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Plakāt

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 15 Wb.
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13

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Plakāt

Bd. 15, Sp. 926
Plakāt (lat.), s. Anschlag. Neuerdings ist die Plakatmalerei, die Anfertigung von Plakaten und Anschlagszetteln für gewerbliche Reklamezwecke, die bis dahin untergeordneten Kräften, wie Lithographen und Zeichnern für Bunt- und Luxuspapierfabriken, überlassen war, ein Gegenstand künstlerischen Betriebs geworden, der sich von Paris aus in den letzten Jahren des 19. Jahrh. über alle kunstübenden Länder Europas und Amerikas ausbreitete und eine starke, etwas forcierte Blüte erlebte, jetzt aber bereits im Niedergange begriffen ist. Man ging dabei von dem Prinzip der japanischen Flächenmalerei aus. Eine möglichst einfache Darstellung, meist unter Beschränkung auf eine oder zwei Figuren, die sich von einem eintönigen Hintergrund in kräftigsten Farben schroff abheben, und ein möglichst kurzer Text in Buchstaben von auffallender Größe oder auffallender Form sind für die Ausführung moderner Plakate maßgebende Grundsätze, in deren Grenzen die künstlerische Individualität, die persönliche Laune den weitesten Spielraum haben. In übersprudelnder Laune und groteskem Übermut sind die französischen Plakatmaler am weitesten gegangen. Jules Chéret, Eugène Grasset, Henri de Toulouse-Lautrec, Forain, A. Willette, Malteste, Steinlen und der aus Böhmen stammende Alphonse Mucha sind die hervorragendsten, geistvollsten, freilich auch kecksten Vertreter der französischen Plakatmalerei. Von den Plakatmalern Belgiens sind V. Mignot, Privat-Livemont, F. Toussaint und H. Meunier zu nennen. In England ist die moderne Plakatmalerei durch Dudley Hardy begründet worden, einen berufsmäßigen Plakatmaler, der viele Nachfolger und Nachahmer gefunden hat, die jedoch auch andre Gebiete der dekorativen Zeichnung und der Illustration pflegen; besonders kräftig ist W. Nicholson (Beggarstaff). Sehr reich an Plakatkünstlern ist Amerika: neben Penfield, dem Reklamekünstler für Harpers' »Monthly«, stehen Will Bradley, L. Rhead und Gould. Auch in Deutschland wurde die Plakatmalerei durch Preisausschreiben und Ausstellungen, namentlich durch Industrielle und Sammlungsvorstände, ermutigt und gefördert. Gelegentlich haben Künstler, wie z. B. F. Keller (Karlsruhe) und F. Stuck (München), Plakate gemalt; im allgemeinen wird sie von jüngern dekorativen Künstlern bevorzugt (Edmund Edel, Th. Th. Heine, Emil Orlik, F. W. Kleukens, V. Cissarz, A. Jank, Jul. Klinger etc.). Man unterscheidet hier Plakate und Affichenplakate. Die erstern sollen ihren Zweck auf längere Zeit erfüllen und werden darum meist in Lithographie mit seiner Ausführung hergestellt. Die Affichenplakate, die nur einem vorübergehenden Zweck (Ausstellungen, Theatern etc.) dienen, werden in Zinkographie hergestellt. Da es sich dabei um möglichst schnelle Wirkung handelt, wird dabei die moderne, auf grelle Eindrücke abzielende Richtung bevorzugt. Der Pflege der Plakatmalerei dienen mehrere Zeitschriften: »L'Estampe et l'Affiche« (Par.), »The Poster« (Lond., seit 1898), »Das P.« (Nürnb., seit Juli 1897). Vgl. Maindron, Les affiches illustrées (Par. 1886, Fortsetzung 1895); Bauwens u. a., Les affiches étrangères illustrées (das. 1897); Sponsel, Das moderne P. (Dresd. 1897); Demeure de Beaumont, L'affiche belge (Lüttich 1897); v. Zur Westen, Reklamekunst (Bielef. 1903); für die ältere Zeit: Sampson, History of advertising (Lond. 1875).
3313 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    plakâtn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    + plakât , n. ( Gen. Sg. -s ; Akk. Pl. -en ) : gedruckter Aushang, von der Obrigkeit ausgehende öffentl. Schrift, „ Wy h…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Plakāt

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Plakāt , S. Adelung Placat .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Plakat

    Goethe-Wörterbuch

    Plakat Konjektur Goethes (großformatiges) Leinwandbild; hier wohl mBez auf eine Moritatentafel Der Jahrmarkt orgelt fort…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Plakāt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Plakāt (lat.), s. Anschlag . Neuerdings ist die Plakatmalerei , die Anfertigung von Plakaten und Anschlagszetteln für ge…

  5. modern
    Dialekt
    Plakat

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Plakat Band 2, Spalte 2,988

  6. Spezial
    Plakatn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Plakat , n плакат , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit plakat

14 Bildungen · 13 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von plakat 2 Komponenten

pla+kat

plakat setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

plakat‑ als Erstglied (13 von 13)

Plakatierung

LDWB2

Pla|ka|tie|rung f. (-,-en) placataziun (-s) f.

plakativ

RDWB1

plakativ (Lakune) иллюстративный, явный, очевидный, откровенный, неприкрытый, открытым текстом идиом. , без прикрас идиом. , без купюр идиом…

Plakatsäulen

Meyers

plakat·saeulen

Plakatsäulen , auf Straßen und Plätzen größerer Städte aufgestellte Säulen, 3–5 m hoch und 1–1,4 m im Durchmesser, an die öffentliche An-;ei…

Plakatschriften

Meyers

plakat·schriften

Plakatschriften ( Affichenschriften ), die großen, besonders auf öffentlichen Anschlägen zur Verwendung kommenden Typen. Neuerdings hat man …

плакаться

RDWB2

плакаться lamentieren не люблю плакаться - ich lamentiere ungern плакаться в жилетку идиом. - sein Leid klagen, sich ausheulen

plakat als Zweitglied (1 von 1)

поплакать

RDWB2

поплакать Ты у меня ещё поплачешь! устойч. - Dir wird noch das Lachen vergehen! fest