Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
quecsilabar
(1,135,20) und zahlreichen weiteren Gl.:
‚Quecksilber, (auch zur Bez. von Stoffen, die
dem Quecksilber in manchen Eigenschaften
ähneln wie) Silberglätte, Bernstein, Schwefel,
Naphtha; argentum vivum, electrum, humectum,
lithargyrum, naphtha, spuma argenti, sulfur vi-
vum‘ 〈Var.: qhueh-, qvech-, chech-, keck-, choc-,
choch-, cok-; -silipar, -silpar, -silbar, -silbir,
-silber, -siluer, -seluer〉. Das Wort ist eine
Lehnübertragung von lat. argentum vivum ‚le-
bendiges Silber‘. Das KVG quec- bezieht sich
dabei auf die Beweglichkeit des Schwermetalls.
Die Varianten mit -o- im VG des Determi-
nativkomp. können wie bei ahd. koman aus
queman lautlich bedingt sein. Möglich ist auch
eine volksetym. Angleichung an die Wortsippe
um ahd. kochôn ‚kochen‘ (s. d.). Verschiedene
Aspekte mögen hierbei eine Rolle gespielt ha-
ben: Auch Wasser oder Speisen bewegen sich
beim Kochen an ihrer Oberfläche, bei der Le-
gierung von Quecksilber mit Gold verdampft
das Quecksilber und Quecksilber kann durch Er-
hitzen aus Zinnober gewonnen werden. – Mhd.
quëcsilber, këcsilber st.n. ‚Quecksilber‘, früh-
nhd. queksilber, keksilber n. ‚dss.‘, nhd. Queck-
silber n. ‚silbrig glänzendes, bei Zimmertempe-
ratur zähflüssiges Schwermetall‘, nhd. mdartl.
sind vereinzelt Formen mit anl. k- erhalten;
z. B. schweiz. chëchsilber, schwäb. kecksilber,
in der ugs. Wendung Quecksilber im Hintern
haben ‚sehr lebhaft sein‘.