Reib-kuchen (
s. S.)
ręif-, rī:f-, –ī- Westerw, Siegld, Rip, Nfrk;
ręiəw- Altk (Sieg);
rī:və- Waldbr (Sieg)
m.: 1. aus geriebenen rohen Kartoffeln in Öl oder Fett gebackener Kuchen, der die ganze Pfanne füllt (neuerdings auch wie in der Stadt mehrere kleinere K. in der Pf.); bei einer Sorte bleibt
Rifwater u.
Rifmell (Senk-, Eərpelsmell) in der Masse, die mit Salz, 1 Löffel Weizenmehl u. 1—2 Eiern angerührt wird; das gibt
R. onger der Riwen dannen; bei der zweiten Sorte lässt man aus der geriebenen Masse das
Rifwater u.
Rifmell nachtsüber oder 1—2 Stunden vor dem Backen über einem Tuch auf einem
Kump abtröpfeln, auch ein Brettchen mit Gewichtsteinen
(Rifparsche) auf der Masse beschleunigt das Abtröpfeln; das trockne
Riftüch wird mit Salz, geweichten alten Brötchen oder Mehl u. Eiern u. heisser Milch wieder
schwunk (flüssig) gemacht, auch das
Senkmell kann wieder hinzugefügt werden; die dritte Sorte für eilige Leute, in das
Riftüch, aus dem
Rifwater u.
Rifmell entfernt sind, mit Salz u. einem Löffel Mehl (ohne Eier) verrührt u. gebacken OBerg (ähnlich Allg.), wo die Pfanne 6—7
Plätzcher aufnimmt, auf jedes
Pl. ein Speckwürfel
(Speckmuff), u. wenn sie herumgelegt werden, auch auf der andern Seite einen
Sp.;
R. met Krutböttern (Butterbrot, mit Obstkraut belegt);
R. met Kalfsbroən; R., met Brotwüərschten gebörd mit Bratwurstscheiben umlegt;
opgewärmte R.; den R. im Bett warm halen eine Decke oder Tuch darüber legen;
Kenger halt ink am Etten, vie hant noch meh im Bett Gummb. Manche Gegenden sind bekannt, in denen vor allem der
R. Nationalgericht ist, so im
Oberbergschen Langd hangen de R. an der Wangd; im Hawerspanien (OBerg)
güt et so vill R., dat se enen för et Finster hangen, wann en Rute (Scheibe)
kaput es. Die Elberfelder sangen denen aus dem Homburgischen kommenden Maurern zu:
Em Wengkter duhn se de R. backen, em Frühjohr d. se de Pöngel (Bündel)
op de Nacken! Zogen (etwa bis 1890) die oberg. Maurer ins
Muərlangd (NBerg), gemeinsam aufbrechend, mussten die Neulinge, die zum erstenmal mitgingen,
met em R. schwörn; sie mussten ihre Brust blank machen u. bekamen einen Reibekuchen (
d. h. ein Plätzchen R.) darauf gelegt u. mussten schwören,
nü (niemals)
bi der mürərarbēt tə šwēten (schwitzen); sonst würden sie keine richtigen, echten
mürer un polir. RA.:
He hät e Gesech wie ene R. (rauhes G.) Sieg, MülhRh, —
en platt getroddene R. Köln, —
en terriəttenen R. Gummb, Wippf, —
ene R., de mer an e Kördche (Bordel) gebunge hät Köln-Rodenk.
En de Kollkul (Sieg-Kohlkaul)
backe se de R. nuər op ene Sigde (Seite) das Dorf besteht nur aus einer Häuserreihe auf einer Seite der Strasse.
Kanns mech ens ene R. no der Bahn brenge! abschl. Antw. MGladb.
Dem kammer en R. op emol en de Hals schmissen so einen grossen Mund hat er Wippf-Pütz.
Häste deheim ene R. en de Dör (Türe)
hange? zu dem, der die Türe nicht hinter sich schliesst Köln, Rheinb.
So geht et op der Welt, wann mer Eərpel schällt, wann mer R. bickt on isst sech net satt, — der gar nit schmackt Sieg, Verbr.
O, grosser Gott in deinem Reich, wie teilst du die Gaben so ungleich; dem einen göts de en Hangk voll, dem angern en ganz Langk voll; o, gef doch mi Muəder en den Senn, dat se R. backt wie Pluəgrader on Speckdobbeln (-würfel)
dren wie Gesangkbüəker! Remschd.
He hängk op halve R. der Kopf, den man schief hält;
de Uhr (die nicht richtig geht)
geht op R. Sieg-Braschoss.
Du kömms van Kieser op den R. von einem ins andere Mettm-Kuchhsn.
Met R. em Lif kamme no Köllen resen, hin un teröck Waldbr-Heischd.
Me kann och met em R. Wend mache prahlen Neuw-Unkel, —
de Plät (Glatze)
enöle man kann auch einen Gegenstand für Zwecke verwenden, wozu er eigentlich nicht bestimmt ist Bo-Stdt.
De sät nöcks, on wammer en met em R. op de Mul höch (haute) Sieg-ODollend.
Do es de Welt met R. zogekleəft eine zurückgebliebene Gegend Altk-Birken. — 2. übertr. a. sachl. α. durch Sturz verursachte Hautabschürfung, in der Fachspr. des Radfahrers Köln-Stdt, Bo-Stdt. — β. spött. flache Mütze der Gymnasiasten u. diese selber Elbf. — γ. Neckn. für Ahrw-Bodend, Sieg-Ägid Böding, Sol-Schlebusch. — b. persönl. verächtl.
du pockige R. Schimpfw. Köln.