Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
queran
part.prät. –), seit dem 10. Jh. in Gl. und in MH:
‚ein Geräusch von sich geben, (von Tieren) Lau-
te des Schmerzes von sich geben, (von Men-
schen) (unter einer Last) ächzen, stöhnen, (von
Sachen) widerhallen, erdröhnen, ächzen, knar-
ren; gemere, ingemere, tribuere‘ 〈Var.: chu-〉. –
Nhd. dial. tirol. (mit dem Vokalismus in der
Stammsilbe aus ahd. quirit) kwîrε, kwiεrε (auch
kwiεnrε) ‚weinerlich tun, ächzen, stöhnen (bes.
wenn der Magen übervoll ist)‘.
Möglich, aber letztendlich nicht zu beweisen
ist, ob ein Einfluss dieses im Mhd. unbelegten
Verbs auch in dem einmaligen Beleg mit qu-
von mhd. kerren sw.v. ‚zum Schreien bringen,
quälen, anfeinden‘ bei Hugo von Trimberg,
Der Renner 7884: Ein vogel den andern
zerret, / ein tier daz ander querret (1290–
1300, ostfrk. [Information von B. Luxner])
vorliegt. Möglicherweise ist ahd. queran in
nhd. dial. schweiz. chärren, chǟren ‚brummen,
murren, nörgeln, keifen, zanken, unaufhörlich
bitten, weinerlich klagen‘ mit aufgegangen, da
hier qu- als ch- erscheinen kann (Hinweis von
M. Kümmel).