfrk -ęi-, –ei- bis zur Diphthongierungs-L.; Siegld rīs, –i-; n. der Diphth.-L. -ī- Pl. raisər, –ęi, –ei- [Trier -ę·i.z- u. -ā:-], Rip rī:zər; SNfrk, Berg -ī-; demin. raisχə (usf.) [-ərχə(n)]; Rip -ī:-; SNfrk riskə n.: 1. Holzreis, bes. vom gefällten Baume, der entästet wird, so dass die Reiser sich biegen u. im Schanzen (s. Schanze, Schranze, Welle, Faggo, Fack, Fäsche (Faschine), Flocke, Fracht, Bürde, Bordel, Busch) gebunden werden [in der WEif versteht man unter diesen Reisern auch dickere Knüppel, die mit in die Sch. eingebunden werden], vom gefällten Strauche, meist Pl. R.ər van em Bom, — Struch; en Hofen (Guppen) R.ər Rip, Allg.; Riser tere (opschnese) vom gefällten Baume entfernen Monsch-Rohren; de R.ər Schanze zu Schanzen binden Birkf; R.ər mache hacken u. in Bündel binden (auch das aufgelesene dürre Reisig) Bernk, Wittl; R.ər plicke (pflücken) auf etwa 25—30 cm lange Stücke mit der Hand zerbrechen oder bei stärkern R. mit dem Beil zerkleinern; die geplickte R.ər werden in kleinere Bunde mit einem Strohsäl oder einer Wid (Birkenrute) zusammengebunden; sie dienen als Anmachholz Simm. Die armen Leute gehen in den Wald dürres Reisig, R.ər söke, holle, mache, raffe, lese, wobei kleine Astzweige Koben-, Rawenreiser genannt werden; s. auch Blitz, Flacker, Flister, Geblitze, Gefitschels, Geflitsche, Gemülls, Gemülter, Gemüschels, Gemüsel, Geniste(l), Geräffe(ls), Geräu(els), Gerülle, Geschnäpps, Geschnoppels, Geschnorkels, Gesträppels, Gespröchels, Gestrübbels, Gezinkel, Mucken, Multer, Muschel, Räuels, Schlibber, Schnacke, Schnäppel, Sprockel, Sprocksel. Verwendet werden die R.ər als Anmachholz, Brennholz, als Erbsenreiser (Stöckelsr.), Besemsr., Fegr. Allg.; man legt Reiser auf die vollgeladene Heukarre (Heu)karenr., zum Festhalten des Heues Gummb; man steckt R.ər an den Rand eines Beetes, eines Feldes in die Erde, zum Zeichen, dass keiner daher gehen soll; man legt R.ər auf das Gesäte, zum Schutze gegen die Vögel; wat dörr (fing) R.ər in et Füər duəhn Gummb, Allg. — En R.chen Palm (Buchs) abgepflückt zum Palmwisch; met em R.chen spritze Winrute in der Hangd ging se sonndags in de Kerke Rip, Berg. Ein lebendes R. voller Früchte, e R. Kiərsche, abbrechen u. herunterwerfen; en R. ös mer gent et Og geschlage als ich an dem Strauche vorbeiging Rip, SNfrk. — RA.: Denn (dünn, mager) wie e R. WBitb, Eup-Raeren. E Gesit wie en R. (Fegr.) so breit Schleid-Hellenth. De is so dorig (närrisch) wie en labig (belaubtes) R. Simm, — geckig wie e lawig R. uMos. Worscht as kä Fläsch, un R.ər as kä Holz Trier-Heidenbg. Vill R.ər machen ne starken Besem Köln-Stdt. Lichtmess legt de Elster et iərscht R. Prüm-Burb. Enem en R. en den Weg legen ein Hindernis uWupp. Den sötzt wie e Vugel of em R. verlassen, einsam Trier-Mehring; monter wie ne Vul om R. Sol-Leichl. He kütt nit op en grön R. Zweig MülhRh. Sich aus de R.ər mache aus dem Staube Goar; sech durch de R.ər m.; d. de R.ər gohn Allg.; sek dörch de R.ər duəhn Elbf, Barm; he hät er enen durch de R.ər gone losse gefurzt Bergh-Hüchelhv; se hat ent d. de R.ər gejag eine Frühgeburt Ess-Werden. Besser en den Riesern (im Freien) als en den Isern (in Banden) uWupp, Sol, Elbf, — durch de R.ər (laufen gegangen) wie durch Stohl on Iser (wie geschlagen oder gestochen zu werden) Sol-Leichl. — 2. übertr. a. sachl. α. Pfropfreis, Possr.; en R. opsetze Rip, Berg, SNfrk. — β. Riser harte Stengel im Heu, Heuriser, die man aussondert, weil das Vieh sie nicht fressen kann Gummb-Berghsn. — γ. Schwanz des Schweines Wittl-Binsf; Kuhschwanz Erk-NKrüchten. — δ. lang R.ər verächtl. Finger Kemp-Breyell. — ε. R.ər wirres Haar Koch-Lutzerath. — ζ. in der Wend.: Er hat e R. van der Longenentzöndong eine der L. ähnliche Krankheit Malm-Bütgenb; et R. von der Uszährongk Anlage zur Schwindsucht Dür-Stdt; doə krig en ock wer e R. übermütigen Einfall Kemp-Stdt; he hät e R. ist nicht klar im Kopfe Kemp-Süchteln. — b. persönl. α. en dür R. mageres Weib Waldbr-Fürken. — β. flege (fliegendes) R. verrückter, aufbrausender Mensch Monsch-Witzerath.
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DialektReis VI
Rheinisches Wb.
Reis VI das Wort ist allg. lrhn. bis einschl. Geld-Leuth Kervenh Schravelen (en Borde Rīs), Kemp , Kref (in Stdt nur Ris…
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Cotta, M. (2026). „reisvi". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/reisvi/rhwb?formid=R03033
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Cotta, Marcel. „reisvi". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/reisvi/rhwb?formid=R03033. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „reisvi". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/reisvi/rhwb?formid=R03033.
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