lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Pötter

mnd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
6 in 6 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
4
Verweise raus
7

Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Pötter

Bd. 5, Sp. 564
Wossidia Pötter Nebenformen mit -ü- nur von Mantz. Ruh. 25, 72 verzeichnet: Pötter, Poetker, Pütker, Pütter m. Töpfer, Handwerker, der Tonwaren verfertigt, Ofensetzer 1. Sachliches: über mittelalterliche Töpferwerkstätten auf dem offenen Lande bei SchwSchwerin@DümmerDümm und HaHagenow@GranzinGranz Meckl. 32, 18 ff.; das Rostocker Amt der Töpfer hatte einen Repräsentanten im Hundertmännerkollegium Regulativ von 1778; es bestand 1783 aus 2 Ältesten, weiteren 4 Amtsmeistern und einer Witwe, welche das Amt fortsetzte Gem. Aufs. 1783, S. 91; zum Meisterstück mußten geliefert werden '1. ein Topf einer Ellen hoch, 2. eine Schüssel einer Ellen weit, 3. eine Krucke oben mit einem engen Halse einer Ellen hoch ... in Gegenwart sämtlicher Amtsmeister gedrehte' ebda, wie auch die Beschreibung der beiden Amtssiegel; die im Haushalt gebrauchten Töpferwaren wurden noch im 19. Jahrh. vielfach im Lande selbst hergestellt, so in Werkstätten in StaStargard@Alt StrelitzAStrel, Sta, WaWaren@PenzlinPenzl, Malch, Ma, GüGüstrow@SchwaanSchwaan, WiWismar@BrüelBrüel; s. Pötterton; das Geschirr wurde 2 Tage und 3 Nächte im Töpferofen (Pötteraben) gebrannt Monh. 6, 541; die Töpfer stellten ihre Waren auf den Jahrmärkten (Herbstmärkten) der Städte, in Ro@ am Pöttensünndag (s. d.) des Pfingstmarktes aus: uppen Hoppenmark hadden dei Malchiner Pötters all ehr Pött un Schalen utstellt (für Anfang des 19. Jahrh.) Stend. Bill. 36; 1820 landesherrliches Verbot 'daß einheimische oder ausländische Töpfer mit Töpferwaaren auf dem Lande hausiren oder solche ... (außerhalb des Jahrmarktes) öffentlich zu Kauf stellen' Arch. Landesk. 15, 25; die einheimischen Töpferwaren konnten sich aber gegen das feinere fremde Geschirr namentlich aus Bunzlau und Stettin, aber auch aus Burg und Strasburg auf die Dauer nicht behaupten, das Händler mit Pferd und Wagen bis in die Dörfer brachten; nach dem Rückgang und dem gänzlichen Schwinden der Gebrauchsgeschirrtöpferei in Mecklenburg blieb der Pötter dann bis heute lediglich Ofensetzer; zum Übergang der alten vom Maurer aus Ziegeln aufgemauerten Öfen zum Kachelofen, den der Pötter setzt, s. Aben (Bd. 1, 21), Kachelaben (Bd. 4, 7), Kachelpott (Bd. 4, 8) und Pott 6. 2. weiterer sprachlicher Niederschlag: 'de Brwers, Beckers, Smede, POetters und alle andere schOelen gude achtinge up dat Fer hebben' Ro Feuerord. von 1573; 'eine grote dorheit ys, dat der Lehem, alse Esaias redet, den POetter wil meistern' Gry. Both. Jon. Dd 1b; figulus 'ein POetter' Chytr. 247; im Wiegenlied: de Pötter sitt int Rühr Wo. V. 3, 78 b; bi 'n Murer un Pötter mütt 'n Handlanger wäsen, dei mütt tauplägen HaHagenow@BelschBelsch; vör 'n Pötter bören de Frugens den Rock hinnen up (wegen des Schmutzes beim Ofensetzen und Umsetzen), vör 'n Discher vör (für die Hobelspäne) ebda; scherzhafte Begründung: dei Pötters sünd ierst (bei der Schöpfung) an 'n Mittwoch kamen, as dat Handwarkstüg verdeilt wir, dor sünd kein Kellen mihr dor wääst sie mauern mit der Hand WaWaren@WalowWal; dei Pötters hebben ehr Kell versapen LuLudwigslust@WoosmerWoosm; überkommenes Urteil: Pötter is narrsch, dat is 'n olles Wuurt Gü; wird erklärt: weil sie bi 'n iersten Brand tauväl krägen hemm' Monh. 6, 541; weil es beim Drehen der Scheibe im Kopf rundum geht Wo. Sa.; von ihnen selbst abfertigend zurückgewiesen: weil sie zu viel mit närrischen Leuten umgehen müßten: Monh. 6, 542; übertr. allgem. 'n narrschen Pötter Sonderling, seltsamer Mensch: Reut. 6, 379; Bri. 2, 69; Fromm. Mdaa. 3, 2; narrsche Pötters sünd dat doch, disse Minschen Lehm. Ith. 3; Rede und Gegenrede: Du büst 'n narrschen Pötter — Un du büst 'n narrschen Pötter sin Brauder PaParchim@PlauPlau; eenen appeldwatschen Pötter Bri. 2, 92; 'n eigen Pötter eigensinniger Mensch HaHagenow@RedefinRed; s. Apteiker (Bd. 1, 423); Beispielsprww.: meine Werke folgen mir nach, säd' de Pötter, dor föll em de Aben üm Monh. 13, 93; Jung', holl den Aben wiß, säd' de Pötter, ick will ierst Geld halen Hoef. 190; Gott help uns all dürteihn, säd' de Pötter, dor föl hei mit 'n Dutzend Pött von 'n Bœhn Wo. Sa.; Bautz Kachelaben, säd' de Düwel, donn smet hei den Pötter ut (in) de Höll Wi; Heff 'ck doch min Pip wedder in liggen laten, säd' de Pötter, as de nige Aben roken ded' Monh. 13, 93; wat seggst du tau dat Ei, säd' de Pötter, dunn hadd' hei einen nigen Pott maakt Horn Selmsd. 1, 610; sprw.: as de Pötter, so de Ton RoRostock@RibnitzRibn; 'n swarten Möller un 'n witten Pötter dœgen nicks Gü; Rdaa.: de Voß hett 'n Pötter wat in 'n Leihm maakt heißt es beim ersten Frost Ha Hagenow@LübtheenLübth; wenn es beim Sonnenschein regnet: nu ward 'n Pötter geburen StaStargard@GrammertinGramm; der völlig Ermüdete sagt: so, nu mak du Leihm, denn ward' ick Pötter Schw; Zurechtweisung: wenn du den Dreck bäter kennst, mööst Pötter warden Wo. Sa.; im Wortspiel mit Ihr Ehre und Ierd Erde: dor sall nich œwer lacht warden, dat sünd Ihrensaken, hett de Pötter maakt Wo. Sa. Zs. Steinpötter. FN.: Pötterbarg, -bargsoll, -kamp, -kul, -wisch, 'Pütterweg', 'Am Töpferloche'. — Mnd. pötter. — Br. Wb. 3, 356; Dä. 356a; Da. 159b; Kü. 2, 592; Me. 3, 1170; Schu. 67.
4915 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pötterm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    pötter ( poͤtter ), pötjer ( pottier [Nd. Jb. 43, 78]), ° pütter (Beitr. Schlesw. 22, 89), m. ( Gen. Sg. -s ; Pl. -s ): …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    pötterm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    pötter , m. töpfer Vilmar kurh. idiot. 305 , mnd. potter Schiller-Lübben 3, 368 b , nd. pottjer brem. wb. 3, 356.

  3. modern
    Dialekt
    Pötter

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Pötter Nebenformen mit -ü- nur von Mantz. Ruh. 25, 72 verzeichnet: Pötter, Poetker, Pütker, Pütter m. Töpfer, Handwerker…

  4. Sprichwörter
    Pötter

    Wander (Sprichwörter)

    Pötter Du sast (sollst) Pötter waren, du versteihst den Dreck am besten. ( Pommern. )

Verweisungsnetz

14 Knoten, 8 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 8 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit poetter

31 Bildungen · 26 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von poetter 2 Komponenten

poet+ter

poetter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

poetter‑ als Erstglied (26 von 26)

Pötteraben

MeckWB

potte·raben

Pötteraben m. Töpferofen, Brennofen des Töpfers; mittelalterliche Töpferöfen beschrieben Meckl. 32, 18 ff.; 1818 Anlage neuer Töpferöfen nur…

pötterērde

MNWB

poetter·erde

pötterērde , f. : (Grundstoff der Herstellung von Gefäßen, Ziegeln usw.:) Gemisch feinkörniger mineralhaltiger Sedimente das sich beim Trock…

Pöttergaut

MeckWB

Pöttergaut n. 'Töpfergut', Ton Ha Lübth .

pöttergelt

MNWB

poetter·gelt

° pöttergelt , petter- , n. : eine regelmäßige Zuwendung (am Tag Catheda Petri, 22. Februar?) , den klûsenern 2 gl p. (Soest KR 1430 u. ö.).

Pöttergeschirr

MeckWB

poetter·geschirr

Pöttergeschirr n. vom Töpfer aus Ton verfertigtes Geschirr: up 'n Torfwagen würd' dat Pöttergeschirr all' enzeln uppackt, wenn 't nah 'n Mar…

Pöttergesell

MeckWB

poetter·gesell

Pöttergesell m. Töpfergeselle; im Ausruf: O Himmel, o Höll, O Pöttergesell Ro Dob ; in Neckreimen: Heine Peine Pöttergesell Wa; Krischan Pis…

Pötterierd'

MeckWB

poetteri·erd

Pötterierd' f. Töpfererde: 'Gewinnung besserer Töpfererde namentlich zu Gülzow' Meckl. Wochenbl. 1837, S. 421. Me. 3, 1170.

Pötter II

RhWB

Pötter II -ø- = Distelfink s. bei Pütz .

Pötter III

RhWB

Pötter III -t- RRip in Waldbr , Sieg-Blankenbg Sg. t. m.: vertrockneter Augenschleim.

Pötterjacht

MeckWB

poetter·jacht

Pötterjacht f. Schiff, welches (die Stettiner) Töpferwaren (zum Rostocker Pfingstmarkt) brachte: de Stettiner Pötterjachten Bri. 2, 103.

Pötterleihm

MeckWB

Pötterleihm m. zur Töpferarbeit bereiteter Lehm: de Leihm (für Kleimstaken ) möt so bearbeit't warden, dat hei as Pötterleihm ward Ha Dreil …

Pöttermännken

MeckWB

Pöttermännken n. Kobold auf der Insel Poel, der die Pferde füttert: 'n Pöttermännken is wääst in Nihof Wi Kirchd ; to Seedörp ... is 'n Pött…

pöttern1

MeckWB

pöttern 1 , -dd-, -rr- stoßen, stochern 1. trans. etwas mit einem Gerät anstoßen, durch Stoß bewegen: der Schleusenwärter pöttert de Klänner…

pöttern2

MeckWB

pöttern 2 , -dd- töpfern: -dd- Schmidt Gad. 3, 111; kleine Dinge verrichten in der Zs. trechtpöttern ( s. d. ) ebda; Geschirr zerschlagen: d…

Pötternoors

MeckWB

Pötternoors m. im Neckreim auf Otto: Otte Potte Pötternoors öft.

Pötterovenwörtele

MeckWB

Pötterovenwörtele f. a. Spr. Petersilienwurzel (?): 'potterovenwortelen' (um 1530) Jb. 91, 177.

Pötterton

MeckWB

poetter·ton

Pötterton m. Ton für Töpferarbeiten: 'an Töpferthon fehlt es ... nicht. Man findet alle Städte mit Töpfern besetzt, die nie müßig sind, sond…

Pötterwor

MeckWB

poetter·wor

Pötterwor f. Töpferware: dat brun (Stettiner) Geschirr wir de Konkurrenz von de olle Pötterwor (1935) Gü Schwaan .

poetter als Zweitglied (5 von 5)

vogelspötter

DWB

vogel·spoetter

-spötter , m. , oriolus galbula Nemnich ; ein vogel, der andere vogelstimmen nachahmt Heppe wohlr. jäger (1763) 236 b . —