Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Redakteur
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redigieren Vb. ‘Texte für die Veröffentlichung bearbeiten, druckfertig machen’, entlehnt (um 1800) aus mfrz. frz. rédiger ‘zusammenstellen, ordnen, abfassen, ausarbeiten, zu Papier bringen’ (mfrz. auch ‘zurückführen’), das auf lat. redigere (redāctum) ‘zurücktreiben, zurückbringen, eintreiben’, übertragen ‘in einen Zustand, in eine Lage bringen, zu etw. machen, in Ordnung bringen’ beruht; vgl. lat. agere ‘treiben, handeln, tätig sein’. Heute vornehmlich Fachwort der Wissenschaft, der Publizistik und des Verlagswesens. Voraus geht redigieren ‘etw. mit Gewalt (zusammen)treiben, in eine Ordnung bringen, ordnen’ als unmittelbare Entlehnung (1. Hälfte 16. Jh.) aus lat. redigere. – Redaktion f. ‘Überprüfung, Bearbeitung eines Manuskripts vor der Veröffentlichung’ (Ende 18. Jh.), ‘Gesamtheit der Redakteure einer Zeitung, eines Verlages, deren Arbeitsräume’ (19. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. rédaction, das als Nomen actionis zu den Bedeutungen des Verbs frz. rédiger gebildet ist; vgl. mfrz. rédaction ‘Zurückführung’, nach gleichbed. spätlat. redāctio (Genitiv redāctiōnis). redaktionell Adj. ‘die Redaktion betreffend’ (Ende 19. Jh.), frz. rédactionnel. Redakteur m. ‘gelehrter Sammler (von Verordnungen), Anordner, (wissenschaftlich ausgebildeter) Bearbeiter oder Verfasser von Texten in der Publizistik und im Verlagswesen’, Entlehnung (2. Hälfte 18. Jh.) von frz. rédacteur ‘wer Rechtstexte sammelt, ordnet, Zeitungsartikel u. dgl. schreibt bzw. bearbeitet’, gebildet als Nomen agentis (wohl in Anlehnung an rédaction) zu frz. rédiger. Redaktor m. ‘Bearbeiter, Herausgeber wissenschaftlicher Werke’ (Ende 18. Jh.), gelehrte nlat. Bildung in Anlehnung an lat. Nomina agentis auf -tor.